Freie Rede

Unplugged und ohne doppelten Boden Wirkung entfalten
Freie Rede

Freie Rede

 

Von Hans-Olaf Henkel soll der folgende Satz stammen: Der deutsche Redner trennt sich leichter von seiner Frau als von seinem Rede-Manuskript.

Und tatsächlich kleben viele Redner derartig an ihren Redetexten, dass eine Trennung kaum denkbar scheint. Oft sind es gestandene Persönlichkeiten, die ansonsten gezeigt haben, dass sie Haltung bewahren, sich artikulieren und durchsetzen können. Sonst wären sie ja auch nicht in ihren Positionen. Doch bei einer Rede scheint all das auf einmal nicht mehr zu gelten, da wird der vermeintlich sichere Hafen nicht verlassen. Lieber wird auf Wirkung verzichtet, als sich womöglich zu entblößen.

 

 

 

Das reduziert die Wirkung, senkt den Status, …

 

Es war einmal… Wobei wenige Menschen ohne Vorbereitung gute Vorleser sind. Selbst- und Fremdbild decken sich hier selten. So manches Mal wäre es besser gewesen die Rede als Text zu verteilen. Es spart die Anfahrt, für die selbst ein üppiges Buffet kaum ein Ersatz ist. Und der Eindruck wäre besser. Richard Burt; „Ich staune über die Fähigkeit der Deutschen, sich Reden anzuhören.“ Ja, bei dem Thema sind wir hierzulande nicht sehr verwöhnt.

 

 

 

Ja, und?

 

Nein, ich plädieren nicht für den Verzicht auf Reden, sondern für mehr Mut zur lebendigen freien Rede. Für die reine Wissensvermittlung sind andere Wege meist besser geeignet. Doch ein überzeugter Redner kann sein Publikum erreichen, wie es sonst nur schwer möglich sit. Diese Chance gilt es beim Schopf zu packen.

 

Wenn ihr’s nicht fühlt, ihr werdet’s nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer zwingt.

Johann Wolfgang von Goethe

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Allein der Vortrag macht des Redners Glück; Ich fühl' es wohl, noch bin ich weit zurück. Johann Wolfgang von Goethe