Fanatismus; der Zweck heiligt nicht die Mittel

Fanatiker sind keine Helden
Wenn bei Fanatikern der Zweck die Mittel heiligen soll

Fanatiker sind keine Helden

 

Ein Fanatiker ist jemand, der oft mit hohen Werten startet, dann, im Eifer, die Bedeutung dieser Werte vergisst und dafür umso rücksichtsloser weiterkämpft. Umso vehementer wird mit Scheuklappen der eingeschlagene Weg beschritten mit der Überzeugung, der Zweck heilige jegliche Mittel. Dabei wird dann nicht nur respektlos immenser Schaden angerichtet, sondern es werden auch oft noch die ursprünglich zu schützenden Werte in den Dreck gezogen.

 

 

 

 

Fanatismus hat viele Formen

 

Fanatismus taucht immer wieder in vielerlei Formen auf. Viele Ideologien bauen darauf auf. Manche reformieren sich mit der Zeit. Doch das erfordert oft mutige Persönlichkeiten wie beispielsweise Martin Luther. Menschen, die infrage stellen, was in Stein gemeißelt scheint.

 

Es ist die Pflicht eines jeden Katholiken, Ketzer zu verfolgen.

Papst Gregor IX (ca. 1167–1241)

 

O die ihr glaubt, kämpft gegen diejenigen, die in eurer Nähe sind von den Ungläubigen!
Sie sollen in euch Härte vorfinden.

Sure 9, 123

 

 

 

 

 

Fanatiker meiden das Nachdenken

 

Damit sie nicht vom rechten Glauben abkommen, betrügen sie auch sich selbst. Oft glauben Fanatiker, dass sie das Zeug zum Helden haben und wollen daher auf keinen Fall der Realität ins Auge schauen. Fanatiker bekämpfen schon zarteste Ansätze zur Reformation. Deshalb sind auch klärende Gespräche mit fanatischen Menschen schwierig und mit echten Fanatikern so gut wie unmöglich. Während an Wachstum und Entwicklung interessierte Menschen auch Zweifel zulassen, ja ihn sogar suchen, bekämpfen Fanatiker krampfhaft die Versuchung in unerwünschte Richtungen zu denken. Wenn der verteidigte Gedanke tatsächlich Bestand hat, würde eine Auseinandersetzung ihn sogar kräftigen. Doch wird ein Mangel befürchtet, werden Scheuklappen gewählt und wenn die nicht genügen sogar offene Aggressionen.

 

 

 

 

Kommunikation mit Fanatikern?

 

Wie beschrieben lohnt sich die inhaltliche Diskussion mit Fanatikern nicht, falls es darum gehen soll, sie zu überzeugen. Das ist ja per Definition keine realistische Option. Wer in eine solche Situation kommt, kann zuhören, um die Beweggründe zu ergründen. Das eigene Zustandsmanagement wird dabei oft auf eine harte Probe gestellt. Zu leicht werden respektlose Gesprächspartner zu Gegnern und der Ton auf beiden Seiten rauer. Wer dann aus der Haut fährt, verletzt selbst grundlegende Werte. So oder so; der Zweck heiligt nicht die Mittel. Wenn es ohnehin unwahrscheinlich ist sich anzunähern beziehungsweise die Positionen zumindest zu überprüfen, dann kann es nur noch darum gehen das Umfeld zu überzeugen. Und das gelingt am besten, indem Sie sich und ihren Werte treu bleiben, anstatt es Fanatikern gleich zu tun.