Amtseinführungsrede US-Präsident Donald Trump

Redeanalyse Inauguration Speech von Donald Trump am 20. Januar 2017 in Washington
Redeanalyse der Rede zur Amtseinführung (Inauguration Speech) von Donald Trump am 20. Januar 2017 in Washington.

Amtseinführungsrede (Inauguration) Donald Trump

 

20. Januar 2017 in Washington. Donald Trump ist nun der 45. Präsident der USA. Studenten der Missouri State University sangen; „Here is the place of strangers welcome. We who once walked in strangers shoes, once we were strangers we were welcomed. Now we belong and believe in this land.“ Manchem Zuhörer mag das nicht passend erschienen sein.

Zeit für einen Blick jenseits politischer Aspekte. Ist die Rede von Donald Trump ein rednerisches Meisterwerk geworden, das seinen Platz in den Geschichtsbüchern verdient hat?

Leider nein! Für alle, die bei den Begriffen Populismus und Nationalismus nicht an etwas Positives denken, haben wir hier ein entsprechend negatives Beispiel. Wo manche US-Präsidenten vor ihm einigende Worte wählten und Visionen zeichneten, liefert er Floskeln. Das Publikum applaudiert, doch es klingt bei Betrachtung der Aufzeichnung deutlich verhaltener als in der Vergangenheit. Wobei einige Medien gemessen haben wollen, dass die Dichte des Applauses bei Trump höher gewesen sein soll, als beispielsweise bei der Amtseinführung von Barack Obama. Viele Lobpreisungen der Rede sind jedenfalls nicht zu finden, im Gegenteil. Fake news?

Trotz des zu unterstellenden Budgets ist die Rede von Donald Trump kein rhetorisches Meisterwerk. Es ist zu vermuten, dass es nicht die Schuld der Redenschreiber war. Sie liefern, was gewünscht wird. CNN berichtet, das Quellen zufolge Trump vorhatte seine Rede zur Amtseinführung selbst zu schreiben. Ein gestellt wirkendes Foto auf Twitter soll das bestätigen. Experten werden aus Trumps Sicht wohl überbewertet.

God bless America. Und hoffentlich uns auch!

 

 

 

Kurze Redeanalyse

 

Überall in der Welt dürften nicht nur Experten die Rede im Zusammenhang mit anderen Aussagen analysieren. Vor allem Regierungen und internationale Unternehmen rätseln nun sicher, was das für sie bedeutet. Den Bau mindestens einer Mauer hat er ja offen angekündigt. Letztlich wird all das für jeden von uns irgendwelche Folgen haben. Nicht nur Weltuntergangspropheten machen sich deshalb Sorgen, aber darum geht es in diesem Blog zur strategischen Rhetorik und Kommunikation ja nicht.

 

 

Wir

 

Kuschelkurs geht anders, aber das ist hier ja nichts Neues: Trumps Rhetorik setzt auf Abgrenzung: America First! Er verwendet zwar häufig das „Wir“, aber es scheint nicht allzu weit zukommen. Es ist zu stereotyp, setzt darauf das er und sein Gefolge die Gewinner sein werden und signalisiert indirekt, dass es auch Verlierer geben wird. So ist das halt bei einem Deal oder Pokerspiel.

We will make America proud again. We will make America safe again. And yes, together we will make America great again.

Er verwendet das „Wir“ und es klingt doch wie ein „Ich“.

 

 

Große Versprechungen

 

Er verspricht „America will start winning again, winning like never before.“ doch seine Lösungsideen sind recht schlicht. „Buy American and hire American“ ist dann doch vermutlich nicht das Patentrezept, nachdem es klingen soll. Überhaupt wird wenig Inhalt geliefert, sondern in der Rede in erster Linie die Emotionen seiner Anhänger bedient. Er hält an dem fest, was er auch bisher geäußert hat. Es hat ihn schließlich ins Weiße Haus gebracht. Wobei wir das mit den blühenden Landschaften auch schon mal bei uns gehört haben.

The time for empty talk is over. Now arrives the hour of action.

 

 

Feindbilder

 

For too long, a small group in our nation’s capitol has reaped the rewards of government while the people have borne the cost. Washington flourished, but the people did not share in its wealth. Politicians prospered, but the jobs left, and the factories closed. The establishment protected itself, but not the citizens of our country. Their victories have not been your victories. Their triumphs have not been your triumphs, and while they celebrated in our nation’s capital, there was little to celebrate for struggling families all across our land.

 

So clever war die Erwähnung des bösen politischen Establishments an dieser Stelle nicht, obwohl es tatsächlich bei vielen unbeliebt ist. Genau diese Abneigung vieler US-Amerikaner hat ihm vermutlich geholfen, weil es Hillary Stimmen gekostet hat. Doch seine Abrechnung mit dem Establishment ist an diesem Ort nicht sehr glaubwürdig, weil die von ihm gelandenen Gäste das wirtschatliche Establishment repräsentieren.

 

Mothers and children trapped in poverty in our inner cities, rusted out factories scattered like tombstones across the landscape of our nation, an education system flush with cash, but which leaves our young and beautiful students deprived of all knowledge, and the crime, and the gangs, and the drugs that have stolen too many lives and robbed our country of so much unrealized potential. 

 

Feindbilder sind seit jeher ein beliebtes Mittel der Positionierung. Und Trump sieht sich gerne als Vertreter von Law and Order.

 

This American carnage stops right here and stops right now.

 

 

Vorannahmen (Präsuppositionen) und generalisierte Aussagen

 

Mit Aussagen, wie „What truly matters is not which party controls our government, but whether our government is controlled by the people“, vermittelt er einen der Realität nicht entsprechenden Eindruck. Es unterstellt, dass grundlegende demokratische Prinzipien wie die Vertretung des Volkes durch gewählte Vertreter und Kontrollmechanismen nicht funktionieren.

 

Today’s ceremony, however, has very special meaning because today, we are not merely transferring power from one administration to another or from one party to another, but we are transferring power from Washington, D.C. and giving it back to you, the people.

 

 

Körpersprache

 

Trumps Schritte sind ebenso wie seine gesamte Körpersprache kontrolliert. Sie wirken bedacht, so, als wenn er Wert darauf legt ernst genommen zu werden. Doch bei allem Bemühen sind Hinweise auf Unsicherheit zu finden. Manchmal zwinkert er nervös, und manches Verhalten erinnert an Sprungverhalten.

Er klopft vielen auf die Schulter, auch Obama, von oben herab; eine Dominanzgeste. Überhaupt scheint er keine körpersprachlichen Abstufungen bei Statusgesten zu kennen.

Sein Blick wandert häufig umher, als wäre ihm gerade langweilig. Befindet er sich nicht im Mittelpunkt des Geschehens, ist das bei ihm häufig zu beobachten.

Während dem ersten Teil der Rede wirkt er zwar ruhig, aber auch nicht sehr kraftvoll. Seine Worte sind weniger betont als sonst. Meist setzt er seine rechte Hand ein. Mit Gesten will er seine Aussagen unterstreichen, doch auch das wirkt kaum. Er ist wohl noch nicht mit der Verwendung von Telepromptern vertraut. So könnte ihn das ziemlich abgelenkt haben.

Seine Handkantenschläge wirken da schon kraftvoller und auch seine Stimme zieht nun an. Das signalisiert; Widerstand ist zwecklos! Seine Mimik unterstreicht das ebenfallls. Ein Blick, der Zuversicht vermittelt, ist vergeblich zu finden. Ein echtes Lächeln oder der Wunsch positive Signale zu senden sind nicht zu erkennen. Da ist er konsequent und zeigt auch kein gequältes unechtes Lächeln.

Häufig gestikuliert er mit Daumen und Zeigefinger, so als würde er präzise und kontrolliert ans Werk gehen. Es handelt sich um eine bei Politikern weitverbreitete Geste. Offen, ehrlich und authentisch wollen sie wohl alle wirken.

Seinen Zeigefinger setzt er ebenfalls gerne ein. Beispielsweise erhoben, um Aussagen zusätzliche Bedeutung zu geben.

 

 

 

Nachschauen?

 

 

Wie live dabei: Aufzeichnung

 

Die vollständige Inauguration Rede von Donal Trump (externer Link zu YouTube)

 

 

Schwarz auf weiß: Transkript der Amtseinführungsrede Donald Trump

 

Chief Justice Roberts, President Carter, President Clinton, President Bush, President Obama, fellow Americans, and people of the world, thank you. 

We, the citizens of America, are now joined in a great national effort to rebuild our country and restore its promise for all of our people. 

Together we will determine the course of America, and the world, for many, many years to come. We will face challenges. We will confront hardships, but we will get the job done. 

Every four years, we gather on these steps to carry out the orderly and peaceful transfer of power, and we are grateful to President Obama and First Lady Michelle Obama for their gracious aid throughout this transition. They have been magnificent. Thank you.

Today’s ceremony, however, has very special meaning, because today we are not merely transferring power from one administration to another, or from one party to another, but we are transferring power from Washington, D.C., and giving it back to you, the people. 

For too long, a small group in our nation’s capitol has reaped the rewards of government while the people have borne the cost. Washington flourished, but the people did not share in its wealth. Politicians prospered, but the jobs left, and the factories closed. The establishment protected itself, but not the citizens of our country. Their victories have not been your victories. Their triumphs have not been your triumphs, and while they celebrated in our nation’s capital, there was little to celebrate for struggling families all across our land.

That all changed starting right here and right now because this moment is your moment. It belongs to you. It belongs to everyone gathered here today, and everyone watching, all across America. This is your day. This is your celebration, and this, the United States of America, is your country.

What truly matters is not which party controls our government, but whether our government is controlled by the people. 

January 20th, 2017 will be remembered as the day the people became the rulers of this nation again. 

The forgotten men and women of our country will be forgotten no longer. Everyone is listening to you now. You came by the tens of millions to become part of a historic movement, the likes of which the world has never seen before.

At the center of this movement is a crucial conviction, that a nation exists to serve its citizens. Americans want great schools for their children, safe neighborhoods for their families, and good jobs for themselves. These are just and reasonable demands of righteous people and a righteous public. 

But for too many of our citizens, a different reality exists. Mothers and children trapped in poverty in our inner cities, rusted out factories scattered like tombstones across the landscape of our nation, an education system flush with cash, but which leaves our young and beautiful students deprived of all knowledge, and the crime, and the gangs, and the drugs that have stolen too many lives and robbed our country of so much unrealized potential. 

This American carnage stops right here and stops right now.

We are one nation, and their pain is our pain. Their dreams are our dreams, and their success will be our success. We share one heart, one home, and one glorious destiny. The oath of office I take today is an oath of allegiance to all Americans. 

For many decades, we’ve enriched foreign industry at the expense of American industry, subsidized the armies of other countries, while allowing for the very sad depletion of our military. We’ve defended other nations‘ borders while refusing to defend our own. 

And spent trillions and trillions of dollars overseas while America’s infrastructure has fallen into disrepair and decay. We’ve made other countries rich while the wealth, strength, and confidence of our country has dissipated over the horizon.

One by one, the factories shuttered and left our shores, with not even a thought about the millions and millions of American workers that were left behind. The wealth of our middle class has been ripped from their homes and then redistributed all across the world.

But that is the past, and now we are looking only to the future.

We are assembled here today issuing a new decree to be heard in every city, in every foreign capital, and in every hall of power, from this day forward, a new vision will govern our land, from this day forward, it’s going to be only America first, America first. 

Every decision on trade, on taxes, on immigration, on foreign affairs will be made to benefit American workers and American families. We must protect our borders from the ravages of other countries making our products, stealing our companies, and destroying our jobs. 

Protection will lead to great prosperity and strength. I will fight for you with every breath in my body, and I will never, ever let you down.

America will start winning again, winning like never before.

We will bring back our jobs. We will bring back our borders. We will bring back our wealth, and we will bring back our dreams.

We will build new roads and highways and bridges and airports and tunnels, and railways, all across our wonderful nation. We will get our people off of welfare and back to work, rebuilding our country with American hands and American labor. We will follow two simple rules — buy American, and hire American.

We will seek friendship and goodwill with the nations of the world, but we do so with the understanding that it is the right of all nations to put their own interests first. We do not seek to impose our way of life on anyone, but rather to let it shine as an example, we will shine for everyone to follow. 

We will reinforce old alliances and form new ones, and unite the civilized world against radical Islamic terrorism, which we will eradicate completely from the face of the Earth. 

At the bedrock of our politics will be a total allegiance to the United States of America, and through our loyalty to our country, we will rediscover our loyalty to each other. When you open your heart to patriotism, there is no room for prejudice.

The bible tells us, how good and pleasant it is when God’s people live together in unity. We must speak our minds openly, debate our disagreements honestly, but always pursue solidarity. When America is united, America is totally unstoppable. 

There should be no fear. We are protected, and we will always be protected. We will be protected by the great men and women of our military and law enforcement. And most importantly, we will be protected by God.

Finally, we must think big and dream even bigger. In America, we understand that a nation is only living as long as it is striving. We will no longer accept politicians who are all talk and no action, constantly complaining but never doing anything about it.

The time for empty talk is over. Now arrives the hour of action. 

Do not allow anyone to tell you that it cannot be done. No challenge can match the heart and fight and spirit of America. We will not fail. Our country will thrive and prosper again.

We stand at the birth of a new millennium, ready to unlock the mysteries of space, to free the Earth from the miseries of disease, and to harness the energies, industries, and technologies of tomorrow. New national pride will stir our souls, lift our sights, and heal our divisions.

It’s time to remember that old wisdom our soldiers will never forget, that whether we are black, or brown, or white, we all bleed the same red blood of patriots. 

We all enjoy the same glorious freedoms, and we all salute the same great American flag.

And whether a child is born in the urban sprawl of Detroit or the windswept plains of Nebraska, they look up at the same night sky, they fill their heart with the same dreams, and they are infused with the breath of life by the same almighty creator. 

So to all Americans, in every city near and far, small and large, from mountain to mountain, from ocean to ocean, hear these words. You will never be ignored again.

Your voice, your hopes, and your dreams will define our American destiny, and your courage and goodness and love will forever guide us along the way.

Together, we will make America strong again. We will make America wealthy again. We will make America proud again. 

We will make America safe again, And yes, together we will make America great again. 

Thank you. God bless you. And God bless America.

Thank you.