Bisoziation

Kreativitätstechniken
Coaching - Karsten Noack Coaching & Training Berlin

Die Kreatitivtechnik der Bisoziation geht auf den Kulturphilosophen Arthur Koestler zurück. Hierbei geht es darum, vermeintlich unterschiedliche Bereiche zu verknüpfen, um so gewohnte Denkpfade zu verlassen. Arthur Koestler beschrieb mit diesem Kunstwort die Fähigkeit, in verschiedenen Bezugsrahmen zu denken. Gemeint sind damit solche Zusammenhänge, auf denen beispielsweise auch Witze beruhen oder die in spontanen Einsichten zum Tragen kommen.

Ein bekanntes Beispiel für Bisoziation ist die Bionik, also die Übertragung von Naturphänomenen auf die Technik wie es etwa bei der Entwicklung des Sonars – inspiriert durch Delfine – oder des Klettverschlusses – inspiriert durch Kletten – geschehen ist.

Die Grundidee der Bisoziation ist, ein Problem mit einem entfernten Bereich zusammenzubringen, da es durch die Beschäftigung mit einem unbelasteten Thema leichter ist, sich vom Problem zu entfernen, freier zu denken und sich inspirieren zu lassen. Als Kreativitätstechnik macht sich die Bisoziation den Umstand zunutze, dass man im Rahmen dieses Doppel-Denkens eine Situation oder ein Problem vor dem Hintergrund zweier voneinander unabhängiger Bezugsrahmen gleichzeitig wahrnimmt und so gewissermaßen gezwungen ist, die eingefahrenen Denkgleise zu verlassen. Anschließend erfolgt dann wieder eine Annäherung an das Problem mit neuen Ideen.

Um Bisoziation hervorzurufen, werden bildhafte Vergleiche genutzt. Dabei wird Dingen eine bestimmte Eigenschaft zugeordnet. Auf diese Weise können neue Perspektiven gewonnen werden, denn eine bildhafte Sprache macht es leichter, die innere Vorstellungswelt anzuregen. Der Vorbereitungsaufwand für Bisoziation ist gering.

 

 

 

Anwendungsgebiete

 

Bisoziation eignet sich insbesondere für:

  • technische Probleme
  • die Optimierung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen
  • gut strukturierte, konkrete Probleme
  • Kunst

 

 

 

Voraussetzungen

 

Für eine effektive Bisoziations-Sitzung benötigen Sie:

  • Zeit
  • fachliche Kompetenz
  • Bildmaterial, das eine entfernte Denkdimension repräsentiert
  • die Bereitschaft der Teilnehmer, sich auf den Prozess der Bisoziation einzulassen – also sich auch unkonventionellen Gedanken zu öffnen

 

 

 

 

Ablauf der Bisoziation

 

Die Bisoziation kann grundsätzlich frei gestaltet werden, solange die Teilnehmer zur Verknüpfung zweier grundverschiedener Bereiche bereit sind.

 

Dabei kann wie folgt vorgegangen werden:

  • Vor dem eigentlichen Start ist ein geeigneter Rahmen für den schöpferischen Prozess zu schaffen.
  • Das Problem beziehungsweise die Zielsetzung wird als eindeutige Fragestellung formuliert.
  • Dann werden Bilder, Fotos, Zeitungsausschnitte etc. gezeigt, die von der Problemstellung inhaltlich möglichst weit entfernt sind.
  • Aus diesem Fundus wird ein Exemplar ausgewählt, das dann so präsentiert wird, dass es alle Teilnehmer genau betrachten können.
  • Nun assoziieren die Teilnehmer schlagwortartig und frei alle ihre Eindrücke zu diesem Bild. Alle hier genannten Gedanken werden vom Moderator auf Karten notiert, die dann an eine Pinnwand gehängt werden. Jeder Eindruck ist es wert, festgehalten zu werden.
  • Erst nach dieser Assoziationsrunde rückt die Ausgangsfrage wieder in den Vordergrund. Die Teilnehmer werden nun aufgefordert, Lösungsvorschläge zu entwickeln, indem sie versuchen, das Ausgangsproblem mit den zu dem Bild assoziierten Eindrücken in Verbindung zu bringen. Gerade durch die Unvereinbarkeit der unterschiedlichen Bezugsrahmen von Ausgangsfrage und Bildeindrücken entstehen hier sehr kreative und unkonventionelle Vorstellungen, die ebenfalls festgehalten werden.
  • Abschließend werden die gefundenen Ideen präsentiert und im Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit diskutiert und bewertet. Im Erfolgsfall liegt nun mindestens eine Lösung für das Ausgangsproblem vor.