Kreativitätstechnik: Sechs Hüte für 6 Perspektiven

Kreativitätstechnik mit Perpektivwechsel
Kreativitätstechnik: Sechs Hüte für 6 Perspektiven

Ich bin ein guter Schwamm, denn ich sauge Ideen auf und mache sie dann nutzbar. Die meisten meiner Ideen gehörten ursprünglich anderen Leuten, die sich nicht die Mühe gemacht haben, sie weiterzuentwickeln.

 

Thomas A. Edison

 

 

Bei dieser von Edward de Bono entwickelten Kreativitätstechnik wird ein Problem von verschiedenen Seiten angegangen, indem zusätzliche Perspektiven gewonnen werden. Sechs Hüte symbolisieren dabei je eine Perspektive der Problembewältigung und bieten je eine andere Sichtweise. Dadurch lernen wir verschiedene Standpunkte kennen.

 

 

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung

 

In Gruppen werden die Rollen beziehungsweise Hüte aufgeteilt. Um leichter in die jeweilige Rolle zu gelangen, können tatsächlich Hüte oder andere Hilfsmittel wie Platzmarkierungen verwendet werden. Einzelpersonen können die Hüte der Reihe nach aufsetzen und sich so auf die jeweilige Perspektive einstimmen.

Sobald sich die Teilnehmer mit den Rollen vertraut gemacht haben, geht es ans Werk:

  1. Festlegen der Startperspektive
  2. Beschäftigung der Teilnehmer mit dem Thema unter Berücksichtigung der aktuell bestimmten Perspektive.
    Die Teilnehmer dokumentieren ihre selbst Gedanken oder jemand führt ein Protokoll. Dafür kann sehr gut ein Mind Map verwest werden Die Aufzeichnungen werden nach einer bestimmten Bearbeitungszeit vom Moderator eingesammelt.
  3. Wechsel der Perspektive für alle Teilnehmer entsprechend der vorher festgelegten Reihenfolge
  4. Mehrfache Wiederholung der Schritte 2 und 3 solange neue Ideen und Gedanken auftauchen, mindestens jedoch so oft, dass alle sechs Perspektiven durchgearbeitet wurden.
  5. Diskussion und Bewertung der entstandenen Ideen, Schlussfolgerungen und Gedanken.

 

 

Kreativitätstechniken: 6 Perspektiven

6 Perspektiven

 

 

Der weiße Hut

 

Der weiße Hut steht für analytisches Denken, Objektivität und Neutralität. Wer ihn aufsetzt, sammelt Zahlen, Daten, Fakten, jedoch ohne diese zu bewerten. Es zählen nur die reinen Informationen. Persönliche Meinungen bleiben draußen.

 

 

Der rote Hut

 

Der rote Hut steht für persönliches Empfinden, für Subjektivität. Hier ist Raum für die persönliche Meinung. Alle Gefühle, die positiven und die negativen, sind zugelassen und dürfen auch diffus ausfallen.

 

 

Der schwarze Hut

 

Der schwarze Hut steht für alle sachlich-rationalen Argumente, die Zweifel, Bedenken oder Risiken ausdrücken. Es geht hier allerdings nicht um Gefühle, sondern nur um sachlich begründbare Argumente.

 

 

Der gelbe Hut

 

Der gelbe Hut steht für die objektiven positiven Argumente. Hier werden Chancen und Vorteile aufgezeigt, die für eine Idee sprechen.

 

 

Der grüne Hut

 

Der grüne Hut steht für neue Ideen, Kreativität und Alternativen über das Bestehende hinaus.
Provokationen und Widerspruch sind zugelassen, was zu neuen Ideen führt, egal wie verrückt oder unwahrscheinlich diese erscheinen. Kritische Bemerkungen sind hier nicht erlaubt.

 

 

Der blaue Hut

 

Der blaue Hut steht für Kontrolle, Organisation, den Überblick. Er nimmt sozusagen eine Metaposition ein. Er behält die Übersicht und führt die einzelnen Positionen zusammen.

 

 

 

Anwendungsbereiche der 6 Perspektiven

 

Die Kreativitätstechnik der 6 Perspektiven eignet sich in folgenden Situationen:

  • Komplexe Problemstellungen
  • Entscheidungsfindung
  • Bewertung und Verbesserung von Ideen aus verschiedenen Blickwinkeln
  • Redevorbereitung und Besprechungsvorbereitung
    Sehr gut geeignet bei heiklem Themen, wenn es darum geht zu überzeugen.
  • Bei offenen oder unterdrückten Spannungen unter den Teilnehmern

 

 

 

Fazit

 

Eine sehr empfehlenswerte Kreativitätstechnik, die sich auch für Einzelpersonen sehr gut eignet, insbesondere in Kombination mit Mind Maps.