Manuskript

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...
Manuskript

Manuskript

 

Eine vollständige oder stichpunktartige Ausarbeitung einer Rede oder einer Präsentation wird als Manuskript beziehungsweise Redemanuskript bezeichnet.

 

 

 

 

Wozu ein Manuskript?

 

Ein Manuskript hat mehrere Funktionen:

 

  • Redeentwicklung
    Die schriftliche Erarbeitung einer Rede. Wobei es etwas Übung erfordert auf eine Weise zu schreiben, die für das Zuhören geeignete ist. Die schriftliche und mündliche Sprache ist nun mal nicht vollkommen identisch. Es gibt allerdings einen Trend, der in Richtung mündliche Sprache auch bei guten Texten geht.
  • Weiterentwicklung und Lernen
    Mit Hilfe eines Manuskripts kann in schriftlicher Form besser an der Rede gefeilt werden.
  • Vertrautmachen
    Mittels weiterentwickelten Redemanuskript gelingt es vielen Menschen leichter sich mit der Rede vertraut zu machen.
  • Nur für den Notfall
    Draufschauen, wenn der Faden droht verlorenzugehen.

 

 

 

 

11 Tipps für das Redemanuskript

 

 

1. Ziel formulieren und im Auge behalten

 

Sie wissen, weshalb Sie reden wollen? Schön, schreiben Sie es trotzdem auf. André Maurois: „Das Schwierige am Diskutieren ist nicht den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen.“ Welche Botschaft sollen die Zuhörer am Ende mit nach Hause nehmen?

 

 

 

2. Die Redeform wählen

 

Wollen Sie unterhalten, informieren, würdigen, motivieren oder überzeugen? Wählen Sie schon bei der Vorbereitung, welche Redeform von Ihnen erwartet wird. Es macht einen ziemlichen Unterschied, ob Sie eine glühende Rede halten oder ob Sie in einem Referat Wissen vermitteln wollen. Weit verbreitete Redeformen sind:

 

a.) Unterhaltsame Reden

 

Unterhaltsame Reden haben einen auflockernden Charakter, sind beschwingt und locker. Darum geht es in der Regel bei den folgenden Redegelegenheiten:

  • Begrüßungsrede
  • Büttenrede
  • Dankrede
  • Festrede
  • Taufrede
  • Tischrede
  • Weihnachtsrede

 

Sorgen Sie für einen Spannungsbogen in Ihrer Rede, und bereichern Sie selbst trockene Themen mit Erlebnissen und Beispielen aus der Praxis.

 

 

b.) Informative Reden

 

Informative Reden dienen dazu, das Publikum auf einen bestimmten Wissensstand in einem Themengebiet zu bringen.

 

Beispiele:

  • Faktenvortrag
  • Haushaltsrede
  • Jahreshauptversammlung
  • Pressekonferenz
  • Referat
  • Wissenschaftsvortrag
  • Zwischenbilanz

 

Ein guter Stil ist bei informativen Reden sachlich-argumentativ. Etwas Humor ist erlaubt!

 

 

c.) Würdigende Reden

 

Bestimmte Personen sollen durch Würdigungen hervorgehoben und gewürdigt werden.
Beispiele:

  • Abschiedsrede
  • Dankesrede
  • Ehrungsrede
  • Eröffnungsrede
  • Geburtstagsrede
  • Hochzeitsrede
  • Jubiläumsrede
  • Laudatio
  • Trauerrede

 

Um solche Reden zu würzen, können Sie Anekdoten und persönliche Begebenheiten mit der oder dem zu Ehrenden einstreuen.

 

 

d.). Motivierende Reden

 

Motivierende Reden sollen das Publikum für zukünftige Verhaltensweisen begeistern.

 

Beispiele:

  • Antrittsrede
  • Beförderungsrede
  • Gedenktagrede
  • Konfirmationsrede
  • Motivationsrede
  • Neujahrsrede
  • Spendenrede

 

 

e.) Überzeugende Reden

 

Überzeugungsreden sollen das Publikum in eine bestimmte Denkrichtung bewegen.

 

Beispiele:

  • Elevator Pitch
  • Produktpräsentation
  • Selbstvortellung
  • Wahlkampfrede

 

Beispiele sind meist sehr hilfreich, um solche Reden aufzulockern. Mit Humor sollte vorsichtig umgegangen werden.

 

 

 

2. Überblick und Informationssammlung

 

Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain) Also erst einmal den Überblick sichern. Ich verwende dazu Mind Maps. Dorthin gelangen auch die Stichworte, die ich durch Recherche sammle.

 

 

 

4. Struktur

 

Wählen Sie eine geeignete Struktur. Eine Reihe von Redestrukturen finden Sie hier.

 

 

 

5. Zeit zum Reifen

 

Kreativpausen, darüber schlafen, … Rotstift. Konrad Adenauer: „Im Moment weiß ich nur, was ich denke. Ob ich das, was ich denke, auch sagen will, das weiß ich noch nicht.“ Mit etwas Abstand ist es leichter den Wald vor lauter Bäumen zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen.

 

 

 

6. Was nicht hilft, stört!

 

Charles de Montesquieu warnte; „Wo es den Rednern an Tiefe fehlt, gehen sie in die Breite.“ Was nicht nachweislich dem Ziel dient, das ja wie Empfehlung Nr. 1 sagt, schriftlich im Blickfeld präsent ist, fliegt raus. Das fällt dem Erzeuger nicht immer so leicht, zugegeben. Da hilft dann der vorhergehende Tipp; Zeit für die Reifung vorzusehen.

 

 

 

7. Publikumsorientierung

 

Für das Publikum relevante Sprache, Argumente und Sprache zu nutzen fällt leichter, wenn Sie sich in deren Perspektive begeben. Dabei helfen auch Kreativitätstechniken, wie das Disney Modell und 6 Perspektiven.

 

 

 

8. Verständlichkeit

 

Machen Sie es einfach zuzuhören und die Botschaft zu verstehen. Redesätze sind kurze Sätze. Weder unnötiges Fachvokabular noch Floskeln erfreuen das Publikum.

 

 

 

9. Lebendigkeit: Schreiben fürs Reden

 

Schriftsprache neigt zu Staubbildung. Nicht zwangsläufig, doch sehr gerne. Machen Sie es lebendiger, verwenden Sie Verben und sinnliche Sprache. Man muss denken wie die wenigsten und reden wie die meisten. (Arthur Schopenhauer)

 

 

 

10. Qualität statt Floskeln

 

Wenn ich acht Stunden Zeit hätte, um einen Baum zu fällen, würde ich sechs Stunden damit verbringen, meine Axt zu schleifen, meinte Abraham Lincoln. Vorbereitung zahlt sich aus. Bei aller Freude am Wildwuchs in der Natur, bei einer Rede gilt; was nichts beiträgt schadet. Also raus mit allem Ballast. Und Floskeln dürfen gar nicht erst hinein.

 

 

 

11. Schritt für Schritt

 

Arthur Schopenhauer hat wohl ähnliche Erfahrungen wie viele Zuhörer von Reden: „Wenige schreiben, wie ein Architekt baut, der zuvor seinen Plan entworfen und bis ins Einzelne durchdacht hat, vielmehr die meisten nur so, wie man Domino spielt.“

Systematisches Erarbeiten der Rede Schritt für Schritt dient auch der Qualität. Es gibt einige Empfehlungen zu den Entwicklungsschritten. Doch jeder Redenschreiber hat seinen eigenen Arbeitsablauf mit bewährten Ritualen.

Artikel

 

Glossar

 

Im Glossar finden Sie Informationen zu gängigen und nicht so gängigen Begriffen rund um die strategische Rhetorik und Kommunikation. Rhetorik, Marketing und Psychologie ergänzen sich. Wo Glossar und Artikel aufhören, fängt die Arbeit mit mir an. Ich sorge dafür, dass Sie sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren.

 

Wenn Sie trotz Suche zu einem interessanten Begriff nicht fündig werden, senden Sie mir doch eine Nachricht.

Was nicht auf einer einzigen Manuskriptseite zusammengefasst werden kann, ist weder durchdacht noch entscheidungsreif. Dwight D. Eisenhower