Markenzeichen: Melone, Pappnase oder Bart?

Authentisches Selbstmarketing, damit Sie wiedererkannt werden
Markenzeichen: Melone, Pappnase oder Bart?

Da war doch was

 

 

Markenzeichen

So manche Erinnerung an ein Zusammentreffen hat die Halbwertzeit exotischer Atomteilchen. Von wegen bleibender Eindruck! Aus den Augen, aus dem Sinn. Gerade kennengelernt und schon wieder in Vergessenheit geraten. Es ist nicht böse gemeint. Wie sollen wir uns auch die vielen Gesichter einprägen, denen wir tagtäglich begegnen? Und was es auch nicht besser macht? Wenn wir nicht Acht geben, geraten wir selbst auch schneller als uns lieb ist in Vergessenheit.

Machen Sie es leichter Sie wiederzuerkennen. Legen Sie sich ein möglichst einzigartiges Markenzeichen zu.

Was wäre Paris ohne Eiffelturm, New York ohne Hochhäuser und das ZDF ohne Mainzelmännchen? Charly Chaplin’s schmaler Oberlippenbart, die Melone und der Gehstock, Churchill’s Zigarre, Joseph Beuys und sein Hut, ein Berliner Bürgermeister und sein roter Schall sowie viele weitere Beispiele zeigen, was geht.

Wiedererkennungswert

 

Solche Markenzeichen erhöhen die Wiedererkennung. Sie bleiben im Gedächtnis, wenn sie einprägsam genug sind. Viele bekannte Persönlichkeiten werden mit ihren Markenzeichen in Verbindung gebracht. Und auch wenn Sie nicht im Showbusiness sind, ein gewisser Wiedererkennungsstatus ist recht hilfreich. Es brauchen keine Äußerlichkeiten zu sein. Auch bestimmte Verhaltensweisen und Formulierungen können die Wiedererkennung erleichtern, so wie Bonds Spruch „Bond, James Bond!“, bitte „geschüttelt, nicht gerührt!“.

Es empfiehlt sich dabei allerdings die Kirche im Dorf zu lassen. Nicht jeder, der sich einen exzentrischen Bart wachsen lässt, stets rote Schuhe trägt oder auf absurde Art und Weise redet, wird sich damit einen Gefallen tun. Wobei sich auch unfreiwillige Markenzeichen entwickeln können. Bundeskanzlerin Angela Merkel könnte davon ein Lied singen.

 

Neuland

Angela Merkels Markenzeichen die Merkel-Raute

Angela Merkels eigenartige Handhaltung, die okkulte Merkel-Raute (Merkel-Dach oder Raute der Macht), wurde erst zum Running Gag und dann zu ihrem Markenzeichen. Ist sie mal nicht zu sehen, wird sie vermisst und die Weltverschwörungstheoretiker spekulieren. Mittlerweile gibt es sogar ein Emotikon dafür, was für jemanden, der das Internet für Neuland hält, ein beachtlicher Sprung sein dürfte. Weniger schmeichelhaft ist, das es auch für die Stimmung resigniert steht.

Es lohnt sich ruhig etwas gründlicher nachzudenken

 

Wie so oft gilt; wer sich vorher ein paar schlaue Gedanken macht, hat es hinterher einfacher. So ist bei der Wahl eines Markenzeichens auch die absehbare Haltbarkeit zu beachten. Vieles ist Trends unterworfen, die schneller wieder verebbt sein können, als der Bart die angestrebte Länge erreicht hat. Und auch wallende Haarpracht lässt sich nicht ohne Abstriche bis ins hohe Alter garantieren. Die Zahnlücke sieht bei einem jungen Mädchen meist niedlicher aus als bei einer gestandenen Frau. Und die Turnschuhe zum Anzug bewundert heute keiner mehr als mutig. Gerade Provokationen nutzen sich schnell ab. Mit Rollschuhen zu jedem Termin? Das mag in den 1980ern noch lustig gewesen sein. Heute heißt es strategisch und kreativ zu denken.

 

 

 

Geht’s noch?

 

Es muss auch nicht immer die Optik sein, auch einprägsame Floskeln und exzentrisches Verhalten sind im Gebrauch. Wobei deren Einsatzbereiche relativ eingegrenzt sein dürften.

Es lässt sich leicht über das Ziel hinausschießen. Manche Markenzeichen dienen zwar der Wiedererkennung, lassen jedoch allzu kreative Zeitgenossen auch als kaum noch ernstzunehmen dastehen. Während grelle Hawaiihemden﹣die dem Publikum Augenschmerzen verursachen ﹣ für einen Unterhaltungskünstler im Boulevardprogramm funktionieren können, dürfte das in den meisten anderen Branchen eher ein Eigentor sein. Wie so oft ist das Geschmackssache! Es kommt auch darauf an, wer die Zielgruppe ist.

Zum Glück ist es bei etwas Ideenreichtum nicht zwangsweise erforderlich, den Ruf eines bunten Hundes zu erwerben. Schließlich darf es zur eigenen Persönlichkeit passen, ohne das der Blick in den Spiegel die Nackenhaare anhebt. Auch darf es gerne etwas damit zu tun haben wofür jemand steht, sonst lenkt es von der beabsichtigten Botschaft ab.

 

 

 

Und selbst?

 

Und, was für ein persönliches Markenzeichen haben Sie? Wie sorgen Sie dafür so wiedererkannt zu werden, wie es Ihrem Selbstmarketing entspricht?