Lügen in Interviews ist keine gute Idee

Medienkompetenz, Entscheidungen und Körpersprache
Sich und Ihr Angebot überzeugend präsentieren, auch in den Medien

Lügen in Interviews ist keine gute Idee

 

Lügen ist schon sonst keine schöne Sache, doch während eines Interviews multiplizieren sich die Folgen, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Und Lügen haben ja bekanntlich kurze Beine. Wenn Sie das in der Öffentlichkeit tun, fühlen sich selbst verschwiegene Zeitgenossen gezwungen für die Wahrheit einzutreten.

 

Eine Lüge ist wie ein Schneeball. Je länger man ihn rollen lässt, desto größer wird er.

Martin Luther

 

Warum auch lügen? Ohne Not zu lügen macht wenig Sinn und bei der Krisenkommunikation stellt Lügen ohnehin die denkbar schlechteste Reaktion dar. Der ohnehin schon erfolgte Schaden wird dadurch nicht nur vergrößert, sondern auch für lange Zeit in Stein gemeißelt bzw. digital vervielfältigt.

Leute wie Dr. Cal Lightman und auch ich, werden regelmäßig gebeten Auftritte in den Medien daraufhin zu analysieren, wie glaubhaft die Aussagen sind. Gerade die Körpersprache gibt hierzu oft mehr preis als es dem Interviewten Recht ist. Wenn das Gesicht nicht zur Stimme passt, die Stimme nicht zum Inhalt oder der Inhalt nicht zu den Gesten, dann stimmt etwas nicht. Es ist nicht eine Sache, es gilt auf alles achten. Das Gesicht hat zwar nur 43 Muskeln, kann aber mehr als 10.000 Gesichtsausdrücke erzeugen und die können gedeutet werden. Und wie sich zeigt, sind die darauf basierenden Einschätzungen durchaus brauchbar. Manchmal dauert es zwar etwas mit der Bestätigung, doch irgendwann kommt die Wahrheit ja schließlich heraus.

Allerdings ist es auch nicht erforderlich das Kind mit dem Bade auszuschütten und sich ohne Grund vollkommen zu entkleiden. Selbst bei aggressiven Fragen ist es empfehlenswerter den Hinweisen im Artikel „Kein Kommentar!“ zu folgen, als Dinge zu sagen, die Sie eigentlich nicht sagen wollen.