Das ist doch nur Populismus oder ist das wichtig?

Ist Populismus nun gut, schlecht oder etwas anderes?
Das ist doch nur Populismus oder ist das wichtig?

Das ist doch nur Populismus oder ist das wichtig?

 

Dem Publikum aus der Seele zu sprechen lernen Redner ganz am Anfang. Doch als Populist will kaum jemand bezeichnet werden. Wieso?

 

 

 

Was ist eigentlich populistisch?

 

Manche Forderungen, die als populistisch bezeichnet werden, sind bei genauerer Betrachtung vor allem eines; zu offensichtlich berechnend und auf Beifall bedacht.

Ein genauerer Blick auf den Begriff: Populismus ist eine Form des Opportunismus, bei der eine Person wie ein Politiker oder eine Gruppe wie eine Partei, einer breiten Bevölkerungsgruppe das verspricht, was diese vermutlich hören will. So wird angestrebt deren Interessen zu vertreten. Das ist etwas, das in einer Staatsform wie unserer Demokratie ja durchaus gewollt ist. Das klingt auf jeden Fall erst einmal wünschenswerter als eine ideologische Politik, die nur ihre eigene Weltanschauung gelten lässt. Abraham Lincoln definierte Demokratie als Regierung des Volkes, für das Volk und durch das Volk.

 

 

 

Ist Populismus nun gut oder schlecht?

 

Wenn Populismus bedeutet den Wählern zuzuhören und sich für deren Interessen einzusetzen, wieso hat der Begriff dann so einen üblen Beigeschmack? Die gewählte Kanzlerin Angela Merkel steht im Ruf ihre Entscheidungen wesentlich an regelmäßigen Umfragen neu auszurichten, selbst wenn es als Kehrtwende wahrgenommen wird. Ist das nun gut oder schlecht?

Spätestens, wenn der Eindruck aufkommt, es handle sich um ein Mittel zum Zweck oder es diene nur den eigenen Interessen, wird es bitter. Viele Wähler wünschen sich von authentischen Persönlichkeiten vertreten zu werden. Doch gerade der Eindruck ist ohnehin in breiten Schichten nur noch selten zu finden.

Ja, falsche Versprechungen zu machen, hilft dabei Wahlen zu gewinnen. Heute treibt nur noch selten Begeisterung die Wähler an die Urnen, sondern Frust. Frustrierte Menschen können, wie durch den Rattenfänger aus Hammeln, eingesammelt und instrumentalisiert werden. Was schützt, sind aufgeklärte Menschen, die sich nicht so leicht etwas vormachen lassen und mitgestalten.

 

 

 

Missbrauch des Begriffs Populismus als Schmähwort

 

Mitunter klingt der Hinweis, es handle sich bei einer Aussage doch nur um Populismus, wie eine Killerphrase. So, als würde es nur darum gehen, eine Diskussion auf diese Weise im Keim zu unterdrücken. Tabu! Aussetzen!

Häufig wird der Populismus-Vorwurf als Manipulationsversuch eingesetzt. Es erfordert eine breite Aufmerksamkeit der Beobachter, damit solche Versuche nicht gelingen. Laut Definition entspricht Populismus (abgeleitet vom lateinischen populus für Volk) dem, was viele Menschen bewegt. Respektvolle Meinungsäußerungen, die im Einklang mit anerkannten Werten stehen, sind im allgemeinen Interesse. Und das selbst, wenn einem die Aussagen nicht schmecken. Demokratie lebt von einer lebendigen Diskussionskultur. Bei Verdacht von Worthülsen lässt sich ja konsequent nachfragen. Populismus, links, rechts? Mancher Blödsinn ist einfach nur Blödsinn! Doch die dahinter stehenden Bedürfnisse dürfen nicht ignoriert werden.

 

 

 

P.S.

 

Hatte Walter Scheel recht, als er meinte; „Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen.“?

Wie stehen Sie zum Begriff Populismus? Alles nur eine Frage der Definition? Welche Aspekte sind positiv und welche negativ?

Populisten sind jene Menschen, die einen Spaten Spaten und eine Katze Katze nennen. William Shakespeare