Sophistische Dialektik

Glossar zu Rhetorik, Präsentation, Kommunikation,...
Sophistische Dialektik

Sophistische Dialektik

 

Die sogenannten Sophisten pflegten (laut Platon) eine Form der Dialektik, die schon in der Antike als unmoralisch galt. Ihr Ziel war es, der eigenen Sache um jeden Preis zum Sieg zu verhelfen, koste es, was es wolle. Notfalls wurde dafür auch auf bedenkliche dialektische Kunstgriffe zurückgegriffen wie beispielsweise Wortverdrehung, Scheinbeweise, übertriebene Spitzfindigkeit und Haarspalterei. Sophistische Dialektik geht davon aus, der Zweck heilige die Mittel.

 

 

 

Relevanz

 

Wer nicht nur am kurzfristigen Erfolg im Sinne eines Pyrrhussiegs interessiert ist, macht selbst besser keinen Gebrauch von solch bedenklichen Tricks aus der untersten Schublade. Die damit verbundene Geisteshaltung disqualifiziert die Nutzer. Doch da es jene gibt, die ohne Rücksicht auf Verluste ans Werk gehen, und es sind nicht gerade wenige, lohnt es sich den Umgang mit unfairen dialektischen Tricks zu trainieren. Es wird wohl immer wieder Zeitgenossen geben, die auf rücksichtslose Weise unverdiente Vorteile erringen wollen. Der Wind ist in vielen Bereichen rauer geworden.

 

 

 

Wer schreibt, der bleibt

 

Zur Ehrenrettung der Sophisten: Platon schrieb rund vierhundert Jahre vor unserer Zeitrechnung eine Menge über Sokrates. In fiktiven Dialogen lernt der Leser Sokrates als vernünftigen Sprecher kennen. Und weil der Sokrates selbst nicht für die Überlieferung seiner Philosophie sorgte, jubelte uns Platon auf diese Weise seine eigene Einstellung unter. Alle vernünftigen Gedanken nahm er so in Beschlag und alle abzulehnenden schrieb er den Widersachern zu, den Sophisten. Die seien nicht an guter Argumentation und Wahrheitsfindung interessiert, sondern nur daran einem die Worte im Munde umzudrehen. Ihnen ginge es nicht darum zu überzeugen, sondern zu überreden. Auch empörte er sich darüber, dass diese Gelder für ihre Dienste nahmen. So hatte er wesentlichen Anteil daran, dass der Begriff Sophist und die Sophistische Dialektik so einen schlechten Ruf haben. Auf diese Weise errichtete er Sokrates ein Denkmal und wurde dadurch auch gleich selbst berühmt. Nicht die schlechteste Strategie, wenn das beabsichtigt ist. Wie so oft gilt, wer schreibt, der bleibt!

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Der Zweck heiligt die Mittel!

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Das können Sie nicht verstehen, denn Sie haben Kant nicht gelesen. Sophistische Rhetorik