Hoch lebe das Flipchart: 46 Tipps zur erfolgreichen Nutzung

Sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren
Hoch lebe das Flipchart: 40 Tipps zur erfolgreichen Nutzung

Von wegen altmodisch: Hoch lebe das Flipchart

 

Das Bombardement mit elektronischen Präsentationsfolien hinterlässt Spuren beim Publikum. Nach ausgiebigen PowerPoint-Präsentationen ist es dankbar für etwas Abwechslung. Mein favorisiertes Medium ist dann das Flipchart. Es wird als Balsam für die Augen und die Seele erlebt. Ob als Alternative oder Ergänzung zu Powerpoint & Co.; Flipcharts machen die Aufnahme von Informationen leichter, besonders dann, wenn sie schrittweise entwickelt werden und das Publikum so daran teilnimmt. Das steht im Kontrast zu vorgefertigten und starren Bildschirmfolien, selbst wenn sie als XXL-Beamerpräsentation daherkommen. Gerade das verlockt dann manchen Redner ja auch dazu, sie mit noch mehr Informationen zu überfrachten.

Zugegeben; jedes Medium hat seine Eigenarten, die je nach Situation Stärken oder auch Schwächen sind. Doch der Einsatzbereich, in denen Flipcharts sehr wirksam sein können, ist groß. Es lohnt sich mit diesem Werkzeug vertraut zu sein. Nix oldschool, da staubt nichts!

 

 

 

Flipchart?

 

Sollte ich im digitalen Zeitalter doch noch erwähnen, wovon ich da schreibe? Sicherheitshalber:

Ein Flipchart besteht aus einem Ständer, auf dem große Papierbögen aufgehängt sind. Die Texte und Darstellungen auf den Bögen können entweder vorbereitet sein oder während der Präsentation entwickelt werden. Ist ein Blatt bearbeitet worden, kann es einfach umgeklappt werden. Blätter, die während der gesamten Präsentation sichtbar sein sollen wie beispielsweise die Gliederung der Präsentation, können einzeln an einer Wand befestigt werden. Flipcharts sind für ein kleineres Publikum oder es wird entsprechende zusätzliche Technik benötigt, da sie sonst in den hinteren Reihen nicht erkannt werden. Alles klar? Und weshalb lege ich Ihnen dieses Medium so warm ans Herz?

 

 

 

Vorteile des Flipcharts

 

 

1. Persönliches Werkzeug

 

Gerade bei kreativen Prozessen ist es ein ideales Werkzeug, um Ideen zu sammeln. Das Gerüst kann vorbereitet werden und den Rahmen vorgeben. Durch die schrittweise Sammlung und Bearbeitung von Ideen auf dem Flipchart werden Teilnehmer dann in die Entstehung einbezogen. Das fördert deren Aufmerksamkeit und Beziehung zum Ergebnis.

 

 

2. Flexibität

 

Bis Rechner und Beamer funktionieren dauert es mitunter, auch ohne technische Ausfälle. Murphys Gesetzt lässt grüßen. Und wenn der Umgang mit fremder Technik nicht vertraut ist, kostet das Aufmerksamkeit. Flipcharts nehmen schnell Ideen auf, selbst solche, die der Redner vorher noch nicht im Auge hatte. Flipcharts geben Rednern und Publikum Orientierung. Während einer Präsentation kann es jederzeit darauf Bezug genommen werden. Und das selbst noch, wenn mal die Sicherung herausfliegt.

 

 

3. Abwechslung

 

Alternativ oder ergänzend zu einer Präsentation mit Beamer können Inhalte auf einem Flipchart gesammelt werden. Der Wechsel von Medien ermöglicht die Aufmerksamkeit der Teilnehmer zu lenken.

 

 

4. Schwarz auf Weiß

 

Die Flipcharts können anschließend im Raum aufgehängt werden und sind so weiterhin sichtbar. Dadurch prägen sich die Informationen besser ein und es zeigt, dass etwas erarbeitet wurde. PowerPoint-Seiten sind häufig sehr schnell wieder aus den Augen und somit aus dem Sinn. Flipcharts erhöhen den Erinnerungswert.

 

 

5. Günstig

 

Es ist jeden Cent wert: So ein Flipchart – selbst ein gutes – sprengt kein Budget. Auch ist keine Software erforderlich, um beispielsweise Mind Maps zu erzeugen.

 

 

6. Zuverlässig

 

Während zeitgenössische Elektronik gerne im ungünstigsten Augenblick nach einem Update verlangt und auf dem Höhepunkt der Präsentation ausfällt, braucht so ein Flipchart kaum Vorbereitung und Pflege.

 

 

7. Glaubwürdigkeit

 

Wer live am Flipchart Gedanken entwickelt wird als glaubwürdiger angesehen, als jemand der eine vorbereitete Beamerprojektion wiedergibt. Der kompetente Verwender von Flipcharts versteht sein Handwerk und ist dabei deutlich authentischer.

46 Tipps für den erfolgreichen Einsatz von Flipcharts

 

 

1. Standfestigkeit

 

Für die zufriedenheitsfördernde Auswahl eines Flipcharts ist unbedingt auf dessen Stehvermögen zu achten. Die billigeren Flipcharts haben meist nur drei Beine und neigen zum gewagten Spagat auf offener Bühne. Da wird die Nutzung zur Wackelpartie und die ungünstige Sicherheitslage bedroht Redner und Publikum. Einige gute Flipcharts haben sogar Rollen und erweitern die Flexibilität.

 

 

2. Papierbefestigung

 

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht: Die Blätter sollten so befestigt sein, dass sie problemlos umgeblättert werden können. Weshalb ich diesen Punkt gleich am Anfang erwähne? Weil ich einst ein solches Exemplar hatte, dass mir noch schmerzhaft in Erinnerung geblieben ist.

 

 

2. Geeignetes Papier

 

Ob blanke, linierte oder karierte Blätter? Das ist für manch einen Verwender schon fast eine Lebensanschauung. Manche Profis meinen Hilfslinien wäre etwas für Amateure. Ich halte das für übertrieben. Nehmen Sie, womit Sie sich wohler fühlen. Wenn Sie noch nicht so viel Erfahrung mit dem Flipchart haben, ist kariertes Papier stets von Vorteil. Das Schriftbild wird gleichmäßiger und die Schriftgröße kann gut eingeschätzt werden. Sie wollen gleichzeitig etwas mehr Orientierung und auch eine schöne leere Fläche haben? Kompromiss: Dann drehen Sie den gesamten Block um, so dass die Bedruckung nur noch leicht durchschimmern. Auf diese Weise wirkt das Chart weiß und ist dennoch gut zu gestalten.

 

 

3. Papierreserve

 

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Es lohnt sich sicherheitshalber eine entsprechende Reserve an Papier vorzusehen. Auch dann, wenn der Veranstalter im Vorfeld behauptet es wäre genügend Papier vorhanden. Wie wirkt es, wenn wegen Papiermangel auf weitere Flipchartnutzung verzichtet werden muss oder nun die Rückseite herhalten soll?

 

 

4. Stifte

 

In die eigene Grundausstattung gehört stets ein großzügiger Vorrat an geeigneten Stiften in verschiedenen Farben. In fremden Konferenzräumen oder Schulungsräumen mögen zwar Stifte vorhanden sein, nur in welchem Zustand? Wenn deswegen plötzlich beim Schreiben der Stift versagt oder deren Zustand nicht den Erfordernissen entsprechen, geht das Zulasten des eigenen Ansehens. Schöne Grüße von Murphy. Nur mit sehr guten Stiften sind anspruchsvolle Visualisierungen eine Freude.

 

 

5. Höhenverstellbarkeit

 

Große, etwas kleiner und auch alle anderen auf Komfort bedachte Nutzer sollten ein Flipchart mit Höhenverstellung verwenden, damit sie sich bei der Nutzung nicht verbiegen müssen.

 

 

6. Anordnung des Flipcharts

 

Es gilt einen geeigneten Ort für das Flipchart zu finden, an dem es von allen Teilnehmern gut gesehen wird. Außerdem sollte das Flipchart nicht an der Stelle stehen, an der Sie Ihr Aufmerksamkeitszentrum etablieren wollen. Es soll Sie ja unterstützen und nicht mit Ihnen konkurrieren.

 

 

7. Knien, statt bücken

 

Auch ein schöner Rücken kann entzücken. Ja, allerdings sieht so ein Buckel weniger ansprechend aus. Deswegen gehen Sie lieber in die Knie wenn Sie im unteren Teil des Flipcharts am Werk sind.

 

 

8. Position während der Verwendung

 

Wenn Sie zur Gruppe gewandt sind, sollten Sie als Rechtshänder rechts neben dem Flipchart stehen. Dadurch verdecken Sie es nicht so sehr und können sich immer wieder zur Gruppe wenden.

 

 

9. Neuer Gedanke, neues Blatt

 

Halten Sie Ordnung und helfen Sie dem Publikum sich zu orientieren. Verwenden Sie stets für einen neuen Gedanken auch ein neues Blatt.

 

 

10. Vorstanzung des Papiers

 

Im Raum verteile ich gerne die entwickelten Flipcharts. Deswegen verwende ich Flipchart-Papier mit gut funktionierender Vorstanzung. Dadurch sind die Blätter leichter abzutrennen. Fehlt die Perforierung oder ist sie nicht gut, dann reißen die Flipchartblätter oft ein und wirken dann beschädigt. Haben Sie nur Papier ohne Vorstanzung, hilft das Anritzen mittels Pinnwand-Nadel, um das Blatt trotzdem sauber zu entfernen. Aber Achtung: Ich hatte schon Blöcke, die so tief vorgestanzt waren, dass sie während der Präsentation dem Herbst Konkurrenz machten.

 

 

11. Mehrere Flipcharts

 

Wer häufiger mit dem Flipchart arbeitet, kann zwei Flipcharts einsetzen. Das schafft Abwechslung, denn auf einem Flipchart kann eine Visualisierung weiterhin betrachtet werden, während auf dem anderen Flipchart schon wieder etwas Neues entsteht. Der Fantasie bietet sich hier ein vielfältiger Spielraum, solange es der Sache dient und nicht verwirrt.

 

 

12. Vorzeichnen

 

Machen Sie sich das Leben leichter. Malen Sie doch schon etwas vor, wenn es komplizierter ist oder besonders gut aussehen soll. Beginnen Sie so und entwickeln Sie es dann vor Publikum.

 

 

13. Aufteilung

 

Bei allem Verständnis zum Schutz des Waldes; weniger Beschriftung ist besser, als der Versuch, möglichst viel auf einem Blatt unterzubringen. Machen Sie es Ihrem Publikum leicht sich zurechtzufinden. Lassen Sie dazu oben und unten drei Felder sowie an den Seiten zwei Felder als Ränder frei. Wenn Sie nicht alles bis an den Seitenrand quetschen, wirkt das Flipchart aufgeräumter und großzügiger. Wenn Sie stets linksbündig schreiben, dann ist es am leichtesten zügig und ordentlich ans Werk zu gehen.

 

 

14. Überschrift

 

Vernunft will Ordnung, Wille schafft Ordnung. Jedes Flipchart erhält eine eigene Überschrift. Die Teilnehmer können die Inhalte dadurch besser nachvollziehen. Auf einem Blick ist ersichtlich, worum es geht.

 

 

15. Grobentwurf

 

Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der Ausführung die Kunst. (Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach) Machen Sie vorher einen Entwurf des Designs, das Sie später auf dem Flipchart Schritt für Schritt entwickeln wollen.

 

 

16. Zeichnungen vorbereiten

 

Komplexe Graphiken zeichnen Sie mit einem Bleistift auf das Flipchart vor. Dies hilft Ihnen, Zeichnungen während der Präsentation sauber ans Werk zu gehen. Gut zu wissen; die Bleistiftlinien sind schon mit etwas Abstand nicht mehr zu erkennen.

 

 

17. Gedächtnisstütze

 

Sie können das Flipchart mit Notizen versehen. Verwenden Sie auch hier einem dünnen Bleistift, den nur Sie sehen gerade so sehen können.

 

 

18. Die Augen essen mit

 

Auch bei der Flipchart-Nutzung sind Kombinationen von Text und unterstützender Graphik empfehlenswert. Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Geeignete Bilder ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, transportieren die Botschaft und bleiben länger im Gedächtnis.

 

 

19. Stichpunkte statt Textwüste

 

„Habe mehr als du zeigst, rede weniger, als du weißt.“ (William Shakespeare) Weniger ist oft besser. Überladen Sie das Flipchart nicht mit zu vielen Stichpunkten oder gar vollständigen Sätzen. Ihr Publikum soll Ihnen ja weiterhin zuhören und nicht mit Lesen beschäftigt sein. Wobei die Versuchung bei Flipcharts zumindest schon etwas geringer ist als bei Bildschirmfolien. Nutzen Sie auch hier lieber Stichworte, die Ihre Botschaft unterstützen und nicht ersetzen.

 

 

20. Illustrierte Überschriften

 

Erarbeiten Sie sich auch für Ihre Überschriften einen eigenen Stil. Rahmen sind nicht nur schön anzusehen. Sie dienen auch der besseren Orientierung und somit der Struktur. Früher sehr beliebte Wolkenumrandungen sind nun aus der Mode. Ich persönlich mag sie allerdings immer noch. So oder so gilt: Erst der Text, dann der Rahmen. Sonst müssen Sie den Text in den vorgesehenen Raum hinein quetschen.

 

 

21. Schriftgröße

 

Damit die Schrift gut zu lesen ist verwenden Sie bei einer Gruppengröße mit bis zu 30 Teilnehmern und naher Bestuhlung lieber Großbuchstaben zwischen 1,5 und 2 Linien und Kleinbuchstaben mit mindestens 1 bis maximal 1,5  Linien.

 

 

22. Groß- und Kleinschreibung

 

Für die Beschriftung von Flipcharts hat sich eine serifenlose Groß- und Kleinschreibung bewährt, die in guten Trainerausbildungen gelehrt wird. Die übertriebene Verwendung von Großbuchstaben macht selbst Überschriften schlechter lesbar und sie wirkt lautschreierisch.

 

 

23. Ober- und Unterlängen

 

Buchstaben wie f, g oder p bzw. Umlaute wie ä, ö oder ü benötigen aufgrund ihrer Darstellung etwas mehr Raum nach oben oder unten. Verkleinern Sie deswegen die Ober- und Unterlängen. Unterlängen sind die Bereiche von Buchstabens, unterhalb der Grundlinie. Oberlängen sind die Bereiche eines Buchstabens, der die Mittellinie nach oben überschreiten. Diese Bereiche sollten nicht übertrieben werden, da sonst zu viel Platz belegt wird oder die Buchstaben ineinander übergehen. Als Orientierung sollten die Ober- und Unterlängen maximal die Hälfte der Mittellänge haben.

 

 

24. Farbe

 

Gerade bei aufwendigeren Zeichnung sind Farben sehr nützlich. Verwenden Sie möglichst wenigstens drei kräftige und leuchtende Farben, um die Aufmerksamkeit zu fördern und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Bringen Sie etwas Farbe ins Spiel, aber treiben Sie es nicht zu bunt. Ich verwende für Text Schwarz und manchmal Blau, rote Stifte nur für Hervorhebungen. Für Strukturen verwende ich eine Vielzahl von Stiften.

 

 

25. Zwei Stiftarten

 

Für das Schreiben am Flipchart haben sich zwei Stiftarten bewährt. Dünnere Stifte werden für die Beschriftung von Karten, für Gruppenarbeiten und schnelles Schreiben des Moderators verwendet. Dickere Filzstifte werden für professionelles Arbeiten am Flipchart genutzt, weil dicke Stifte ein ansehnliches Schriftbild erleichtern.

 

 

26. Keilstifte

 

Verwenden Sie Keilstifte für das Schreiben am Flipchart. Breitere Keilstifte erzeugen ein schönes Schriftbild, wenn sie richtig gehalten werden. Die richtige Stifthaltung am Flipchart benötigt etwas Übung für ein einheitliches Schriftbild. Dazu gilt es den Stift mit seiner Schreibfläche vollkommen aufzusetzen und mit dieser Breitseite zu arbeiten. Keilstifte werden im Winkel von 45° gehalten. Wenn Sie darauf achten, den Stift beim Schreiben nicht zu drehen, wird das Ergebnis sofort gleichmäßiger. Die lange Stiftseite zeigt währenddessen zur Körpermitte des Nutzers. Den meisten Menschen geht eine etwas nach rechts gestellte Schrift leichter von der Hand.

 

 

27. Druckbuchstaben

 

Sie haben eine schöne Schreibschrift? Toll! Verwenden Sie trotzdem lieber Druckbuchstaben. Druckbuchstabenschrift ist besser lesbar als saubere Schreibschrift. Mit etwas Übung der Druckschrift für Flipcharts können Sie Ihr Schriftbild und die Professionalität Ihres Auftritts verbessern.

 

 

28. Änderungen

 

Entdecken Sie auf einem vorbereiteten Flipchart, in den Sie schon einigen Aufwand gesteckt haben, einen Fehler, dann überdecken Sie ihn mit einem Stück Flipchart-Papier. Im Moderatorenkoffer befindet sich in der Regel ein Klebestift, den Sie zur  Befestigung verwenden können.

 

 

29. Ideen für Visualisierungen

 

Lassen Sie sich inspirieren und sammeln Sie Ideen für Visualisierungen. Pablo Picasso: Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen. Also ran ans Werk! Sie können auch einen Blick in Visualisierungswörterbücher werfen. Ich habe ein Notizbuch, in dem ich bei Bedarf Ideen herausfische. Visualisieren Sie Ihr Thema doch mittels Mind Mapping. Visualisieren können Sie trainieren. Je häufiger Sie sich von etwas ein Bild machen, desto leichter fällt es Ihnen.

 

 

30. Symbole

 

Machen Sie es anschaulich. Einfacher ist meist besser, auch bei der Illustration. Verwenden Sie einfache Symbole, die für sich sprechen und die Aussage unterstreichen. Beliebt sind beispielsweise Smileys, Blitze, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Strichmännchen, Rahmen, Pfeile.

 

 

31. Eines nach dem anderen

 

Ordnung ist das halbe Leben. Wenn Sie aufwendige Elemente vorbereitet haben, sollten diese erst dann aufgedeckt werden, wenn Sie auch an der Reihe sind. Sonst ist das Publikum abgelenkt und es reduziert sich die Spannung. Um nicht sofort den gesamten Inhalt eines Flipcharts zu entblößen, können Sie Bereiche abdecken beispielsweise mit selbstmehrfachhaftenden Notizzetteln.

 

 

32. Den Raum nutzen

 

Entfalten Sie sich. Ran an die Wand. Vorausgesetzt die verfügbaren Wände sind dafür geeignet, dann können Sie die beschrifteten Flipcharts mit Kreppband dort befestigen. Der gesamte Raum wird dem Thema gewidmet und die Seiten wirken dann noch eine Weile über die Präsentation hinaus als Anker.

 

 

33. Flipchart als Sammelbecken

 

Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung, schrieb Antoine de Saint-Exupery. Also bieten Sie Ihre Botschaften möglichst anschaulich und abwechslungsreich an. Sie können das Flipchart wie eine Pinwand einsetzen. Das gelingt, indem Sie geeigneten, also nicht dauerhaften, Sprühkleber oder einen entsprechenden Klebestift verwenden. Oder Sie verwenden bei eisenmetalischen Flipcharts Magnete, indem Sie maximal noch einen Bogen am Flipchart lassen. Auf diese Weise können auf dem Flipchart auch klassische Moderationskarten befestigt werden.

 

 

34. Ausmalen

 

Pablo Picasso meinte; Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht, aber es gibt auch den, der mit Überlegung und Geschick aus einem gelben Fleck eine Sonne macht. Wenn Sie mit Stiften Farbe ins Spiel bringen wollen, empfehlen sich zwei Sorten von Kreide:

 

Wachsmalkreide

 

Geeignet für:

  • Hervorhebung von Überschriften
  • Markierung von Textteilen oder einzelnen Wörtern
  • Färbung von Symbolen
  • Füllung von umrahmten Bereichen
  • Hintergrund

 

 

Pastellkreide

 

Geeignet für:

  • Flächen
  • Farbverläufe mit Wischtechnik
  • Zeichenelemente
  • Großflächige farbige Hintergründe
  • Schatten setzen

 

 

35. Mobile Tischflipcharts

 

Kreativität ist nicht nur Inspiration, sondern auch Transpiration“, meinte Thomas Alva Edison. Ich vermute allerdings, er hat dabei nicht an ein metallenes Flipchart gedacht.

Es ist kein Flipchart im obersten Stock des Altbaubüros ohne Fahrstuhl vorhanden? Als Prävention zum Bandscheibenvorfall bietet sich ein leichtes Tischflipchart als tragbare Lösung an. Fragen Sie Ihren Physiotherapeuten! Oder einen der vielen Trainer, die zu lange mit der Investition in eine solche rückenfreundliche Mobillösung gewartet haben.

 

 

36. Besser eine Skizze als keine Graphik

 

Bitte … zeichne mir ein Schaf!“ Sie sind kein begnadeter Grafiker und Ihr Elefanten in einer Riesenschlange ähnelt eher einem Hut? Na und! Selbst eine Visualisierung mit deutlichem handwerklichen Entwicklungspotential ist besser als keine. Ohne Übung sieht die Schrift nun mal in der Regel nicht wie gedruckt aus. Der Einsatz eines Flipcharts ist trotzdem eine gute Idee, die Vorteile überwiegen. Und ein Strichmännchen bekommen Sie doch noch hin, oder?

 

 

37. Stiftablage

 

So mancher Redner mit Stift in der Hand erinnert mich an Loriots Szene mit der wandernden Nudel. Seine Gesprächspartnerin kann ihm nicht folgen, da die Nudel ihre Aufmerksamkeit vollkommen beansprucht. Unbewusst entwickeln die Hände mancher Redner Ambitionen zur Akrobatik. Der wandernde Stift wirkt dann wie eine Nudel. Das schränkt die Unterstützung durch Körpersprache ein und lenkt das Publikum ab. Eine Stiftablage ist von Vorteil, da sonst viele Nutzer dazu neigen die Stifte unnötig lange in den Händen zu halten.

 

 

38. Keine Vorlesung

 

Ebenso wie bei elektronischen Präsentationsfolien schaden Sie sich und der Sache, wenn Sie von vorbereiteten Flipcharts einfach so vorlesen. Ihr Publikum kann selbst lesen und hätte dafür nicht zu kommen brauchen. Also stets zuerst darüber reden oder noch besser, den Inhalt gemeinsam entwickeln.

 

 

39. Dokumentation

 

Wenn Sie den Teilnehmern im Anschluss die Ergebnisse in Form von Fotografien der Flipcharts zur Verfügung stellen, haben diese eine vertraute Dokumentation.

 

Tipps, die Ihnen Nacharbeit und somit Zeit sparen:

  • Ordnung
    Wer die Flipcharts durchgängig nummeriert, hat es einfacher. Ansonsten gilt es auf andere Weise auf die richtige Reihenfolge zu achten.
  • Dick und dunkel
    Dicke dunkle Linien von ebensolchen Stiften sind auf Fotografien besser zu erkennen.
  • Belichtung
    Statt künstlichem Licht sorgt natürliches Licht für bessere Ergebnisse. Mitunter genügt es schon den Flipchart-Ständer etwas in Richtung Fenster zu drehen.
  • Weißabgleich
    Wer vorher an den Weißabgleich denkt, braucht später weniger zu korrigieren.
  • Perspektive
    Fotografieren Sie möglichst auf der Höhe der Flipchartmitte und senkrecht darauf, denn sonst kommt es zu perspektivischen Verzerrungen. Ist die Kamera waagerecht ausgerichtet, verlaufen die Flipchartkanten parallel mit den Bildkanten.

 

 

40. Abrisskante

 

Um die Abrisskanten als Schwachstellen von Flipcharts zu schützen, umkleben Sie diese einfach mit Tesafilm. Warten Sie damit besser nicht erst bis sich der Block herbstlich entblättert hat. Anfangs genügt noch ein kurzes Stück Klebefilm, um den Verfall zu stoppen.

 

 

41. Einhänger

 

Eine weitere Schwachstelle, neben der Abrisskante, ist die Lochung, an der ein Flipchart aufgehängt wird. Die sind meist etwas schwachbrüstig. Abhilfe: Zur Verstärkung lassen sich aus alten Flipcharts Lochverstärkungsringe basteln und mit einem Klebestift anbringen. Solche Lochverstärkungsringe sind im Moderatorenbedarf auch käuflich zu erwerben.

 

 

42. Zusammenrollen

 

Flipchartblöcke vorsichtig zusammenrollen, mit der beschrifteten Seite nach außen, damit sich der Block, wenn er hängt, nicht von unten her hochrollt. Dabei stets bei der Lochung anfangen, damit der am engsten aufgerollte Bereich durch das Gewicht des Blocks etwas glatt gezogen wird.

 

 

43. Transport

 

Schließlich steckt eine Menge Aufwand in den etwas unhandlichen Papierbögen. Wenn Sie die Bögen nochmals verwenden wollen ist Sorgfalt gefragt. Verwenden Sie deshalb große Transportköcher, in denen die Flipchart-Rollen nicht zu eng verstaut werden. Ich verwende Köcher, die ich schon vor zwei Ewigkeiten als Ingenieur für Bauzeichnungen erworben habe. In Zeichencentern sollten solche großen Exemplare noch zu ergattern sein.

 

 

44. Blickkontakt

 

Reden Sie möglichst nur dann, wenn Sie Blickkontakt haben, sonst verlieren Sie leicht das Publikum. Entwickeln Sie den Inhalt gemeinsam.

 

 

45. Moderationskoffer

 

Schaffen Sie sich einen gut ausgestatteten Moderationskoffer an. Dazu gehört eine entsprechende Anzahl an runden und eckigen Stiften, Moderationsnadeln, Scheren, Kreppband, Klebestift und anderen Hilfsmitteln.

 

 

46. Üben, üben, üben

 

Die Verwendung von Flipcharts wird mit entsprechender Übung durch noch überzeugendere Präsentationen belohnt. Es lohnt sich, machen Sie sich mit dem Medium vertraut!

 

 

 

P.S.

 

Jedes Werkzeug kann so oder so gebraucht beziehungsweise missbraucht werden. Welche Erfahrungen haben Sie mit Flipcharts gemacht?

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