Tipps für den Umgang mit Lampenfieber, nicht nur in RedesituationenErfolgreiche Präsentationen |
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Übersicht |
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Lampenfieber |
Aus Anlass eines Radiobeitrages entstand dieser Beitrag als Mitschrift der Fragen und Antworten zum Thema Lampenfieber: Viele Menschen haben es mit dem ungeliebtem Lampenfieber zu tun. Die Angst vor einem öffentlichen Auftritt, einer Präsentation, einer wichtigen Entscheidung reicht von Aufregung, Ängstlichkeit, unkontrollierten Schweißausbrüchen, Frosch im Hals bis hin zur Panik mit Fluchtgedanken.
Betroffene haben Angst sich zu blamieren, zu versagen. |
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Was ist Lampenfieber? |
Der Leistungsdruck vor anderen Menschen, deren Aufmerksamkeit sich auf einen richtet, wird als Lampenfieber bezeichnet. Klassischerweise in einer herausgehobenen Situation wie z.B. im Scheinwerferlicht auf einer Bühne.
Lampenfieber
ist eine spezielle Art von
Stress. Eine gewisse Wachheit ist für wichtige Situationen eher von Vorteil, während ein Zustand der einen weit aus der eigenen Mitte holt weder angenehm noch konstruktiv ist. Betroffene fühlen sich oft als wenn sie neben sich stehen würden, abgeschnitten von den eigenen Möglichkeiten. |
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Wer ist von Lampenfieber betroffen? |
Lampenfieber kennen nicht nur Schauspieler, das gibt es auch vor Gesprächen mit dem Chef, bei Gehaltsverhandlungen, Präsentationen, Fahrprüfungen, Uni- oder Schul-Prüfungen. |
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Wie äußert sich Lampenfieber? |
Die Symptome sind bei jedem anders gelagert; verbreitet sind Zittern, Herzrasen, feuchte Hände, Tropfen auf der Stirn, Vergesslichkeit, Stimme weg. Hat da jemand heimlich die Heizung hochgedreht?
Meist ist das
nicht der Fall und das menschliche Gehirn steckt dahinter:
Es ist zuständig
für Notsituationen und übernimmt die Führung wenn es meint, dass keine
"vernünftigen" Alternativen mehr zur Auswahl stehen. Programm 1: Kampf! Programm 2: Flucht! Spezialprogramm 3: Erstarren bzw. Tot stellen! Während sich alle drei Programme zwar mehr oder weniger bei Säbelzahntigern bewährt haben, sind Beziehungen zu Chefs und sonstigem Publikum mit keiner der drei Möglichkeiten positiv zu gestalten. Doch stuft unser Gehirn eine Situation als gefährlich ein, „Hilfe Publikum!“, schüttet es augenblicklich entsprechende Stoffe aus, die uns auf eine der Optionen vorbereiten und das verursacht die erwähnten körperlichen Symptome des Lampenfiebers. Ob die Gefahr real ist oder nicht, spielt dabei kaum eine Rolle, sondern vielmehr die eigenen Erwartungen. |
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Wenn das automatisch abläuft; bin ich dem ausgeliefert? |
Nein, solange
das Gehirn meint wir hätten noch halbwegs aussichtreiche
Verhaltensalternativen zur Verfügung bleibt das „modernere“ Gehirn,
der Cortex, die Gehirnrinde, am Ruder und das Stammhirn übernimmt nicht
die Führung. |
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Gibt es typische Fehler, die Menschen oft machen, die zu Lampenfieber führen? |
Vielfach wird
sich nur auf den Inhalt vorbereitet, nicht aber auf die
Vortragssituation bzw. Gedanken daran werden verdrängt.
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Hat Lampenfieber auch eine positive Seite? |
Der Ausstoß an Stoffen macht uns wacher und aufmerksamer. Wem es gelingt ausgeglichen zu bleiben, anstatt im Tunnelblick zu enden, der wird fokussierter dabei sein, also davon profitieren. |
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Kann jemand auch zu entspannt sein? |
Ja, wer schon einmal einen Redner überlebt hat, der offensichtlich eine Überdosis Baldrian konsumiert hat, der weiß; … unbeteiligte Redner können einen zu Tode langweilen. Ich möchte einen Menschen erleben, der sich für sein Thema begeistert, der bei der Sache ist und der dazu steht. |
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Kann ich im Vorfeld etwas tun, so dass ich in einer konkreten Situation kein Lampenfieber oder wenigstens weniger als sonst habe? |
Atmen!
Atmen verlängert nicht nur nachgewiesener Weise das Leben, sondern eine
gute ruhige Atmung löst auch Stress.
Wer sich mit der Situation, dem Ort und den Menschen im Vorfeld
auseinandersetzt der geht sicherer in die Situation. |
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Gibt es so etwas wie mentale Vorbereitung? |
Lampenfieber kommt auch von mangelnder Routine, meist bei
einem „ersten Mal“. Tatsächlich macht Routine einiges leichter und deshalb ist Training eine gute Sache. Mit einigen Klienten gehe ich die erwartete Situation in diversen Varianten – auch mental - durch.
Wenn es soweit ist, steht schon eine Auswahl an
Verhaltensmöglichkeiten zur Verfügung; Elemente die ggf. abgerufen
werden können. |
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In der konkreten Situation:
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Antwort: Atmen! Atmen!
Atmen! Ruhig, im eigenen Rhythmus und in die gefühlte Mitte hinein.
Das phantasievolle
Ausmahlen des Super-GAU, des maximal schlimmsten Ergebnisses, hat sonst
leicht etwas von einer sich selbst realisierenden Prophezeiung. Profis arbeiten mit so genannten Ankern; einer Sammlung guter Zustände, die spontan aktiviert werden können, wie z.B. das gute Gefühl einer erfolgreichen Rede oder wie das Musikstück aus dem Traumurlaub uns in einen guten Zustand zaubert. |
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Oft wird geraten, mit dem Lampenfieber ein Stück weit mitgehen, nicht krampfhaft locker sein wollen. Warum? |
Die beste
Chance von etwas mehr zu bekommen ist - sich darauf zu konzentrieren.
Doch Krampf ist
Krampf! So wirkt sonst auch die Rede verkrampf! |
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Was mache ich in der konkreten Situation, beispielsweise während einer Rede? |
Ein freundlicher Kontakt mit den Teilnehmern, wenn es passt lächeln und von Zeit zu Zeit nicken; was immer dazu dient, um die Gemeinsamkeiten mit den Anwesenden zu unterstreichen ist hilfreich, da es auch positiv auf einen selbst wirkt.
Generell gilt; sicher wirkt, wer sicher ist und sicher
ist, wer sicher wirkt! |
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Ist Alkohol eine Lösung? Beruhigungsmittel? |
Ich stelle mir gerade das Bewerbungs- oder Gehaltsgespräch mit einer Bier- oder Rotweinfahne vor. Ob der Nutzen den negativen Eindruck ausgleicht? Ein Glas Wein kann zwar manchmal auflockern, aber was wäre die Botschaft die hängen bleibt, wenn es funktionieren würde? Geht es dann zukünftig nur noch mit einem kräftigen Schluck Bordeaux? Für reproduzierbare - also professionelle - Ergebnisse ist das nicht empfehlenswert. Außerdem macht Alkohol ja nicht nur lockerer, sondern hat auch den ein oder anderen Nebeneffekt auf das Denken und die Artikulation. |
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Was kann, was sollte ich machen, wenn ich sehr oft in vielen verschiedenen Situationen diese Ängste habe und mir dadurch auch Chancen entgehen? |
Manchmal ist
Lampenfieber nur eine einmalige Sache: Vor der einen Fahrprüfung, vor
dem einen Vorstellungsgespräch. Spätestens, wenn es wirklich wichtig ist lohnt der Gang zum Profi. In ein oder zwei Sitzungen kann mitunter Unglaubliches geleistet werden, ob es nun um eine Rede, das Staatsexamen, die Bewerbung oder den Fernsehauftritt geht. Es macht ebenso Spaß und Sinn. |
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Was sonst noch? |
Gut zu wissen: Auch wenn der Puls noch so pocht und die Knie weich werden, die Zuschauer bekommen vom Lampenfieber oft nichts mit. Und, wer sich dem Lampenfieber stellt und die Herausforderung meistert, der geht gestärkt daraus hervor! |
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