Tipps für die Neujahrsrede

Überzeugende Reden vorbereiten
Tipps für die Neujahrsrede - Karsten Noack Coaching & Training Berlin

Nicht nur die Bundeskanzlerin hält eine Neujahrsansprache, auch in vielen Unternehmen und Organisationen hat die Neujahrsrede Tradition. Sie kann eine sehr positive Wirkung haben, wenn die Chance genutzt wird. Üblicherweise ist das wichtigste Ziel einer Neujahrsrede, das neue Jahr mit einer guten Portion Zuversicht zu begrüßen und auf die Herausforderungen vorzubereiten.

 

 

 

Tipps für die Neujahrsrede

 

 

Rahmen

 

Neujahrsreden werden meist in einem formellen Rahmen gehalten. Wenn ein größeres Publikum erreicht werden soll, sind auch Aufzeichnungen üblich, bei denen gerne Teleprompter eingesetzt werden.

 

 

Inhalt

 

Eine gelungene Neujahrsrede beinhaltet einen Jahresrückblick, der wichtige Ereignisse und Leistungen würdigt. Darüber hinaus gibt sie einen Ausblick auf das neue Jahr und die zu erwartenden Herausforderungen und Chancen.

Um einen Überblick zu erhalten lohnt sich die Erstellung eines Mind Maps. Sammeln Sie fleißig zusammen, was auch immer Ihnen zur Rede einfällt. So können Sie später aus dem Vollen schöpfen.

 

 

Wir-Gefühl

 

Der übliche Standard: Passiver Satzbau, zu allgemeine Formulierungen, fehlende Beziehung zum Thema und zum Publikum; das erwärmt niemanden. Von Wir-Gefühl ist dann keine Spur, nicht einmal für kurze Zeit flackert da Verbundenheit.

Machen Sie es besser: Nehmen Sie gemeinsame Erfahrungen, Herausforderungen und anderes Verbindendes in den Fokus. Verbundenheit können Sie auch nonverbal vermitteln. Stellen Sie während Ihrer Neujahrsrede Blickkontakt zu den Zuschauern her. Lassen Sie Ihren Blick schweifen und immer wieder für einen Moment auf einzelnen Menschen ruhen. Sprechen Sie den Anwesenden aus dem Herzen.

 

 

Struktur

 

 

Einleitung

 

Interesse können Sie beispielsweise durch eine Anekdote wecken. Machen Sie die Anwesenden neugierig.

 

 

Begrüßung

 

Achten Sie auch hier auf verbindende statt trennende Formulierungen, beispielsweise bei hierarchischen Aspekten. Das WIR gewinnt!

 

 

Rückblick

 

Stark werden solche Momente besonders dann, wenn Sie konkrete Vorgänge und Erlebnisse ins Gedächtnis rufen. Laden Sie die Teilnehmer zu einer gedanklichen Reise durch das vergangene Jahr ein. Durchleben Sie nochmals gemeinsam die emotionalsten Augenblicke. Besonders wichtig ist dabei nicht möglichst viele Worte zu machen, sondern akzentuiert Erinnerungen in der Vorstellung der Zuhörer zu reaktivieren. Ziehen Sie Bilanz.

 

 

Danksagung

 

Was Sie keinesfalls vergessen sollten ist der Dank! Aber bleiben Sie auch dabei stets ehrlich und authentisch: Schönreden, Lobhudelei, Übertreibungen und Anbiederungen führen Sie schnell auf dünnes Eis.

 

 

Ausblick

 

Motivieren Sie für die kommende Zusammenarbeit. Schauen Sie gemeinsam in die Zukunft, fördern Sie den Zusammenhalt, die Identifikation. Legen Sie den Grundstein für kommende Aufgaben und machen Sie Mut. Zeigen Sie Chancen auf und auch Risiken.

Stecken Sie mit Ihrem Tatendrang und Ihrer Zuversicht an. Plattitüden liefern dazu keinen Beitrag. Machen Sie es persönlicher, machen Sie es konkreter, liefern Sie Orientierung! Setzen Sie Akzente, geben Sie der Rede einen Fokus.

 

 

Schluss

 

Wünschen Sie ein erfolgreiches Jahr und betonen Sie besonders wichtige gemeinsame Herausforderungen Spätestens an dieser Stelle sollte Ihre Zuversicht und Motivation übergesprungen sein.

 

 

Frei vortragen

 

Sie können sich gegebenenfalls Stichpunkte machen und diese zur Orientierung verwenden. Doch eine freie Rede ist deutlich persönlicher als die Wiedergabe eines vorformulierten Manuskripts. Wer das Redeschreiben nicht gewöhnt ist hat dort meist einen anderen Stil, als es gesprochene Sprache erfordert. Außerdem können nur wenige Menschen wirklich gut vorlesen. Gerade diese Fähigkeit wird regelmäßig überschätzt, doch die begnadeten Vorleser sind selten geworden. Erzählen Sie lieber frei, statt nur Stichpunkte aufzuzählen. Sie waren doch dabei; berichten Sie, was Sie berührt hat. Und vor allem beschreiben Sie lebendig, wie Sie gemeinsam die Zukunft gestalten wollen.

 

 

Körpersprache

 

Was Sie sagen ist ebenso wichtig wie die Art, wie Sie es sagen oder auch nicht sagen. Achten Sie auf Ihre Körpersprache. Gerade der Blickkontakt ermöglicht das Wir-Gefühl zu fördern und danke zu sagen. Denken Sie an Konstantin Sergejewitsch Stanislavsky (Link zu Wikipedia); nicht so tun als ob, sondern von innen heraus – aus der Überzeugung – kommt glaubhafte Körpersprache.

 

 

Machen Sie es persönlich

 

Bei den üblichen staatstragenden Ansprachen beziehungsweise holperig vorgelesenen Wortansammlungen im Fernsehen springt der Funke selten über. Die persönliche Beziehung zum Redeinhalt ist mit einer guten Portion Wohlwollen im besten Fall zu unterstellen.

Machen Sie es persönlicher; reden Sie über Dinge, die Sie und die Anwesenden berührt haben. Richten Sie Ihre Worte nicht an irgendjemanden, sondern an eine Ihnen vertraute Zielgruppe.

 

 

Klarheit

 

Vorsicht bei Mehrdeutigkeiten. Vage Formulierungen und Andeutungen führen zu Spekulationen.

 

 

Dramaturgie

 

Achten Sie auf die Dramaturgie. Während viele Redner sich zu sehr auf den Inhalt konzentrieren, wird ihr meist zu wenig Beachtung geschenkt. Starten Sie, indem Sie das Publikum aktivieren und steigern Sie sich dann. Seien Sie sich bewusst, in welche Zustände Sie Ihr Publikum einladen und insbesondere auch, in welchem Sie es hinterlassen.

 

 

Authentizität

 

So schön es ist bei der Gelegenheit zu zeigen, dass Sie auch noch andere Seiten als die bekannten haben; bleiben Sie authentisch. Wenn Sie Ihre Komfortzone zu weit hinter sich lassen, wirken Sie unglaubwürdig.

 

 

Vorbereitung

 

Qualität ist nur durch Qualität zu ersetzen. Das Publikum spürt, ob sich ein Redner mit dem Thema auskennt, von dem er spricht oder nur so tut. Beispielsweise daran, wie glücklich oder lieblos die Beispiele gewählt wurden. Beginnen Sie möglichst früh mit der Vorbereitung Ihrer Neujahrsrede und widmen Sie ihr die verdiente Aufmerksamkeit. Sammeln Sie frühzeitig konkrete Vorgänge und Erlebnisse, die Sie ins Gedächtnis rufen wollen. Dabei liefern Ihre strategischen Ziele die wesentlichsten Kriterien für den Inhalt beziehungsweise die angestrebte Wirkung.

Wenn Sie sich eine Rede schreiben lassen, dann üben Sie diese auch mit professioneller Unterstützung, um sie sich zu eigen zu machen.

 

 

Proben

 

Übung macht den Meister. Bereiten Sie sich ausreichend vor, um sich sicher zu fühlen. Machen Sie möglichst auch einen Problelauf mit hilfreichem Feedback, um die Wirkung einzuschätzen und gegebenenfalls noch Anpassungen vorzunehmen. Stoppen Sie bei der Gelegenheit auch die Dauer der Rede.

 

 

 

Was Sie lieber lassen sollten

 

 

Musterreden

 

Mit den Worten von Oscar Wilde; „Es gibt Aufführungen, die so schlecht sind, dass man nicht pfeifen kann, weil man gähnen muss.“

Bei vollem Kalender ist es verlockend, sich eine fertige Rede zu kaufen. Und bei einem guten Redenschreiber ist das auch eine Überlegung wert, wenn bis zum Ende gedacht wird. Der finanzielle Aufwand ist hier deutlich höher als bei einer der vielerorts angebotenen Musterreden vom Grabbeltisch. Schließlich ist bei einer guten Rede eine Menge Aufwand erforderlich, um sie auf Maß zu schneidern und authentisch vorzubereiten. 08/15-Musterreden sind meist mit der heißen Nadel gestrickt und im besten Fall nichts sagend. Gute Redenschreiber schreiben für das Reden, schlechte sind davon weit entfernt.

Lauwarmer Aufguss? Reden, die schon mal benutzt wurden, stecken voller zusätzlicher Risiken. Sich von guten Reden inspirieren lassen ist eine Sache. Sie zu kopieren eine andere. Das macht Sie zum Plagiator und schadet sehr, wenn es auffliegt.

 

 

Aufguss vergangener Jahre

 

Murmeltiertag? Wer jedes Jahr die gleiche Rede aus der Schublade fischt, sollte sich die Pflichtübung lieber gleich sparen. Denn genauso kommt es auch bei den Anwesenden an. Was bei Bill Murray amüsant wirkt, …

 

 

Redemarathon beziehungsweise Staffellauf

 

Gibt es mehrere Redner beispielsweise weil es mehrere Geschäftsführer gibt, dann addiert sich die Redezeit und wird leicht zur Qual. Treten Sie gemeinsam auf, werfen Sie sich die Bälle zu. Zeigen Sie, wie gute Zusammenarbeit aussieht.

 

 

Unterschätzen der Gelegenheit

 

Anstatt eine Pflichtübung aus der Rede zu machen und sie schnell hinter sich zu bringen, nutzen Sie die recht große Chance mit ihr etwas Positives zu bewirken.

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