Problem- oder Lösungsorientierung: WARUM wird überbewertet

Kommunikationskompetenz: Blick auf die Lösung!

Der Narr wundert sich, der Weise fragt.

 

Benjamin Disraeli

 

Fragen haben eine besonders hohe Bedeutung in der Kommunikation. Wichtig ist, nicht mit dem Fragen aufzuhören. (Albert Einstein). Fragetechniken helfen bei der Klärung, führen zu besseren Entscheidungen und bringen uns Zielen näher. Aber nicht jede Fragestellung ist gleichermaßen hilfreich.

 

Kindermund tut Wahrheit kund:

 

Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm!

 

Kinderlied

 

Gute Fragen werden zu Recht geschätzt. Nicht nur in Beziehungen zu anderen Menschen, sondern auch in den eigenen Gedanken entfalten Fragen ihre Wirkung. Fragend schreiten wir voran – und mit guten Fragen kommen wir weiter. Allerdings gibt es hinsichtlich dieser Wirkung ziemliche Unterschiede bezüglich der Richtung, in die sie uns führen. So ist beispielsweise die Frage nach dem „Warum?“ oft ziemliche Zeitverschwendung.

Problem oder Lösung?

Lösungsgespräch oder Problemgespräch?

 

Die Antwort auf „Warum?“ beginnt fast immer mit „Weil …“. Was dann folgt klingt oft mehr nach einer Entschuldigung oder sogar Ausrede, weshalb sich etwas nicht ändern lässt. Dann wird mit aller Aufmerksamkeit auf das Problem geschaut – wie das Kaninchen auf die Schlange – und nur sehr wenig Licht fällt auf die Lösung. Alles dreht sich um das Problem: Problemtalk creates problems. Solutiontalk creates solutions.(Steve deShazer)

 

Sehr oft werden aus Gewohnheit Fragen mit „Warum“ gestellt:

  • Wir fragen, warum wir tun, was wir tun.
  • Wir fragen, warum etwas nicht funktioniert.
  • Wir fragen, warum wir tun, was wir tun.
  • Wir fragen, warum wir nicht bekommen, was wir wollen.
  • Wir fragen, warum wir uns so fühlen, wie wir uns fühlen und warum wir denken, was wir denken.

Warum bringt uns in Kontakt mit grundlegenden Themen. Philosophisch hat das einen hohen Stellenwert. Warum bringt uns allerdings nur bedingt praktisch voran.

Doch ist genau das oft die Absicht. Es geht uns meist darum zu verstehen, warum etwas geschieht, weil wir meinen mit der Antwort auf das Warum Einsichten zu gewinnen, mit denen wir die Dinge verbessern können. Wenn wir den Fehler finden ist die Lösung nah, zumindest bei einem mechanischen Weltbild. Da reicht es ein Problem zu lösen indem der Fehler repariert werden, der Ursprungszustand wieder hergestellt wird. Wir wollen Fortschritte machen! Nur klebt ein Warum oft so hartnäckig am Problem, wie ein Kaugummi an der Schuhsohle.

 

 

 

Besser

 

Verstehen kann man das Leben oft nur rückwärts, doch leben muss man es vorwärts.(Sören Kierkegaard). Viel förderlicher ist andere Fragen zu stellen wie beispielsweise:

„Wie genau …‟

  • Wie genau sieht das erwünschte Ergebnis aus?
  • Wie können wir es erreichen?

 

Diese Form der Frage ermutigt Menschen ihre Gedanken konstruktiver zu gestalten − besonders, wenn sie verknüpft werden mit „genau“. „Wie“ stimuliert die Neugier und Kreativität, während „Warum“ zu Begründungen animiert, weshalb etwas nicht funktioniert. Während Warum am Problem klebt, lockt das Wie Richtung Lösung. It is simple, but not easy! (Steve de Shazer).

 

 

 

P.S.

 

Wie stehen Sie zum Warum?