Wie lange kann sich ein Publikum konzentrieren?

Überzeugende Präsentationen

Zerstreutheit ist Konzentration auf etwas anderes.

 

Wie lang darf eine Rede, eine Präsentation maximal sein? Diese Frage kommt in jedem Rhetoriktraining, bei fast jeder Redevorbereitung .

Rückfrage: Stellen Sie sich bitte vor; Sie sitzen im Publikum. Wann beginnen Sie unruhig auf Ihrem Platz hin und her zu rutschen? Wie lang ist Ihre Aufmerksamkeitsspanne? Wann reicht es Ihnen? Wie meinen Sie? Es kommt darauf an!

Ja, die Antwort wird vermutlich auch vom Thema beeinflusst. Bei einem Thema dem ich nichts abgewinnen kann ist sie sicher deutlich kürzer. Allerdings ist selbst beim interessantesten Thema irgendwann Schluss mit lustig. Aus, Schluss, genug! Irgendwann reicht es einfach. Und das selbst bei einer tollen Präsentation. Bitte, bitte eine Pause! Schließlich will ja selbst der leckerste Brocken erst einmal verdaut werden. Da hilft dann auch kein weiteres Stopfen.

Sind wir damit der Frage nach der maximalen Dauer etwas näher gerückt? Was ist denn nun richtig? Hmmm.

Ein häufig zu hörender Wert für die maximale Dauer einer Präsentation ist 20 Minuten. Bei den von mir veranstalteten Präsentationen gelten maximal 18 Minuten. Die Überlegung dahinter; das sei die maximale Aufmerksamkeitsspanne eines Erwachsenen.

Wie lange kann sich ein Publikum konzentrieren?

Und weil die heutigen Medien unsere Gewohnheiten verändern sinkt die Fähigkeit bzw. die Bereitschaft längere Zeit einem einzelnen Thema Aufmerksamkeit zu widmen. Zu viele aufbereitete Angebote konkurieren um die Aufmerksamkeit. Das schlägt irgendwann auf den Magen und auf die Fähigkeit, die Rohdaten selbst in Beziehung zu bringen.

Wie schon oben erwähnt; eine gute Möglichkeit sich hier eine eigene Meinung zu bilden sind Präsentationen, bei denen Sie im Publikum sitzen. Wie lange sind Sie wirklich vollkommen beim Redner? Machen Sie sich Notizen; was hat Sie wann abgelenkt? Was hätten Sie gebraucht, um dabei zu bleiben?

Aufgrund von Beobachtungen scheint mir die Aufmerksamkeitsspanne bei den meisten Menschen eher bei 3 Minuten zu liegen. Und das bedeutet nicht, dass die Präsentation schlecht sein muss; es liegt in der menschlichen Natur.

3 Minuten?
Ist die Schlussfolgerung, jetzt nur noch Minipräsentationen im Vorbeiflug zu halten? Das klingt doch sehr oberflächlich?

Wie wäre es davon stattdessen die Aufgabe engagierter Redner abzuleiten! Die Aufmerksamkeit des Publikums so lang wie möglich zu halten und regelmäßig wiederzuerlangen, wenn es wiederholt auf Reisen gehen will.
Ich habe Veranstaltungen erlebt, bei denen die Teilnehmer nicht genug bekommen konnten, weil die Dramaturgie stimmte. Publikum, das am liebsten auf die Pausen verzichten und überziehen wollte.

Ja, es macht mehr Arbeit als einen Vortrag langweilig abzuspulen. Es macht dafür auch mehr Spaß, sowohl dem Rednern als auch dem Publikum. Und es wirkt!