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Lügen
gehört zum Alltag!
Es wird erfunden, geschummelt, verfälscht, vertuscht und
gelogen, was das Zeug hält.
Oft sind sich die Urheber dessen gar nicht
bewusst.
Menschen lügen, um sich das Leben zu erleichtern, um keine
Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, um zu punkten, um Ärger zu
vermeiden und aus Bequemlichkeit.
Viele "Wahrheitsdehner"
glauben nicht ertappt zu werden und manche haben im Laufe der Zeit das Lügen
perfektioniert.
Aber selbst erfahrene Schwindler, die gewohnt sind Emotionen zu verbergen,
verraten sich über die Körpersprache und ausgerechnet dann, wenn sie
besonders gut lügen wollen.
Wer die
Hinweise kennt kann Lügen besser erkennen.
Denn es gibt zu viele verräterische nonverbale Hinweise.
Sie kommen aus dem Unbewussten und entziehen sich weitgehend der bewussten Kontrolle.
Diese Signale werden versehentlich gezeigt und ohne es zu wissen wird oft mehr
vermittelt als beabsichtigt.
Hinweise können Bewegungen sein, wie der Griff an
die Nase, das Verdecken des Mundes mit der Hand oder das Wegdrehen von
einem, plötzliche ausladende Gebärden oder versteinerte Gestik und Mimik.
Diese Hinweise sind mehr von Bedeutung, wenn sie im Zusammenhang mit
bestimmten Aussagen auftauchen - mit diesen in Verbindung zu bringen sind -
und nicht kongruent sind.
Doch Achtung: Es können auch übliche Verhaltensweisen
sein.
Zuckungen und häufiges Blinzeln können Hinweise für Unwahrheiten sein, aber auch durch so genannte Ticks hervorgerufen werden.
Um
Körpersprache verantwortungsvoll zu lesen ist es wichtig, sie in Clustern
(Anhäufung von Hinweisen) und in Beziehung zum jeweiligen Kontext zu
analysieren.
Die
meisten Menschen wollen sich unbewusst für eine Lüge entschuldigen.
Weil sie sich schuldig fühlen können entsprechende nonverbale Hinweis
erkannt werden.
Oft
wird der Augenkontakt während einer Lüge vermieden, zumindest für einen
kurzen Augenblick unterbrochen.
Normalerweise halten wir weitgehend
Augenkontakt mit unseren Gesprächspartnern.
Wer weniger Augenkontakt hält
als bisher, macht sich verdächtig.
Doch das ist kein hundertprozentiger
Hinweis.
Es gibt Menschen, die sich einfach so unsicher fühlen, dass ihnen
jeder Augenkontakt unangenehm ist.
Und es gibt Menschen, die diesen Zusammenhang kennen und sich dazu zwingen
einem direkt in die Augen zu schauen, um nicht erwischt zu werden.
Manche
Menschen versuchen eine Lüge durch ein aufgesetztes Lächeln zu verbergen.
Aber ein falsches Lächeln sieht anders aus als ein echtes.
Bei einem echten
Lächeln sind mehr Muskeln beteiligt als bei einem unvollständig imitierten.
Eine fröhliche Mimik zeigt die Attribute des so genannten Duchenne-Lächelns.
Am echten
Lachen sind immerhin
17 Gesichtsmuskeln beteiligt und auch der Bauch und der
Brustkorb ziehen die Muskulatur ruckartig zusammen.
Weil die Lungen sich weiter ausdehnen, wird die Atmung schneller und
tiefer.
Die
Mundwinkel zeigen nach oben, die Muskeln um die Augen kontrahieren
unwillkürlich.
Dadurch heben sich die Wangen und in den äußeren Augenwinkeln
zeigen sich kleine Falten.
Vorausgesetzt die entsprechenden Muskeln sind
nicht außer Betrieb gesetzt sind diese Hinweise erkennbar.
Antifaltenmittel
können Muskeln betäuben.
Hier fehlen wichtige Anteile der Mimik und als Folge wirkt das Gesicht oft
unbeteiligter, langweiliger und oberflächlicher, ein echtes Lächeln ist
nicht mehr möglich.
Ein
Wechsel in der Stimme kann ein Hinweis auf eine Lüge sein; die Veränderung der
Tonhöhe, Stottern, Stammeln und Wortwiederholungen, aber auch unruhige Körperteile wie zappelnde Füße, nervöse Finger und
Berührungen im Gesicht, plötzliches Erröten oder eine kalkweiße Gesichtfarbe.
Viel
mehr als ein bestimmtes Verhalten sind Veränderungen zum gewohnten Verhalten
aufschlussreich.
Insbesondere, wenn sich das Verhalten plötzlich verändert.
Wer
sich schuldig fühlt versucht oft das Thema zu wechseln.
Ein häufiges Mittel
ist Humor oder Sarkasmus.
Gelingt dem Gesprächspartner das Thema zu wechseln, erscheint
er weniger gestresst, oft sogar erleichtert.
Einige
Menschen zeigen die Tendenz sich massiv zu verteidigen, Antworten abzulehnen oder
sogar den anderen der Lüge zu bezichtigen.
Auch dies können Versuche sein
etwas zu verbergen.
Einige Elemente der Körpersprache sind so minimal, so unauffällig, sie
geschehen of in der Zeitspanne eines Augenblinzelns.
Hier braucht es
eine Menge Training um sie zu erkennen.
Selbst die Auswertung von
Videomaterial braucht oft Stunden oder sogar Tage.
Aus diesem Grund
werden sie auch als "Minimal Cues" oder "Micro Expressions" bezeichnet.
Und
es gibt noch einen anderen wichtigen Punkt; glaubt jemand den eigenen
Lügen, dann kann es gut sein, dass sich kaum oder sogar keine Hinweise zeigen.
Die
Analyse von Körpersprache ist nicht immer zu 100 % akkurat.
Man kann nicht mit absoluter Sicherheit sagen ob jemand die Wahrheit
sagt oder lügt.
Doch es gibt
eine ganze Reihe von Ausdrücken und Bewegungen, die wir erkennen können.
Indem wir die Summe der Hinweise im jeweiligen Kontext betrachten erhalten
wir verlässlichere Informationen.
Alle Hinweise werden im Gesamtkontext mit dem Gesagten und der Situation betrachtet,
in denen sie auftreten.
Schließlich beeinflusst auch die Situation und
Umgebung unser Verhalten.
Das lässt tragfähigere Schlüsse auf Gefühle,
Haltungen und Gedanken zu. |