Ewige Jugend und die Frage, ob Freunde nur die guten Dinge teilen sollten?

Gedanken zu Alter und Freundschaft

 

Ewige Jugend und die Frage, ob Freunde nur die guten Dinge teilen sollten?

Ewige Jugend

 

Erst gestern stolperte ich über einen Film aus dem Jahr 2015: Ewige Jugend – im Original nennt er sich Youth, also Jugend.

In diesem Film gehen Michael Caine als Fred und Harvey Keitel als Mick am Ende ihres Lebens auf die Suche nach dessen Sinn. So lässt der Film sich zumindest interpretieren. Paolo Sorrentinos Film ist eine Liebeserklärung an die schönen Künste. Das Leben scheint gerade durch die Dinge lebenswert zu sein, die wir nicht unbedingt brauchen.

Der berühmte Komponist und Dirigent Fred Ballinger sowie Filmregisseur Mick Boyle sind als uralte Freunde zu erleben. Hinsichtlich ihres Alterswerks haben die beiden komplett andere Vorstellungen. Während Fred sich dem Nichtstun hingibt, will Mick mit seinem neusten Filmprojekt und mit Hilfe seiner langjährigen Muse Brenda Morell (gespielt von Jane Fonda) ein Vermächtnis hinterlassen.

„Dirigieren Sie noch Maestro? “ – „Nein, ich bin im Ruhestand!“ antwortet er. Fred will nicht einmal für den Ritterschlag und die britische Königin dirigieren.

Fred will seine Ruhe, Mick sucht Inspiration. Sie finden weder das Eine noch das Andere, oder doch?

Mick lässt sich für seinen Film von fünf jungen Drehbuchschreibern unterstützen. „Siehst du den Berg da drüben, alles erscheint so nah, das ist die Zukunft.“, Mick dreht das Fernglas herum. „Und jetzt erscheint alles so weit weg, das ist die Vergangenheit.“ So erklärt er den jungen Leuten nebenbei die Welt. Zumindest bis ihm klar wird, dass er sie selbst nicht versteht.

Der Film mit seinen wunderschönen Bergpanoramen spielt in einem Wellnesshotel der Schweiz, die Gäste liefern den absurden Hintergrund. Er ist eine Freude für Augen und Ohren. Großartige Musik, eindrucksvolle Landschaftsbilder, Fragmente von Lebensgeschichten und Einblicke in die menschliche Seele.

Videokommentar

 

 

 

Filmtrailer

 

 

Sollten Freunde nur die guten Dinge miteinander teilen?

 

In meinem Gedächtnis sind einige der Momente des Films noch präsent. Er hat auch mindestens eine Frage aufgeworfen: „In einer guten Freundschaft erzählst du dir nur die guten Dinge“, erklärt Mick. Gilt nicht sonst eher die These „Geteiltes Leid ist halbes Leid “?

Ich finde, es ist durchaus eine gute Sache, auch belastende Themen auszusprechen. Das nimmt der Last so Einiges an Gewicht. Wenn nicht mit einem guten Freunde, dann doch zumindest mit jemanden der damit umzugehen weiß. Manchmal hilft es die Hosen herunterlassen und das hat mit Vertrauen zu tun. Was nutzen die vielen Freunde bei Facebook, wenn es niemanden gibt, der tatsächlich zuhört? Zugegebenermaßen hat es eine Menge mit der Erfahrung in der Jugend zu tun, ob und welche Einsichten gewährt werden. Alles eitel Sonnenschein oder gibt es auch mal Schmerz?

Gemeinsame Erfahrungen schaffen Verbindungen, es geht um relevante Themen, Teilen findet auf vielen Ebenen statt. Gerade das zeichnet tiefere Freundschaften aus. Sie werden dadurch im Laufe der Zeit immer kostbarer.

P.S.

 

Erstens: Mögen Sie solche Filme?
Zweitens: Finden Sie die These stimmt, das geteiltes Leid, halbes Leid ist?
Drittens: Erzählen sich gute Freunde wircklich nur die guten Dinge?

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