Freie Assoziation als Kreativitätstechnik

Den Ideenfluss in Gang setzen, die Gedanken treiben lassen
Freie Assoziation als Kreativitätstechnik

Hilfe, ich brauche Ideen

 

Ideen wo seid ihr? Woher soll ich euch nehmen, wenn nicht stehlen? Fantasie ist etwas, was sich manche Leute gar nicht vorstellen können. Wie wäre es mit Anleihen bei den großen Denkern?

Archimedes saß in der Badewanne, spielte mit Seife und Seifenschale herum und „Heureka!“. Er kam so auf die Idee für die Formel zur Berechnung des spezifischen Gewichts. Schön und gut; nur irgendwann wird die Haut schrumpelig und nicht in jedem Büro befindet sich eine Badewanne. Es braucht wohl doch etwas pragmatischere Methoden. Voilà:

 

 

 

Freie Assoziation als Kreativitätstechnik

 

Es existieren viele Techniken, mit denen Ideen aus dem Vollen geschöpft werden können. Das Freie Assoziieren nutzt die Sammlung von Begriffen, die sich zu einem Stichwort mehr oder weniger direkt anbieten, wenn nicht sogar aufdrängen. Ein Gedanke kann nicht erwachen, ohne andere zu wecken, sagte Marie Ebner-Eschenbach

Als Kreativitätstechnik hilft die Freie Assoziation dabei neue Ideen zu finden, beziehungsweise Zusammenhänge zu erkunden. Es wird die Fähigkeit des Denkens genutzt, Sprache und Bilder aus einem Ausgangsbegriff heraus zu bilden.

Ziel dieser Methoden ist es üblicherweise, erst einmal so viele Ideen als Lösungsansätze wie möglich zu sammeln. Also; von wegen mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Hier wird ein Überfluss gefördert. Wie so oft bei Kreativitätstechniken, gilt es also erst einmal fleißig zu sammeln. Masse ist hier klasse. Der erste Eindruck täuscht ohnehin oft. So mancher Frosch wird später zur Prinzessin. Die Erfahrung zeigt; gerade die schrägsten Eingebungen habe das Potenzial für die wertvollsten Ideen. Also dürfen die Beiträge ruhig verrückt klingen und aus ganz andere Themenbereichen stammen. Umso besser! Raus aus dem Tunnelblick.

 

 

 

Funktioniert auch ohne rote Couch

 

In Anlehnung an Sigmund Freud und seine Psychoanalyse fördert diese Kreativitätstechnik Ideen, indem selbst entfernte Assoziationen erkundet werden. Freier Auslauf: Wie schön, den eigenen Gedanken einmal vollkommen frei zu erlauben in verschiedene Richtungen zu wandern und ihnen Raum zu geben in dem sie sich wohlfühlen. In solch einem Klima vermehren sich Ideen, wie Kaninchen.

 

 

 

Im Fluss bleiben

 

Hinein ins Vergnügen, dann kommt die Produktion in Gang. Nicht Philosophen stellen die radikalsten Fragen, sondern Kinder. Eine gute Portion Verspieltheit hilft. Eine Idee führt zur nächsten. Selbst mitzuschreiben ist nicht jedermanns Sache. Um den Gedankenfluss in Gang zu halten ist es dann hilfreich, die Ideen von jemanden anderen protokollieren zu lassen oder sie aufzuzeichnen. Wie gut das viele Smartphones eine derartige Funktion mitbringen.

Während der Sammelphase gelten die grundlegenden Regeln bei kreativen Prozessen.

Zur Erinnerung:

  • Offenheit
    Mancher lehnt eine gute Idee bloß deshalb ab, weil sie nicht von ihm ist. Bei kreativen Prozesse ist jede Idee willkommen, gleichgültig wie verrückt oder realistisch sie erscheint. Gerade eine vermeintlich unausgereifte Idee führt häufig zu interessanten neuen Ideen.
  • Masse ist klasse
    Inspirationen gehen klaren Gedanken voraus. Es kommt auf die Menge der Vorschläge an, nicht auf die vermeintliche Qualität.
  • Wohlwollen
    Killerphrasen, Kritik und Korrekturen an den geäußerten Ideen sind streng verboten. Der Ideenfluss soll frei fließen, Kritik bremst.
  • Gegenseitige Inspiration
    Kombinieren und Aufgreifen von bereits geäußerten Ideen ist erwünscht. Jeder darf Ideen der anderen Teilnehmer aufgreifen und für eigene Ansätze verwenden. Es ist ein Gruppenprozess, deshalb hat auch kein Teilnehmer beim Brainstorming ein Patent auf seine Ideen. Jeder Ideen einbringen.
  • In der Kürze liegt die Würze
    Kurz fassen. Präzise und kurz gehaltene Beiträge machen es allen Teilnehmern leichter, teilzunehmen und neue Ideen zu entwickeln.

 

 

 

Schritt für Schritt

 

1. Ausgangspunkt

 

Wählen Sie dafür zunächst einen Begriff aus dem Bereich Ihres Problems. Dieses Wort dient als Ausgangspunkt.

 

 

2. Anknüpfen

 

Finden Sie das nächstbeste Wort auf, das Ihnen zum Ausgangsbegriff einfällt.

 

 

3. Und weiter…

 

Und dazu fällt Ihnen wieder ein Begriff ein, den Sie aufschreiben können.

 

 

4. Sammeln

 

Das wiederholen Sie so lange, bis Sie einen ordentlichen Vorrat von Wörtern gesammelt haben.

 

 

5. Nutzen

 

Diese Wörter können Sie dann dafür nutzen, weitere Ideen zu entwickeln. Dazu bieten sich weitere Kreativitätstechniken an. Eine ganze Reihe solcher Methoden zur Ideenfindung finden Sie hier.

 

 

Kreativtraining

 

Freies Assoziieren ist eine hervorragende Übung zur Förderung der Kreativität. Auch als Einstieg in kreative Prozesse ist sie gut geeignet. Es braucht mitunter, bis der Ideenfluss in Gang kommt. Doch, wenn es richtig losgeht, dann herrscht willkommener Überfluss. Kreativität lebt von der Fähigkeit, auch Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, zu kombinieren. Das erfordert die Fähigkeit, Dinge unvoreingenommen zu betrachten und sich vom einengenden Denkstrukturen zu lösen.