Halo-Effekt: Der erste Eindruck einer Person ... eine schnelle mächtige Einschätzung verzerrt die Wahrnehmung

Mitunter viel mehr Schein als Sein
Halo-Effekt

Der erste Eindruck einer Person … eine schnelle Einschätzung

 

Eine echte Begegnung kann in einem einzigen Augenblick geschehen.

Anaïs Nin

 

Der erste Eindruck zählt. Begegnen wir jemandem zum ersten Mal, machen wir uns innerhalb weniger Sekunden ein Bild. Dieses Bild wird den späteren Umgang mit dieser Person beeinflussen. Dazu muss noch kein einziges Wort gewechselt worden sein. All das findet unbewusst in den Tiefen der menschlichen Psyche statt. Eine große Rolle spielt dabei das Stammhirn. Es sicherte schon früher unser Überleben, – Fressen oder gefressen werden – erst bei Säbelzahn und Co. und später beim Zusammentreffen mit fremden Menschen. Erfahrungen dienen dazu Situationen innerhalb von Sekundenbruchteilen einzuschätzen und zu entscheiden, ob ein Gegenüber Freund oder Feind ist. Lieber fliehen, kämpfen oder sich nähern? Heutzutage spielt vor allem die Einschätzung von Sympathie oder Antipathie eine Rolle.

 

 

 

Halo-Effekt

 

Der Halo-Effekt (englisch halo = Heiligenschein) macht sich häufig bei der Einschätzung von Menschen bemerkbar. Ist bei jemandem ein einzelnes Merkmal so dominant, drängt es andere Merkmale weitgehend in den Hintergrund. Andere sonst berücksichtigte Kriterien der Persönlichkeitsbeurteilung werden dann vernachlässigt oder überhaupt nicht mehr registriert. Außerdem wird ausgehend vom dominierenden Merkmal auf weitere Eigenschaften der Person geschlossen, selbst wenn dafür keine objektive Grundlage erkennbar ist. Entdeckt wurde dieser sozial-psychologische Zusammenhang bereits im 19. Jahrhundert vom us-amerikanischen Verhaltensforscher Edward Lee Thorndike.

Ausgangspunkt für den Halo-Effekt sind vor allem markante Merkmale der zu beurteilenden Person wie physische Attraktivität, Behinderung und außergewöhnliche Leistungen. Der Effekt der physischen Attraktivität ist besonders häufig belegt worden. Personen, die gut aussehen, werden demzufolge meist auch als intelligent, gesellig oder dominant beurteilt. Das Auftreten des Halo-Effektes wird gefördert, wenn das Urteil besonders schnell gefällt wird.

 

Beispiele für Zuschreibungen, die keine logische Basis haben:

  • Menschen mit Brille wirken intelligenter.
  • Bergsteiger, die Managerseminare geben.
  • Füllige Menschen werden eher als maßlos und willensschwach wahrgenommen.
  • Schauspieler, deren Rollencharaktere auf sie abfärben, sodass sie für ebenso mutig, schlau und attraktiv gehalten werden. Zumindest solange sie ihren Rollen treu bleiben, wirkt das nach. Kaum öffnen sie den Mund, ohne ein Skript vor Augen zu haben, dann wird meist schnell deutlich, das von den positiven Zuschreibungen nichts vorhanden ist.
  • Sportler, die als Moderatoren eingesetzt werden.

 

 

Sind wir dem ausgeliefert?

 

Wer sich vor den Auswirkungen des Halo-Effektes schützen will, kann darauf achten, Personen nicht zu schnell in eine Schublade zu stecken. Wobei hier ja vieles unbewusst geschieht. Eine gute Portion Achtsamkeit hilft!

 

 

Davon profitieren

 

Wer sich überlegt, ob es sicherer ist in mehreren Bereichen zu investieren, sollte vor der Entscheidung dieses Prinzip bedenken. Wer zuerst in einem Bereich Ruhm erwirbt, kann anschließend den Halo-Effekt für weitere Bereiche nutzen.

 

 

 

P.S.

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Halo-Effekt gemacht?

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