8 Arten von Killerphrasen erkennen: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt

Schluss mit Killerphrasen
Gefahr erkannt , Gefahr gebannt: Killerphrasen erkennen

Alles ist richtig, auch das Gegenteil.
Nur „zwar und aber“, das ist nie richtig.

Kurt Tucholsky

 

 

Killerphrasen zielen darauf ab Gespräche, Anliegen, Wünsche etc. im Keim zu ersticken, um unbequeme Themen einseitig abzublocken.

Typisch Killerphrasen sind:

  • „Das haben wir schon versucht, das funktioniert nicht.“
  • „Das haben wir immer so gemacht und sind damit gut gefahren, daher brauchen wir daran nichts zu ändern.“
  • „Das können Sie doch nicht beurteilen! Sie sind doch viel zu jung/alt dafür.“

 

 

 

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Killerphrasen als solche erkennen

 

Killerphrasen stecken voller Tilgungen, Generalisierungen, Verzerrungen, die Sie durch entsprechende Fragetechniken aufdecken können. So erfahren Sie von Ihrem Gesprächspartner die für ihn entscheidenden Dinge, die Erfahrungen, Wertvorstellungen, Wünsche etc., die er zwar nicht unmittelbar anspricht, aber in sich trägt und die für seine Standpunkte, für seine Lebenssicht, für seine Handlungen ausschlaggebend sind! Auf jeden Fall hilft es Killerphrasen erst einmal zu erkennen, um sie zu entkräften.

 

 

 

Unterteilung: 8 Arten von Killerphrasen

 

Killerphrasen können in verschiedene Kategorien unterteilt werden:

 

 

1. Autoritäts-Killerphrasen

 

Autoritäts-Killerphrasen basieren auf einem Überlegenheitsgefühl, das zur Einschüchterung verwendet wird.

 

Beispiele

  • Was hier gemacht wird, bestimme noch immer ich!
  • Wie oft muss ich das noch sagen: Das läuft so nicht!
  • Werden Sie erst einmal so alt wie ich, dann werden Sie das auch aus einem anderen Blickwinkel sehen.
  • Das ist für unsere Firma nicht von Interesse.

 

 

 

2. Angriffs-Killerphrasen

 

Angriffs-Killerphrasen sind offene und persönliche Angriffe.

 

Beispiele

  • Ach kommen Sie, Sie reagieren jedes Mal so emotional!
  • Sie wieder!
  • Typisch Frau! Typisch Mann!
  • Denken Sie einmal mit, auch wenn es schwerfällt!

 

 

 

3. Beharrungs-Killerphrasen

 

Mittels Beharrungs-Killerphrasen sollen Veränderungen verhindert werden.

 

Beispiele

  • Das haben wir schon immer so gemacht!
  • Das ist in unserem Unternehmen undurchführbar.
  • Wir sind zu solchen Veränderungen noch nicht bereit.

 

 

 

4. Bedenkenträger-Killerphrasen

 

Bedenkenträger-Killerphrasen drücken eine mitunter zögerlich vorgetragene Angst vor Veränderungen aus.

 

Beispiele

  • Was werden denn die anderen sagen?
  • Das sollten wir lieber lassen. Wir wollen uns doch nicht die Finger verbrennen.
  • Lieber nicht, wir wollen uns doch nicht blamieren.
  • Das ist doch praktisch gar nicht umsetzbar.

 

 

 

5. Bescheidenheits-Killerphrasen

 

Bescheidenheits-Killerphrasen unterstellen, dass eine Denkrichtung unrealisierbar ist.

 

Beispiel

  • Wir haben doch keine Gelddruckmaschine.

 

 

 

6. Besserwisser-Killerphrasen

 

Besserwisser-Killerphrasen werden meist von Personen benutzt, die sich für intelligenter halten und anderen ihre Ansichten aufdrängen wollen.

 

Beispiele

  • Das brauchen Sie mir nicht zu sagen.
  • So, wie Sie die Sache angehen, kann das nichts werden!
  • Um das beurteilen zu können, fehlt Ihnen einfach die Erfahrung.
  • Ich weiß schon, wie das endet.
  • Ganz objektiv betrachtet ist Ihr Plan von vornherein zum Scheitern verurteilt.

 

 

 

7. Vertagungs-Killerphrasen

 

Mittels Vertagungs-Killerphrasen sollen aus Angst vor Fehlern Entscheidungen hinauszögert werden.

 

Beispiele

  • Das sollten wir noch einmal überlegen, bevor wir uns entscheiden.
  • Meiner Meinung nach ist die Zeit dafür noch nicht reif.
  • Darüber reden wir ein anderes Mal! Dafür ist jetzt keine Zeit!

 

 

 

8. Vorwurfskillerphrasen

 

Mit Vorwurfskillerphrasen sollen Gesprächspartner durch einen sehr allgemein gehaltenen Vorwurf zum Schweigen gebracht werden.

 

Beispiele

  • Da hätten Sie vorher wohl lieber besser zuhören sollen!
  • Das weiß doch jedes Kind.
  • Hätten Sie lieber Ihre Hausaufgaben gemacht!