Was bitte hat Kleidung mit Lampenfieber zu tun?

Tipps für die Bekleidung bei Ihrem erfolgreichen Auftritt ohne Lampenfieber

 

Lampenfieber und Kleidung

Welchen Zusammenhang haben Kleidung und Lampenfieber?

 

Zur Wirkung von Kleidung auf das Publikum kann eine Menge gesagt werden und ich könnte einen ganzen Abend damit füllen. Auch hinsichtlich der empfundenen Sicherheit von Rednern gibt es einige Gedanken, die Beachtung verdienen. Und die helfen insbesondere jenen, die unter Lampenfieber leiden.

 

 

Wenn aus jeder Pore der Schweiß rinnt

 

Die körperliche Reaktion auf solche vermeintlich gefährlichen, weil mit Konsequenzen verbundenen Situationen, sind nicht sehr angenehm. So gut es gemeint ist, die körperliche Vorbereitung auf Notsituationen verursacht Probleme. Der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Wir sind den gleichen Urinstinkt zum Überleben ausgesetzt wie unsere haarigen Verwandten im Tierreich. Auch das menschliche Stammhirn (Reptiliengehirn) folgt alten Mustern. Wird Gefahr gewittert, folgt automatisch die Mobilmachung. Die Muskeln werden durchblutet, der Herzschlag und die Atmung beschleunigen sich, der Körper baut Energie auf und lässt dadurch auch die Körpertemperatur steigen. Und wenn die erste Schweißperle entdeckt wird, gilt auch das als schlechtes Zeichen, die Angst nimmt zu. So etwas schaukelt sich leicht hoch. Manche Menschen erleben das vor Publikum besonders intensiv.  Aus allen Poren rinnt der Schweiß, der größte Teil der eigenen Aufmerksamkeit beschäftigt sich dann nur noch damit. Auch das soll eine gutgemeinte Strategie aus früheren Tagen der Menschheitsgeschichte sein; der Schweiß wird produziert, weil nasses Fell schwerer zu packen ist.

Kleidung verhindert nicht direkt die Vorgänge im Stammhirn und die ausgelösten körperlichen Reaktionen. Durch geeignete Kleidung kann jedoch zumindest etwas für die Wärmeregulierung des Körpers getan werden und der Schweiß besser kanalisiert werden.

 

 

 

In der eigenen Haut wohlfühlen

 

Wer sich verkleidet fühlt, fördert damit nicht gerade das eigene Selbstvertrauen. Besser sind vertraute Kleidungsstücke, in denen Sie sich wohlfühlen und die Sie möglichst wenig ablenken.
Suchen Sie sich etwas aus, dass sich möglichst in der Schnittmenge Ihrer Komfortzone und der Ihres Publikums bzw. des Zieles befindet. Wenn Sie ein neues Kleidungsstück tragen wollen, machen Sie sich vorher damit vertraut. Das Publikum merkt, wenn jemand sich verkleidet hat. Manche männlichen Redner wirken in ihren Anzügen so verloren wie ein Konfirmand im Anzug und nicht jede Frau ist gewohnt auf High Heels die Bühne zu erobern.

 

 

 

Wieso unnötige Risiken eingehen?

 

Wer sich eingezwängt fühlt, durch die enge Krawatte kaum noch Luft und Stimme hat, tut sich keinen Gefallen. Es erschwert das Zustandsmanagement ebenso wie wacklig auf hohen Absätzen mehr damit beschäftigt zu sein nicht von der Bühne zu fallen, als mit dem eigentlich geplanten Auftritt. Da verschätzen sich auch auftrittserfahrene Profis. So wie Jennifer Lawrence, 2013 als beste Hauptdarstellerin mit dem Oscar ausgezeichnet. Sie stolperte auf dem Weg zur Trophäe über ihr extra langes Kleid.

 

 

 

Also nur noch in Jogginghose und Sweatshirt vor Publikum?

 

Was angemessen ist und die Botschaft unterstützt, dürfte von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Und zum Glück gibt es ja einen recht großen Spielraum, in dem Sie sich bewegen können. Nutzen Sie eine Variante, die sich in der Schnittmenge mit Ihrer Komfortzone befindet.

 

 

 

Probe

 

Bei einer Probe unter möglichst realistischen Bedingungen finden Sie heraus, ob Ihre Bekleidung geeignet ist. Denken Sie dabei auch daran, nicht nur die herzerwärmende Wechselwirkung von Kleidung und Beleuchtung zu erkunden. Bei intensivem Scheinwerferlicht bietet sich dafür geeignete Kleidung an. Wie wäre es mit einem Zwiebelsystem? Wenn Sie im Bedarfsfall Sakko oder Blazer beiseitelegen können, gibt Ihnen das mehr Spielraum. Doch das geht nicht bei jeder Kleidung so einfach, wenn Ihnen erst warm geworden ist. Dann wird die gesamte Oberbekleidung benötigt, um die Schichten darunter zu verbergen. Ein nicht sehr schöner Kreislauf …

 

 

 

Vorbereitung für den Auftritt

 

Wer sich die Kleidung schon am Vortag bereitlegt, hat es am Veranstaltungstag leicht. Jetzt nur nicht nochmals an getroffenen Entscheidungen wackeln. Sie haben sich bei der Auswahl doch etwas gedacht.