Polemik: Auf den Spuren von Herbert Wehner und Franz Josef Strauss

Polemik ist ein scharfer, oft unsachlicher Meinungsstreit, eine Kontroverse gespickt mit persönlichen Angriffen
Polemik

Polemik

 

Ursprünglich wurde die wissenschaftliche Streitkunst zwischen Experten als Polemik bezeichnet. Polemik ist heute ein scharfer, oftmals unsachlicher Meinungsstreit, eine Kontroverse, die mit persönlichen Angriffen gespickt ist. Polemische Streitgespräche gibt es häufiger bei literarischen, wissenschaftlichen, religiösen, philosophischen und auch politischen Themen.

Eine polemisch geführte Diskussion unterscheidet sich von einer normalen Diskussion in der Wahl der Argumente. Polemiker suchen selten den Konsens, sondern versuchen im rhetorischen Wettstreit ihrem Standpunkt zum Durchbruch zu verhelfen. Und das koste, was es wolle, ohne große Umwege, immer auf das Schlimme.

Das Streitgespräch wirkt aggressiv und verlässt meist die sachliche Ebene. Die Argumente eines polemischen Redners wollen ins Schwarze treffen und sind oft provokant. Der Zweck heiligt die Mittel, wenn es darum geht den erklärten Gegner zu besiegen. Dessen Glaubwürdigkeit, Reputation und häufig auch seine Integrität insgesamt werden angezweifelt. Der polemische Redner bedient sich bei seinen Argumenten des Sarkasmus oder der Ironie. Ein derartiges Streitgespräch kann darauf abzielen den Gegner rhetorisch bloßzustellen, ihn mit seinen eigenen Argumenten zu schlagen. Der polemische Redner führt sein Gegenüber vor und übernimmt stets die Gesprächsführung. Er hinterfragt dessen Glaubwürdigkeit und widerlegt dessen Argumente. So wird der erklärte Gegner demontiert, indem die Widersprüche in seinen Äußerungen aufgezeigt werden und dabei stark übertrieben wird.

 

 

Polemiker

 

Viele Polemiker machen einen äußerst kompetenten Eindruck, wobei die Kompetenz auch als Arroganz ausgelegt werden kann. Geübte Polemiker passen sich dem Gesprächspartner an und beherrschen ein umfangreiches rhetorisches Repertoire, so das sie in Gesprächen die Richtung vorgeben. Sie lenken das Gespräch und lassen ihre Überlegenheit spüren. Rhetoriker, die sich der Polemik bedienen, werden deshalb als aalglatt und nicht zu greifen empfunden.

Zu den bekanntesten deutschen Polemikern gehören Persönlichkeiten wie Karl Marx, Friedrich Engels, Arthur Schopenhauer, Kurt Tucholsky und Gotthold Ephraim Lessing. Bedeutende Politiker der Nachkriegszeit, die sich regelmäßig der Polemik bedient haben, waren Herbert Wehner oder Franz Josef Strauss. Die Auftritte dieser beiden Politiker waren selten zurückhaltend. Und zahlreiche Zeugnisse dafür sind im Internet zu finden.

Vorsicht,
Polemik ist keine Waffe,
sondern ein Bumerang.

2 Kommentare

  1. Karsten Noack

    Die für beide Parteien unangenehmste Art, eine Polemik zu erwidern, ist sich zu ärgern und schweigen: denn der Angreifer erklärt sich das Schweigen gewöhnlich als Zeichen der Verachtung.

    Friedrich Wilhelm Nietzsche

    Antworten
  2. Karsten Noack

    Polemik

    Der Erste hat das Haar gespalten,
    Und einen Vortrag darüber gehalten;
    Der Zweite fügt es neu zusammen
    Und muß die Ansicht des Ersten verdammen;
    Im Buche des Dritten kann man lesen,
    Es sei nicht das richtige Haar gewesen.

    Ludwig Fulda

    Antworten

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