Körpersprache, Status und Statusspiele

Wie die Tiere, so die Menschen: Rangkämpfe! Im Büro und ...
Überdurchschnittliche Reden halten

Statusspiele: Status um jeden Preis

 

Wer krampfhaft versucht einen hohen Status zu sichern, ähnelt jemandem der mit Gewalt ein feuchtes Stück Seife festhalten will.

Karsten Noack

Frans de Waal schreibt in seinem Buch Der Affe in uns über die Ähnlichkeiten bei Primaten und Menschen:

„Bei Schimpansen geschieht es nicht selten, dass ein verletzter Anführer doppelt so viel Energie in seine Drohgebärden steckt wie vorher und damit die Illusion erzeugt, in ausgezeichneter Verfassung zu sein.“

Sollten wir unseren Verwandten ähnlich sein ist dies ein Hinweis dafür, dass es für die Erhaltung der Führungsrolle erforderlich ist sich potent, unverletzt und ohne Schwächen als Angriffsfläche zu präsentieren.

Mit diesem Wissen bewaffnet präsentieren sich dann manche Zeitgenossen. Aus diesem Grund inszenieren manche Personen auch ihre besonders potenten energiegeladenen Auftritt mit riesigem Aufwand. Nur keine Schwächen zeigen, koste es was es wolle!

Besonders deutliche Beispiele liefern die Präsidentschaftswahlen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Da unterliegt ein schwitzender Richard Nixon dem jugendlichen Lächeln von John Fitzgerald Kennedy.

Statusspiele

Oft mehr Schein als Sein: Kopf hoch, Brust raus

 

Das war mehr Schein als Sein, denn John F. Kennedy litt schon als kleiner Junge unter Rückenproblemen, an Asthma und extremer Müdigkeit sowie zahlreichen Allergien. In seiner Biografie ist von Durchfällen, Müdigkeit und mysteriösen Zusammenbrüchen zu lesen. Die Liste der Erkrankungen ist lang. Schon die Liste der von ihm eingenommenen Medikamente ist angsteinflößend Beim Attentat in Dallas blieb er wegen des Stützkorsetts nach dem ersten Schuss aufrecht sitzen und die zweite Kugel in den Kopf tötete ihn. All das erfuhr die Öffentlichkeit erst sehr viel später. Führer sollen gesund und kräftig sein!

 

 

Wer ist hier das Alpha-Tier?

 

Selbst, wenn es nur unwesentliche Gründe sind; Hinweise auf körperliche und geistige Schwäche senken den Status, den Rang in der Hierarchie. Die Bereitschaft zu folgen sinkt. Es steckt tief in uns; wir reagieren auf die Signale, die wir von Alpha-Männchen erwarten. Unser Intellekt sorgt ggf. dafür, dass diese heute etwas andere Kriterien beinhalten und es können heute sowohl Männer als auch Frauen sein. Doch gänzlich frei sind wir davon noch lange nicht.

 

 

 

Persönliche Rolle

 

Viele sind sich nicht bewusst, wie sie auf ihre Umgebung wirken. Nicht jeder wird den eigenen und fremden Erwartungen gerecht. Unbeabsichtigt schaden sie so sich und der Verantwortung, die ihnen inne ist. Gerade missverständliche Körpersprache kann hier noch so guten Absichten entgegenlaufen.

 

 

 

Einblicke und Gestaltungsmöglichkeiten

 

Es lohnt, die eigene Wirkung und Einflussfaktoren genauer kennen und authentisch nutzen zu lernen. Wenn Sie daran Interesse haben

Körpersprache, Status und Statusspiele

 

Das große Karthago führte drei Kriege.
Nach dem ersten war es noch mächtig.
Nach dem zweiten war es noch bewohnbar.
Nach dem dritten war es nicht mehr zu finden.

Bertolt Brecht

 

 

 

Spielplatz

 

Spiele, die Menschen ständig miteinander oder gegeneinander spielen, sind Statusspiele. Auch hier ähneln wir unseren haarigen Verwandten in den Bäumen. Wobei; wie so oft haben wir mit den Schimpansen mehr gemeinsam als mit den Bonobos. Dass es eine gewisse Verwandtschaft gibt, hat sich seit Charles Darwin herumgesprochen. Allerdings sind wir uns der Mechanismen meist nicht bewusst. Während wir bei der Brettspielversion von Mensch ärgere dich nicht! im gedruckten Spielhandbuch nachschlagen können, sind die Regeln im Alltag nicht immer so offensichtlich, zumal viel unter dem Tisch geschieht.

Lernen Sie, wie Sie die Wirkung und die Einflussfaktoren erkennen und damit gestalten. Ein wichtiges Thema: Weshalb ordnet sich, wer wem über oder unter? Statusspiele finden statt, ob wir wollen oder nicht.

 

 

 

Basis

 

Status? Unter Status wird der Grad der sozialen Wertschätzung der Position eines Individuums oder einer Gruppe verstanden. Auf diese Position haben zahlreiche Faktoren Einfluss. Die Einstufung basiert einerseits auf der Ebene von verfügbarem Wissen, Information, Funktion, Position, psychischer Stärke, Besitz, etc. und andererseits über die Persönlichkeit. Die Übermittlung von Persönlichkeit wiederum erfolgt über Gestik, Mimik, Stimme, Sprache, Wortwahl und so weiter. Vieles hat hier mehr oder weniger großen Einfluss.

 

 

 

Alles Rolex?

 

Statusheber, wie etwa Aussehen, Sportlichkeit, Kleidung, Auto und Wohnung werden im so genannten täglichen Statusspiel eingesetzt, um den eigenen Status in die erhoffte Position zu befördern. Da wird dann mitunter ziemlicher Aufwand betrieben, um sich einen guten Platz zu sichern. Die Formen, die das annehmen kann, reichen von angemessen bis skurril und absurd. Die hier praktizierten Anstrengungen – durch extra dickes Auftragen – findet nicht bei jeder Zielgruppe Bewunderung. Immer häufiger wird nach Abkürzungen gesucht, die es ermöglichen Anerkennung, ohne übermäßige eigene Leistungen zu bekommen. Die extra luxuriöse Uhr, übertriebene Schönheitsoperationen in Doppel-D, der geleaste Sportwagen,… Was in der einen Gruppe den Status erhöht, kann einen in einer anderen zum Ausgestoßenen machen.

 

 

 

Weshalb lohnen sich Gedanken zum Thema Status?

 

Wer seine eigene Persönlichkeit und sein individuelles Können bewusst einsetzt, kann seinen eigenen Status selbst bestimmen und sich den nötigen Respekt verschaffen, um in Konfliktsituationen nicht zu unterliegen.

Im täglichen Statusspiel wird deutlich, dass derjenige, der seinen Status bewusst verhandelt, das Spiel eröffnet. In diesem Spiel geht es vor allem um Respekt und Sympathie. Je geringer das Statusgefälle zwischen zwei Personen ist, umso häufiger kommt es zu Statuskämpfen.

 

 

 

Wie kommt es zu einem hohen oder tiefen Status?

 

Der tiefe Status entsteht aus Angst oder Respekt vor dem anderen oder aus dem unbedingten Bedürfnis nach Sympathie.

Menschen mit hohem Status reden freier, ungezwungen, erlauben sich andere Menschen zu unterbrechen und deren Meinung in Frage zu stellen. Sie bewegen sich entspannter, gestikulieren, zeigen eine lebendige Mimik. So jemand beendet ein Gespräch, wenn aus eigener Sicht der Zeitpunkt dafür gekommen scheint. Eigene Bedürfnisse stehen über denen anderer.

Wenn sich jemand selbst einen niedrigen Status zuschreibt, wird von niedrigem innerlichen Status gesprochen. Wenn jemand äußerlich einen hohen Status beansprucht, wird von äußerlich hohem Status gesprochen.

 

 

 

 

Entscheidungsspielräume

 

Die Frage im täglichen Statusspiel: wie weit bin ich bereit mir Respekt zu verschaffen, auch auf die Gefahr hin Sympathien zu verlieren? Die Art und Weise wie ich kommuniziere bedingt, wie ich auf andere wirke. Umso klarer die eigene innere Haltung, desto einfacher fällt es einen hohen Status einzunehmen. Je unklarer die Haltung, umso wahrscheinlicher ist es in einen tiefen Status zu geraten.

Offenbar nehmen wir selbst den Status ein, von dem wir glauben, wir könnten ihn uns leisten. Allerdings hat jedes Mitglied einer Gruppe potentiell den Wunsch seine Position zu verbessern. Es bringt innere und äußere Konflikte mit sich, wenn ein Status nicht anerkannt wird und deshalb immer wieder neu bestätigt und verteidigt werden soll.

Das Motiv für einen freiwillig eingenommen tiefen Status ist oft der Wunsch nach Nähe, weil ein hoher Status tendenziell mit Distanz verbunden ist.

 

 

Die Varianten

 

Vereinfacht:

 

1. Innen hoch und außen hoch

 

Jemand, der sich innen hoch fühlt und außen hoch auftritt, will Distanz und Respekt, bekommt diese auch eher, verzichtet aber auf Sympathie. Menschen mit doppeltem Hochstatus nehmen Auseinandersetzung eher an, als sie zu meiden.

 

 

2. Innen hoch und außen tief

 

Jemand, der sich selbst hoch fühlt und außen tief präsentiert, will Distanz und Sympathie. Dies trifft üblicherweise auf charismatische Personen zu.

 

 

 

3. Innen tief und außen tief

 

Wer sich selbst einen geringen Status zuspricht und sich auch so zeigt, will Nähe und Sympathie. Solche Menschen fügen sich gut in Teams ein. Bei doppeltem Tiefstatus werden Konflikte gescheut.

 

 

 

4. Innen tief und außen hoch

 

Jemand der im Grunde seines Herzens glaubt einen niedrigen Status zu verdienen und trotzdem nach außen einen hohen Status einfordern will, strebt Nähe und Respekt an. Doch weil solche Menschen dadurch arrogant und überheblich wirken, bekommen sie meist beides nicht.

 

 

 

Statuskämpfe

 

Generell ist es im Statuskampf am besten zuerst anzustreben dem anderen eine Brücke zu bauen, bevor es zu blutigen Grabenkämpfen kommt. Nicht jeder ist bei Carl Rogers in die Lehre gegangen und beherrscht sensible Kommunikation. Manch ungeschickter Angriff basiert auf Unsicherheiten und persönlichen Defiziten. Gibt man solchen Menschen die Möglichkeit aus solchen Situation herauszukommen, ohne das Gesicht zu verlieren, geht es meist leichter. Allerdings sind nicht alle Menschen so einsichtig oder neigen zu umfangreichen Grenzüberschreitungen. Dann hilft es nichts die Augen zu verschließen. Gerade das kann als Einladung verstanden werden noch forscher voranzuschreiten.

Im Reich der Statuskämpfe ist Mobbing eine der unerfreulichen Formen. Mobbing ist ein unlauteres Mittel im Statuskampf und zeugt von innerer Schwäche. Doch das tröstet Betroffene nur selten!

 

 

 

Mehr?

 

Sie wollen mehr zu den geheimen Spielregeln des Statusspiels erfahren und sie nutzen? Dann lesen Sie die Artikel und kommen Sie in eine meiner Veranstaltungen.