TV-Duell Angela Merkel und Peer Steinbrück

Bundestagswahlkampf 2013
TV- Duell Angela Merkel und Peer Steinbrück

TV-Duell Angela Merkel und Peer Steinbrück

 

Am Sonntagabend war es endlich so weit: Das erste und einzige Mal, dass Kanzlerin Angela Merkel und Rivale Peer Steinbrück in Deutschland vor der Wahl am 1. September 2013 von 20:30 Uhr bis 22:00 Uhr in einem TV-Duell aufeinander trafen.

Drei Wochen vor der Bundestagswahl forderte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in einer Fernsehdebatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heraus. Als Experte für Körpersprache analysierte ich das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Peer Steinbrück.

Auch bei diesem TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) wirken sich nicht nur die gesprochenen Worte aus. Ich war deshalb auch neugierig, wie sich die beiden Kontrahenten mit ihrer Körpersprache präsentierten. Mehrere Medien hatten mich auch diesmal um Analysen des Auftritts gebeten.

 

 

 

 

Das TV-Duell

 

Beide haben sich eher zurückhaltend gezeigt. Sowohl Merkel als auch Steinbrück sind nicht in der Lage gewesen, die Beziehung zum Zuschauer durch körpersprachliche Gesten zu fördern.

 

 

 

a.) Angela Merkel, wie wir sie kennen

 

In Bezug auf ihren Herausforderer hat sich Merkel etwas geschickter angestellt. Was sie sehr clever gemacht hat: sie hat sich eher vom Status, von der Ausstrahlung her souveräner gezeigt, als er. Sie wandte sich ihm zu, richtete ihre Körperhaltung in seine Richtung, hat ihn angeschaut, während er die ganze Zeit am Pult klebte, die ganze Zeit frontal dazu stehen blieb. Sie hatte die Alpha-Position.

 

 

Raab verärgerte Merkel

 

Ich habe sie lange nicht mehr so verärgert gesehen. Die Bundeskanzlerin war in der ersten halben Stunde des TV-Duells sichtlich genervt, von den Fragen des Co-Moderators Stefan Raab. Sie ist jemand, der nicht gewohnt ist, auf solche Fragen Antworten zu geben und sich vor allen Dingen nicht dazu zwingen zu lassen, etwas zu sagen, was sie nicht möchte. Ich habe sie lange nicht mehr so verärgert gesehen.

Angela Merkel machte, was sie immer tut. Sie erklärte und zitierte das Statistische Bundesamt. Mitgebracht hat sie dazu einige schöne Worthülsen.

 

 

 

b.) Peer Steinbrück: Sachlich, zu sachlich

 

Der Herausforderer Peer Steinbrück versuchte anzugreifen. Doch jeder Anlauf prallte an Merkel ab. Er ist einfach zu zaghaft, zu unverständlich bei seinen Attacken.

Steinbrück vermittelte durch seine Körpersprache den Eindruck, als wenn er nicht mehr sehr viel zu verlieren habe. Chance vertan: Als wirklicher Macher hat der SPD-Kanzlerkandidat sich nicht präsentiert. Er hat die Ausstrahlung eines Technokraten. Das ist keiner, der Menschen führen kann, motivieren kann, da ist kein Enthusiasmus. So wirkt jemand, der Dinge sachlich abarbeiten kann.

 

 

 

 

Fazit

 

Einen klaren Sieger des Duells ist nicht auszumachen. Null zu Null: Wirklich überzeugt haben beide Kandidaten nicht. In wenigen Tagen wird das Zusammentreffen ohne Auswirkungen sein.

Das war kein TV-Duell, sondern gepflegte Langeweile. Das Herunterbeten von Parteiprogrammen ersetzt keine Leidenschaft. Blass wirken beide, doch sie ist im Amt. Steinbrück hatte dem Kanzlerbonus nichts entgegenzusetzen.

 

 

 

 

Hätte, hätte, Deutschlandkette

 

Wenn es einen Sieger zu küren gilt, dann ist es die schwarz-gold-rote Halskette von Kanzlerin Angela Merkel.

Selbst einen Tag nach der Debatte war das Schmuckstück noch ein Topthema beim Kurznachrichtendienst Twitter. Während Angela Merkel und ihr Herausforderer Peer Steinbrück noch vor der Kamera standen, erhielt die Halskette der Kanzlerinnen mit #schlandkette einen eigenen Hashtag. Auch vielen anderen Medien war die Aufregung um die Kette Beachtung wert.

Merkel dürfte sich bei der Wahl dieses Accessoires etwas gedacht haben. Bei so einer Gelegenheit überlässt niemand unnötig etwas dem Zufall.