Steve de Shazer, Insoo Kim Berg und die Kurzzeittherapie

Modelle

Kommunikation ist eine Kette mehr oder weniger nützlicher Missverständnisse.

 

Steve de Shazer

 

Steve de Shazer (1940–2005) und seine Frau Insoo Kim Berg (1934–2007) sind untrennbar mit der Entwicklung der Kurzzeittherapie verbunden. 1982 gründeten sie das Brief Family Therapy Center (BFTC) in Milwaukee/Wisconsin, USA.

Systemische Beratung

Problemtalk creates problems. Solutiontalk creates solutions.

 

Steve de Shazer

 

 

Die bekannteste aus ihrer gemeinsamen Arbeit hervorgegangene Technik ist die sogenannte „Wunderfrage“. Die Grundannahme hierbei ist, dass schon die Beantwortung der Frage „Woran werden Sie merken, dass Ihr Problem gelöst ist?“ Veränderungen anregt, da durch sie Potenziale zur Lösungsfindung aktiviert werden. Bei Kurzzeitinterventionen befindet sich die Lösung von Konflikten und Problemen im Zentrum der Betrachtung. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch über die entsprechenden Ressourcen verfügt, die er für die Lösung seines Problems benötigt.

 

 

Gerade wenn man glaubt etwas ganz sicher zu wissen, muss man sich um eine andere Perspektive bemühen.

 

(Satz im Film „Der Club der toten Dichter)

 

Der Kreislauf immer wiederkehrender Schwierigkeiten wird durchbrochen, indem der Klient lernt, sich in typischen Situationen anders zu verhalten. Dies wiederum bewirkt eine Veränderung beim Klienten selber, aber auch bei seinem Umfeld. In der Zusammenarbeit wird besonderer Wert auf die Wahrnehmung und Förderung der Fähigkeiten und Ressourcen von Menschen gelegt. Diese Haltung findet sich in wirksamen Coachings und Therapien wieder, wie der Arbeit mit Hypnobalancing™. Inspiriert wurde sie maßgeblich von Milton H. Erickson.

 

 

 

Grundprinzipien

 

Wenn es funktioniert, dann mache mehr davon.
Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, dann mache etwas anderes.

 

Steve de Shazer

 

 

Lösungsfokussierung

 

Lösungsfokussierung bedeutet, die positiven Unterschiede zu erkennen, zu verstärken und gegebenenfalls gezielter zu nutzen.

  • Was nicht kaputt ist, muss auch nicht repariert werden.
  • Wenn etwas nicht funktioniert, sollte etwas anderes gemacht werden.
  • Das, was funktioniert, sollte häufiger getan werden.

 

 

Einfachheit (Simplicity)

 

  • Kleine Schritte können zu großen Veränderungen führen.
  • Die Lösung hängt nicht zwangsläufig direkt mit dem Problem zusammen.
  • Die Sprache der Lösungsentwicklung ist eine andere als die, die zur Problembeschreibung notwendig ist.
  • Kein Problem besteht ohne Unterlass. Es gibt üblicherweise Ausnahmen, die zur Orientierung genutzt werden können.
  • Die Zukunft ist sowohl etwas Geschaffenes als auch etwas Verhandelbares.

 

 

Perspektiverweiterung

 

Paul Watzlawick erinnerte uns daran, dass jeder meint, dass seine Wirklichkeit die wirkliche Wirklichkeit ist. Doch mit den Worten von Henry David Thoreau kommen mehr Lösungen ins Spiel; „Indem wir unser Denken verändern, verändern wir unser Leben.‟ Ein Sprichwort sagt; Mit der Drehung des Kopfes löst sich nicht das Problem, sondern es ergeben sich Blickwinkel, aus denen sich die Lösung ergibt.

 

 

Sie haben beide Eindruck hinterlassen

 

Nur weil ich lösungsorientiert bin, bedeutet das noch lange nicht, dass ich eine Problemphobie habe.

 

Insoo Kim Berg

 

Steve de Shazer und Insoo Kim Berg haben bei mir und vielen anderen einen tiefen Eindruck hinterlassen. Ich hatte das Glück, sie mehrmals in Ausbildungen zu erleben und empfand sie als sehr inspirierend. Ihre Ideen werden in der Arbeit vieler Praktiker weiterleben.

 

Wenn sie unzufrieden über ihre Beziehung sind, dann überlegen sie sich, bevor sie etwas verändern, was unbedingt nicht verändert werden sollte.

 

Steve de Shazer

 

 

 

Bücher von Steve de Shazer

 

Die Kraft des Gedanken ist unsichtbar wie der Same, aus dem ein riesiger Baum erwächst.
Sie ist aber der Ursprung für die sichtbaren Veränderungen im Leben des Menschen.

 

Tolstoi

 

 

Wege der erfolgreichen Kurztherapie

 

Vorstellung der Methode der „Wunderfrage“ und anderer Interventionen. Wirklich leicht und gut lesbar ist dieses Buch nicht. Als Anschaffung für Interessierte ist es dennoch empfehlenswert.

 

 

„… Worte waren ursprünglich Zauber“. Lösungsorientierte Therapie in Theorie und Praxis

 

De Shazer untersucht in diesem Buch die therapeutische Konversation mit Bezugnahme auf Bateson, Freud, Lacan, Wittgenstein, Sherlock Holmes und andere. Hilfreich sind die detaillierten, kommentierten Transkripte lösungsorientierter Therapiesitzungen mit Anschauungsmaterial, Lernhilfen und Praxisbeispielen, die Neulinge wie erfahrene Therapeuten nutzen können.

 

 

Der Dreh: Überraschende Wendungen und Lösungen in der Kurzzeittherapie

 

Die Meinungen zu diesem Buch gehen weit auseinander. Er beschreibt hier die Verschmelzung hypnotherapeutischer Interventionen Milton Ericksons mit lösungsorientierten Vorgehensweisen der systemischen Kurzzeittherapie.

 

 

Das Spiel mit den Unterschieden. Wie therapeutische Lösungen lösen

 

Im Buches soll es um die Therapie als solche gehen, ein beobachtetes Gespräch zwischen Klient und Therapeut. In Fallbeschreibungen beschreibt Steve de Shazer die Aspekte des lösungsorientierten therapeutischen Gesprächs als eine fortschreitende, sinnvolle Erzählung. Erzählen gelingt ihm in diesem Buch selbst allerdings nicht. Große Teile des Buches ziehen sich, bis es endlich kurz etwas interessanter wird.

 

 

Mehr als ein Wunder: Die Kunst der lösungsorientierten Kurzzeittherapie

 

Im Buch, knüpft an die Bücher „Der Dreh“ und „Das Spiel mit Unterschieden“ an. Es werden darin verschiedene Interventionen beschrieben. Auch hier ist das Ziel die Ressourcen von Klienten zu aktivieren, mit denen diese Lösungen für ihr Problem finden und umsetzen können. „Mehr als ein Wunder“ ist das letzte Buch, an dem Steve de Shazer mitgeschrieben hat.