Transaktionsanalyse: Kommunikationsmuster erkennen, bevor sie Gespräche bestimmen
Kommunikationsmuster verstehen und verändern
Transaktionsanalyse: Kommunikationsmuster erkennen, bevor sie Gespräche bestimmen
Manche Gespräche kippen erstaunlich schnell.
Eine Person macht einen sachlichen Vorschlag.
Die andere reagiert belehrend.
Darauf folgt Trotz.
Dann kommt Rechtfertigung.
Und plötzlich sprechen zwei erwachsene Menschen miteinander, als hätten beide eine vollkommen andere Rolle übernommen.
Genau solche Muster versucht die Transaktionsanalyse sichtbar zu machen.
Die Transaktionsanalyse ist weniger ein Etikett für Menschen als ein Modell dafür, aus welcher Haltung wir gerade denken, fühlen und kommunizieren.
Was ist Transaktionsanalyse?
Die Transaktionsanalyse, häufig mit TA abgekürzt, wurde vom kanadisch-amerikanischen Psychiater Eric Berne entwickelt.
Sie ist zugleich:
- ein psychologisches Modell
- ein Kommunikationsmodell
- ein Ansatz zur Selbstreflexion
- ein psychotherapeutisches Verfahren
In Beratung, Coaching, Führung und Kommunikation wird besonders häufig mit den Konzepten der Ich-Zustände und der Transaktionen gearbeitet.
Wer war Eric Berne?
Eric Berne wurde 1910 in Montreal geboren.
Er studierte Medizin und arbeitete später als Psychiater.
In den 1950er-Jahren entwickelte er die Grundlagen der Transaktionsanalyse.
Bekannt wurde er auch durch sein Buch Games People Play, auf Deutsch Spiele der Erwachsenen.
Eric Berne starb 1970 im Alter von 60 Jahren.
Die Grundidee der Ich-Zustände
Ein zentraler Gedanke der Transaktionsanalyse lautet:
Menschen reagieren nicht in jeder Situation aus derselben inneren Haltung.
Berne unterschied drei grundlegende Ich-Zustände:
- Eltern-Ich
- Erwachsenen-Ich
- Kind-Ich
Damit sind keine festen Persönlichkeitstypen gemeint.
Ein Mensch kann innerhalb weniger Minuten zwischen unterschiedlichen Zuständen wechseln.
Wichtig: Du bist nicht dein Ich-Zustand
Das Modell wird schnell missverstanden.
Dann heißt es:
„Er ist eben im Kind-Ich.“
Oder:
„Sie ist ein typisches Eltern-Ich.“
Das macht aus einem Denkmodell ein Etikett.
Hilfreicher ist:
Welcher Ich-Zustand prägt diese konkrete Situation gerade?
Das Eltern-Ich
Im Eltern-Ich reagieren Menschen aus übernommenen Regeln, Bewertungen, Haltungen oder Fürsorgemustern.
Das kann beispielsweise klingen wie:
„So macht man das.“
„Das gehört sich nicht.“
„Komm, ich kümmere mich darum.“
Das Eltern-Ich kann:
- orientierend
- schützend
- fürsorglich
- kritisch
- kontrollierend
wirken.
Das Eltern-Ich ist nicht automatisch schlecht
Eine Führungskraft muss gelegentlich:
Grenzen setzen.
Standards benennen.
Verantwortung übernehmen.
Orientierung geben.
Das kann sehr hilfreich sein.
Problematisch wird es eher, wenn Kommunikation dauerhaft:
bevormundend.
abwertend.
moralisch überhöht.
oder kontrollierend.
wird.
Das Kind-Ich
Das Kind-Ich umfasst Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster, die mit früheren Erfahrungen verbunden sein können.
Es kann sich zeigen als:
- Spontaneität
- Neugier
- Spielfreude
- Kreativität
- Anpassung
- Trotz
- Rückzug
Auch hier gilt:
Das Kind-Ich ist nicht automatisch unreif.
Das freie Kind-Ich
Dieser Anteil kann besonders sichtbar werden bei:
Freude.
Kreativität.
Neugier.
Humor.
Spontaneität.
In Unternehmen wäre es wenig hilfreich, jede kindliche Qualität aus Kommunikation zu entfernen.
Innovation braucht häufig genau solche Momente.
Das angepasste Kind-Ich
Anders kann es wirken, wenn Menschen sich stark an Erwartungen anpassen.
Zum Beispiel:
„Dann sage ich lieber nichts.“
„Ich mache es eben so, wie er es möchte.“
„Hauptsache, ich bekomme keinen Ärger.“
Das kann kurzfristig Konflikte vermeiden.
Langfristig kann es Eigenverantwortung und offene Kommunikation schwächen.
Das rebellische Kind-Ich
Es kann sich zeigen in:
Trotz.
Widerstand.
Protest.
oder dem reflexhaften Wunsch:
„Jetzt erst recht nicht.“
Auch das kann wichtige Informationen enthalten.
Vielleicht wird gerade eine Grenze überschritten.
Vielleicht entsteht Widerstand gegen Kontrolle.
Vielleicht läuft jedoch nur ein vertrautes Muster ab.
Das Erwachsenen-Ich
Das Erwachsenen-Ich beschreibt eine stärker gegenwartsbezogene, prüfende und sachorientierte Haltung.
Fragen lauten dann beispielsweise:
Was wissen wir?
Was nehmen wir an?
Was ist jetzt sinnvoll?
Welche Optionen haben wir?
Das Erwachsenen-Ich versucht, Informationen aus der aktuellen Situation zu verarbeiten, statt ausschließlich aus übernommenen Regeln oder automatischen Reaktionen zu handeln.
Das Erwachsenen-Ich bedeutet nicht emotionslos
Das wird häufig missverstanden.
Erwachsene Kommunikation bedeutet weniger:
kühl.
gefühllos.
distanziert.
zu sprechen.
Gefühle können Teil einer sachlichen Wahrnehmung sein.
Zum Beispiel:
„Ich merke, dass mich diese Situation ärgert. Bevor wir entscheiden, möchte ich die Fakten sauber trennen.“
Emotion und Klarheit schließen sich nicht aus.
Warum das Erwachsenen-Ich in Konflikten hilfreich sein kann
Konflikte ziehen Menschen leicht in alte Muster.
Eine Person kritisiert.
Die andere rechtfertigt sich.
Die erste kritisiert stärker.
Die zweite wird trotzig.
Dann geht es immer weniger um das ursprüngliche Problem.
Das Erwachsenen-Ich kann den Prozess unterbrechen.
Zum Beispiel:
„Lassen Sie uns klären, worin genau das Problem besteht.“
Was ist eine Transaktion?
In der Transaktionsanalyse bezeichnet eine Transaktion einen kommunikativen Austausch.
Eine Person sendet einen Reiz.
Die andere reagiert.
Zum Beispiel:
„Wann ist der Bericht fertig?“
„Morgen um 15 Uhr.“
Das ist eine einfache Transaktion.
Komplementäre Transaktionen
Bei einer komplementären Transaktion passt die Reaktion zur angesprochenen Ebene.
Zum Beispiel:
Erwachsenen-Ich:
„Welche Zahl fehlt uns noch?“
Erwachsenen-Ich:
„Die Kostenprognose für das dritte Quartal.“
Die Kommunikation kann weiterlaufen.
Überkreuzte Transaktionen
Interessanter wird es, wenn die Antwort aus einem anderen Ich-Zustand kommt.
Zum Beispiel:
„Wann ist der Bericht fertig?“
Antwort:
„Du musst mich nicht ständig kontrollieren!“
Die erste Frage könnte sachlich gemeint gewesen sein.
Die Antwort reagiert jedoch auf eine wahrgenommene Kontrolle.
Jetzt sprechen die Beteiligten plötzlich über etwas anderes.
Überkreuzte Kommunikation ist nicht automatisch schlecht
Auch hier lohnt sich Differenzierung.
Manchmal ist gerade eine Unterbrechung des bisherigen Musters sinnvoll.
Wenn jemand beispielsweise bevormundend spricht, kann eine sachliche Erwachsenen-Antwort die Dynamik verändern.
Beispiel aus dem Berufsalltag
Eine Führungskraft sagt:
„Wie oft muss ich Ihnen eigentlich noch erklären, dass dieser Bericht morgens fertig sein muss?“
Das kann beim Gegenüber ein angepasstes oder rebellisches Kind-Ich aktivieren.
Zum Beispiel:
„Ja, Entschuldigung. Ich mache es sofort.“
Oder:
„Dann machen Sie ihn doch selbst.“
Beide Reaktionen können das Muster stabilisieren.
Eine andere Antwort
Zum Beispiel:
„Der Bericht war heute zu spät. Lassen Sie uns klären, was konkret künftig bis wann vorliegen soll.“
Damit wird versucht, die Kommunikation wieder auf die Sachebene zu bringen.
Führung kann Kind-Verhalten ungewollt produzieren
Das ist ein wichtiger Punkt.
Führungskräfte beklagen manchmal:
„Meine Mitarbeitenden übernehmen keine Verantwortung.“
Gleichzeitig kommunizieren sie möglicherweise dauerhaft:
kontrollierend.
bevormundend.
kleinteilig.
Dann kann ein Muster entstehen:
starkes Eltern-Ich auf der einen Seite – angepasstes Kind-Ich auf der anderen.
Wer alles entscheidet, bekommt Menschen, die weniger entscheiden
Wenn Führung ständig vorgibt:
was.
wie.
wann.
in welcher Reihenfolge.
dann sinkt der Raum für Eigenverantwortung.
Später überrascht es wenig, wenn Mitarbeitende häufiger fragen:
„Was soll ich jetzt tun?“
Erwachsenen-Kommunikation fördert Verantwortung
Zum Beispiel:
„Was schlagen Sie vor?“
„Welche Optionen sehen Sie?“
„Welche Entscheidung brauchen Sie von mir?“
Solche Fragen können Autonomie unterstützen.
Transaktionsanalyse in Meetings
Auch Meetings enthalten schnell erkennbare Muster.
Zum Beispiel:
Eine Person übernimmt ständig die Lehrerrolle.
Andere werden zunehmend passiv.
Oder:
Eine Person reagiert auf jede Rückfrage defensiv.
Darauf wird immer vorsichtiger gefragt.
Das ursprüngliche Thema verschwindet hinter der Beziehungsebene.
Frage im Meeting: Was passiert gerade zwischen uns?
Das kann hilfreicher sein als:
„Warum ist diese Person so schwierig?“
Vielleicht entsteht gerade eine wechselseitige Dynamik.
Transaktionsanalyse bei schwierigen Gesprächen
Vor einem Konfliktgespräch kannst du dich fragen:
- Welche Rolle nehme ich leicht ein?
- Welche Reaktion löse ich damit häufig aus?
- Was passiert, wenn mein Gegenüber kritisch wird?
- Wie komme ich zurück in eine erwachsene, klare Haltung?
Die eigene Rolle zuerst betrachten
Das ist häufig produktiver als die Diagnose des Gegenübers.
Weniger:
„Er ist im Kind-Ich.“
Stärker:
„Was tue ich gerade, das diese Dynamik möglicherweise mit aufrechterhält?“
Transaktionsanalyse und Feedback
Feedback kann sehr unterschiedlich klingen.
Elternhaft:
„So macht man das nicht.“
Erwachsen:
„Im zweiten Teil fehlen mir zwei Informationen, um die Empfehlung nachvollziehen zu können.“
Der zweite Satz beschreibt konkreter, was fehlt.
Bewertung und Beobachtung unterscheiden
Weniger:
„Sie arbeiten unzuverlässig.“
Stärker:
„Die letzten drei Berichte kamen jeweils nach dem vereinbarten Termin.“
Dann kann über Verhalten gesprochen werden.
Transaktionsanalyse in Verhandlungen
Auch Verhandlungen können in Rollen kippen.
Zum Beispiel:
Eine Seite belehrt.
Die andere widersetzt sich.
Nun wird Status wichtiger als Lösung.
Dann kann eine erwachsene Frage helfen:
„Welche konkrete Bedingung verhindert derzeit eine Einigung?“
Statusspiele erkennen
Manche Gespräche drehen sich zunehmend darum:
Wer hat recht?
Wer gibt nach?
Wer ist oben?
Wer ist unten?
Dann kann die eigentliche Aufgabe aus dem Blick geraten.
„Ich bin okay – du bist okay“
Mit der Transaktionsanalyse wird häufig die Grundhaltung:
Ich bin okay – du bist okay
verbunden.
Sie bedeutet weniger:
Alles ist akzeptabel.
Jedes Verhalten ist in Ordnung.
Jede Forderung muss erfüllt werden.
Interessanter ist:
Der Wert der Person und die Bewertung ihres Verhaltens werden getrennt.
Du kannst Verhalten kritisieren, ohne den Menschen abzuwerten
Zum Beispiel:
„Diese Entscheidung halte ich für falsch.“
Das ist etwas anderes als:
„Sie sind unfähig.“
Diese Trennung ist für gute Konfliktkommunikation ausgesprochen wertvoll.
Transaktionsanalyse und Grenzen
Respektvolle Kommunikation bedeutet kaum, alles hinzunehmen.
Erwachsene Kommunikation kann sehr klar sein.
Zum Beispiel:
„In diesem Ton führe ich das Gespräch nicht weiter.“
Oder:
„Über die Entscheidung können wir sprechen. Persönliche Angriffe gehören für mich nicht dazu.“
Klarheit braucht keine Abwertung.
Wenn jemand dich in eine Rolle ziehen möchte
Vielleicht wird dir signalisiert:
„Sei brav.“
„Rebelliere.“
„Rette mich.“
„Sag mir, was ich tun soll.“
Du musst die angebotene Rolle weniger automatisch übernehmen.
Du kannst anders reagieren.
Der Wechsel des Ich-Zustands kann die Dynamik verändern
Wenn ein Gespräch eskaliert, frage:
Welche Antwort würde die Sachebene wieder öffnen?
Zum Beispiel:
„Was genau möchten Sie von mir?“
„Welche Entscheidung steht jetzt an?“
„Welcher Punkt ist aus Ihrer Sicht noch ungeklärt?“
Transaktionsanalyse als Beobachtungsmodell
Der größte Nutzen liegt für mich weniger darin, andere Menschen zu kategorisieren.
Er liegt darin, Muster schneller zu erkennen.
Zum Beispiel:
Was passiert gerade?
Wie reagiere ich automatisch?
Welche Alternative habe ich?
Das Modell ist nicht die Wirklichkeit
Dieser Satz ist wichtig.
Die drei Ich-Zustände sind ein Modell.
Menschen sind komplexer.
Das Modell kann helfen, Kommunikation zu strukturieren.
Es sollte weniger dazu dienen, jede Reaktion psychologisch zu erklären.
Vorsicht vor Ferndiagnosen
Wenn jemand laut wird, wissen wir dadurch noch nicht:
welcher Ich-Zustand „wirklich“ aktiv ist.
Wenn jemand schweigt, kennen wir seine Motivation ebenso wenig.
Die TA kann Hypothesen liefern.
Sie ersetzt keine Kenntnis der Person.
Besonders problematisch: „Du bist gerade im Kind-Ich“
Solche Aussagen können schnell bevormundend wirken.
Ironischerweise reproduziert die Diagnose damit genau die Dynamik, die sie angeblich erklären soll.
Besser ist:
„Ich habe den Eindruck, wir sprechen gerade weniger über die Sache als über unseren Umgang miteinander.“
Transaktionsanalyse und Selbstreflexion
Einige hilfreiche Fragen:
- Wann werde ich besonders kritisch oder belehrend?
- Wann passe ich mich zu schnell an?
- Wann reagiere ich trotzig?
- Wann verliere ich unter Druck die Sachebene?
- Was hilft mir, wieder klarer zu werden?
Dein bevorzugtes Muster unter Stress
Viele Kommunikationsmuster werden besonders sichtbar, wenn Druck steigt.
Vielleicht wirst du dann:
kontrollierender.
defensiver.
rebellischer.
übermäßig angepasst.
Gerade deshalb lohnt sich Selbstbeobachtung in anspruchsvollen Situationen.
Transaktionsanalyse und Executive Presence
Auch für Führung auf höherer Ebene ist das Modell interessant.
Executive Presence bedeutet unter anderem:
unter Druck nicht automatisch in alte Kommunikationsrollen zu rutschen.
Zum Beispiel:
bei Kritik.
Widerspruch.
Statusdruck.
oder persönlichem Angriff.
Die erwachsene Haltung unter Druck
Sie kann beispielsweise lauten:
„Ich höre den Einwand.“
„Lassen Sie uns die Annahme prüfen.“
„An diesem Punkt widerspreche ich.“
„Diese Information habe ich derzeit nicht.“
Ruhig.
Klar.
Verantwortlich.
Führung ohne Elternrolle
Führung verlangt Entscheidungen und Grenzen.
Sie verlangt jedoch weniger, erwachsene Mitarbeitende dauerhaft wie Kinder zu behandeln.
Eine starke Führungskraft kann:
klar entscheiden.
Erwartungen benennen.
Konsequenzen ziehen.
und trotzdem auf Augenhöhe kommunizieren.
Augenhöhe bedeutet nicht Gleichheit der Rollen
Eine Führungskraft besitzt andere Verantwortung als ein Mitarbeitender.
Ein Vorstand andere als ein Projektleiter.
Augenhöhe bedeutet weniger identische Entscheidungsmacht.
Sie bedeutet:
Respekt gegenüber erwachsenen Menschen trotz unterschiedlicher Rollen.
Wenn Kommunikation immer gleich eskaliert
Dann lohnt sich die Frage:
Welche Transaktion beginnt das Muster?
Welche Antwort stabilisiert es?
Und wo könnte etwas anderes geschehen?
Damit wird der Kreislauf greifbarer.
Beispiel: Kritik und Rechtfertigung
Person A:
„Warum haben Sie das schon wieder so gemacht?“
Person B:
„Weil Sie mir nie klare Informationen geben!“
Person A:
„Jetzt schieben Sie es wieder auf andere.“
Das Muster lebt inzwischen von sich selbst.
Ein möglicher Ausstieg
„Der Punkt ist berechtigt. Ich möchte zwei Dinge trennen: meine Entscheidung und die Informationslage. Beginnen wir mit meiner Entscheidung.“
Damit verändert sich die Transaktion.
„Spiele“ in der Transaktionsanalyse
Eric Berne beschrieb auch wiederkehrende Interaktionsmuster, die er psychologische „Spiele“ nannte.
Gemeint sind weniger spielerische Situationen.
Es geht um wiederkehrende Kommunikationsabläufe, die häufig zu einem vertrauten, unangenehmen Ergebnis führen.
Warum wiederholen Menschen solche Muster?
Weil sie vertraut sein können.
Ein Gespräch endet vielleicht immer mit:
Ärger.
Rückzug.
Rechtfertigung.
oder Überlegenheit.
Obwohl das Ergebnis unangenehm ist, ist das Muster bekannt.
Ein nützlicher Hinweis
Wenn du nach einem Gespräch denkst:
„Wie sind wir schon wieder hier gelandet?“
lohnt sich die Suche nach dem wiederkehrenden Ablauf.
Transaktionsanalyse im Coaching
Im Coaching kann TA beispielsweise helfen:
- wiederkehrende Kommunikationsmuster zu erkennen
- eigene Trigger wahrzunehmen
- Konflikte differenzierter zu betrachten
- alternative Reaktionen vorzubereiten
- Führungskommunikation zu reflektieren
Das Modell ist dabei ein Werkzeug.
Nicht das Ziel.
Wann das Modell besonders hilfreich sein kann
Zum Beispiel bei:
- wiederkehrenden Konflikten
- schwierigen Führungsgesprächen
- Verhandlungen
- Teamdynamiken
- Grenzsetzung
- Kommunikation unter Druck
Wann das Modell weniger hilft
Wenn jede Reaktion zwanghaft in eine Kategorie gepresst wird.
Oder wenn Begriffe wie Eltern-Ich und Kind-Ich benutzt werden, um andere abzuwerten.
Dann wird ein nützliches Modell selbst Teil des Kommunikationsproblems.
Fünf praktische Fragen für schwierige Gespräche
1. Welche Haltung nehme ich gerade ein?
Belehrend?
angepasst?
rebellisch?
prüfend?
2. Welche Reaktion löse ich damit möglicherweise aus?
Betrachte die Wechselwirkung.
3. Was ist die eigentliche Sachfrage?
Zurück zum Thema.
4. Welche Antwort hält den Konflikt am Laufen?
Das Muster erkennen.
5. Wie könnte eine erwachsene Antwort aussehen?
Klar, respektvoll und gegenwartsbezogen.
Häufige Fragen
Was ist Transaktionsanalyse?
Die Transaktionsanalyse ist ein von Eric Berne entwickelter psychologischer Ansatz zur Betrachtung von Persönlichkeit, Kommunikation und Beziehungen. Zu ihren bekanntesten Konzepten gehören die drei Ich-Zustände und die Analyse von Transaktionen zwischen Menschen.
Welche drei Ich-Zustände gibt es?
Die klassische Transaktionsanalyse unterscheidet Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich und Kind-Ich. Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche Muster von Denken, Fühlen und Verhalten und keine festen Persönlichkeitstypen.
Was ist das Erwachsenen-Ich?
Das Erwachsenen-Ich beschreibt eine gegenwartsbezogene, prüfende Haltung, die aktuelle Informationen verarbeitet und Entscheidungen stärker an der konkreten Situation orientiert.
Ist das Kind-Ich etwas Negatives?
Nein. Spontaneität, Kreativität, Freude und Neugier werden ebenso dem Kind-Ich zugeordnet wie angepasste oder rebellische Reaktionen.
Ist das Eltern-Ich problematisch?
Nicht grundsätzlich. Orientierung, Fürsorge und klare Standards können hilfreich sein. Problematisch kann ein dauerhaft bevormundender, kontrollierender oder abwertender Kommunikationsstil werden.
Was ist eine überkreuzte Transaktion?
Eine überkreuzte Transaktion entsteht, wenn eine Reaktion nicht aus dem angesprochenen Ich-Zustand erfolgt und dadurch die bisherige Kommunikationslinie unterbrochen wird. Das kann Konflikte erzeugen, muss jedoch nicht automatisch negativ sein.
Hilft Transaktionsanalyse bei Konflikten?
Sie kann helfen, wiederkehrende Interaktionsmuster sichtbar zu machen und alternative Reaktionen zu entwickeln. Sie sollte dabei als Modell und nicht als starres Diagnosesystem verstanden werden.
Kann Transaktionsanalyse in Führung eingesetzt werden?
Ja. Besonders hilfreich kann sie bei der Reflexion von Führungskommunikation, Verantwortung, Konflikten und wiederkehrenden Rollenmustern sein.
Der entscheidende Gedanke
Transaktionsanalyse kann Kommunikation verständlicher machen.
Ihr Wert liegt weniger darin, Menschen in drei Schubladen zu sortieren.
Interessanter ist:
Welche Dynamik entsteht gerade?
Welche Rolle nehme ich ein?
Welche Reaktion löse ich aus?
Und:
Welche andere Antwort würde dieses Gespräch verändern?
Ein Kommunikationsmuster verliert einen Teil seiner Macht, sobald du es erkennst und bewusst anders reagieren kannst.
Wiederkehrende Kommunikationsmuster verändern
Wenn bestimmte Gespräche immer wieder ähnlich verlaufen, kann es hilfreich sein, die Dynamik genauer zu betrachten.
Zum Beispiel bei:
- Führungskonflikten
- schwierigen Gesprächen
- wiederkehrenden Rechtfertigungsschleifen
- Grenzkonflikten
- Kommunikation unter Druck
Im persönlichen 1:1 können wir an einer konkreten Situation arbeiten.
Dabei geht es weniger darum, dein Gegenüber psychologisch zu etikettieren.
Interessanter ist:
Was passiert zwischen euch?
Welchen Anteil kannst du beeinflussen?
Wie kannst du klarer, souveräner und wirksamer reagieren?
Das Modell der Transaktionsanalyse kann dabei eines von mehreren hilfreichen Werkzeugen sein.
Online oder persönlich in Berlin.
Der nächste Schritt
Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.
Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:
- worum es geht
- was du erreichen möchtest
- bis wann das Thema relevant ist
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Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.
Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.
Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.
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Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 17. Mai 2007
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