23 Hinweise, dass mit einem Coach etwas nicht stimmt

Woran ist zu erkennen, ob ein Coach gut oder schlecht ist?

 

Woran ist zu erkennen, ob ein Coach geeignet ist oder nicht?

Wann ist ein Coach gut oder schlecht?

 

Man muss die Menschen lieben, um sie ändern zu können.

Johann Heinrich Pestalozzi

Woran ist zu erkennen, ob ein Coach geeignet ist oder nicht?

 

Die Berufsbezeichnung Coach ist weder geschützt, noch an Voraussetzungen geknüpft. Die Flut von Zertifikaten mit unterschiedlichsten Titeln hat es noch schwerer gemacht, einen geeigneten Coach zu finden. Sie sind oft nur überteuerte Marketingargumente ohne praktischen Beitrag. Viele Menschen suchen nach einem neuen Betätigungsfeld und einfach zu erwerbende Geschäftsideen verkaufen sich gut. Das Überangebot rund um Coaching sorgt nicht nur für Unübersichtlichkeit, sondern auch dafür, dass nur ein kleiner Anteil der Anbieter jemals die erforderlichen Voraussetzungen erwerben kann.

23 Hinweise, für fehlende Eignung als Coach

 

Mögliche Hinweise, dass es sich um einen für Sie ungeeigneten Coach handelt. Meine ganz persönlichen Beobachtungen:

 

1. Fehlende Chemie

 

Es genügt nicht, dass die Methoden zum Anliegen des Klienten passen und der Coach sie gekonnt zielführend einsetzt, sondern auch darauf, dass Coach und Klient zueinander passen.

Ein erfahrener Coach ist in der Lage, in kurzer Zeit eine tragfähige Beziehung zum Klienten herzustellen, damit die Zusammenarbeit in vertraulicher Atmosphäre Früchte trägt.

Damit Interessenten sich schon im Vorfeld einen ersten Eindruck vom Coach machen können, kann er dafür entsprechende Informationen über sich bereitstellen. Manche Anbieter geben sehr viel über sich Preis, bloggen beispielsweise, um zu vermitteln, wie sie ticken.

Einzelstunden, statt sofortiger Rahmenverträge, machen es ebenfalls leichter. „Drum prüfe, wer sich ewig binde, ob…“.

Wenn die Chemie schon am Anfang nicht stimmt, wird sie am Ende erst recht nicht stimmen.

2. Unrealistische Versprechungen

 

Kernige Versprechungen, wie „Ich verbessere Ihr Leben in einer einzigen Sitzung“, machen hoffentlich stutzig.

3. Erfolgszusagen

 

Ein guter Coach wird Ihnen den Erfolg niemals garantieren, weil das nicht in seiner Macht liegt, dann wäre er Zauber. Aus seinen Erfahrungen heraus kann er von früheren Ergebnissen berichten und wird das ohne Übertreibung tun.

4. Umfangreiche unbezahlte Vorgespräche

 

Professionelle Coaches kalkulieren ihre Stundensätze, so dass sie Qualität liefern können. Das erfordert beispielsweise auch eigene Supervision. Insbesondere Anfänger verzichten darauf gerne, um durch kostenlose Erstsitzungen ins Geschäft zu kommen. Profis bieten honorierte erste Sitzungen, in den Kennenlernen, erstes Profiling und praktische Zusammenarbeit stattfinden.

5. Keine adäquaten Ausbildungen, Kenntnisse und Fähigkeiten

 

Der Coach bringt keine relevanten Aus- und Weiterbildungen mit. Insbesondere fundierte psychologische Kenntnisse und Fertigkeiten sind grundlegend.

6. Fehlende nachweisbare Erfahrung

 

Manche Anbieter behaupten schon länger im Coaching tätig zu sein, als es wahrscheinlich ist. Wirklich angefangen hat Coaching bei uns Mitte der 90er Jahre. Ich benutze ihn seit 1998, weil er vorher so nicht in Deutschland verwendet wurde.

7. Keine relevanten eigenen praktischen Erfahrungen

 

Ein Coach muss in der Lage sein, die Klientenperspektive einnehmen zu können, beispielsweise einen Konflikt aus dessen Sicht wahrzunehmen. Erfahrungen im relevanten Umfeld sind dabei recht hilfreich, die Rahmenbedingungen zu verstehen. Wer beispielsweise selbst nie im Management verantwortlich war, wird im Business-Coaching vieles nicht nachvollziehen können.

Zeit ist kein Garant für relevante Erfahrungen, doch ohne in einem Bereich Zeit verbracht zu haben fehlt die Gelegenheit.

8. Übertriebenes Harmoniebedürfnis

 

Ein guter Coach spricht auch heikle Themen mit Fingerspitzengefühl an, ein schlechter redet drumherum. Gerade Klienten in herausgehobenen Führungspositionen legen großen Wert auf einen selbstbewussten Sparringspartner.

9. Keine relevanten eigenen praktischen Erfahrungen

 

Ein Coach muss in der Lage sein, die Klientenperspektive einnehmen zu können, beispielsweise einen Konflikt aus dessen Sicht wahrzunehmen. Erfahrungen im relevanten Umfeld sind dabei recht hilfreich, die Rahmenbedingungen zu verstehen. Wer beispielsweise selbst nie im Management verantwortlich war, wird im Business-Coaching vieles nicht nachvollziehen können.

Zeit ist kein Garant für relevante Erfahrungen, doch ohne in einem Bereich Zeit verbracht zu haben fehlt die Gelegenheit.

10. Arbeit auf Rechnung

 

Erfahrene Coaches konzentrieren sich auf ihre Coachees und kennen ihren Wert. Sie werden meist so gut gebucht sein, dass sie die organisatorischen Prozesse vereinfachen. Dazu gehört auch die Honorierung vor den Sitzungen. Coaches ohne Erfahrungen übersehen, dass sonst viele Sitzungen ausfallen und bei halbwegs ausgeglichener Kalkulation von den zuverlässigen Klienten aufgefangen werden müssen.

Die mit Recht etablierten Coaches werden häufiger empfohlen, sind so bekannt, dass Terminvereinbarungen mit gutem Gefühl durch Überweisung getroffen werden können.

11. Zu niedrige Honorare

 

Der gesunde Menschenverstand hilft dabei zu niedrige Honorare zu erkennen. Zugegeben, wer will schon freiwillig mehr Geld ausgeben? Doch ein zu niedriges Honorar weist auf eine eigenartige Kalkulation hin. Vorausgesetzt der Coach macht es professionell, wird er eine gewisse Honorarhöhe nicht unterschreiten können. Während die Kosten für private Lebensführung und Altersversorgung sein Problem sind, wird eine schlechte Kalkulation spätestens dann zum Nachteil für Klienten, wenn er dort geizt, wo es nicht sofort auffällt. Meist wird am wenigsten für die Außendarstellung gespart, sondern an der Qualität. Die erfordert stetige Weiterbildung und regelmäßige Supervision. Außerdem geschieht bei guten Coaches einiges im Hintergrund.

Für einen guten Coach beginnt und endet die Arbeit für die Klienten nicht mit der offiziellen Coachingsitzung. Um die Zusammenarbeit so produktiv wie möglich zu gestalten, bereitet er sich darauf vor. Er liest sich vorher die Notizen der bisherigen Treffen durch, durchdenkt und gestaltet den möglichen Ablauf der Coachingsitzung, damit Sie Ihre Ziele erreichen. Nach der Sitzung ordnet er seine Gedanken und dokumentiert Sie.

All das relativiert die Stundenhonorare.

12. Fehlende Transparenz bei Honoraren

 

Auffällig häufig werden kostenlose Vorgespräche im Internet auf Seiten angeboten, auf den Angaben zu den Honoraren vergeblich gesucht werden. Was dann folgt, sind oft Verkaufsgespräche, die mitunter recht gekonnt zu längerfristigen Verträgen führen.

Seriöse Anbieter veröffentlichen ihre Honorare, um es allen Beteiligten leichter zu machen. Schließlich kann selbst das beste Coaching aktuell das Budget übersteigen.

13. Zu kurze Sitzungen

 

Gute Sitzungen erfordern in der Regel mindestens 60 und besonders beim ersten Treffen 90 Minuten. Bei konkreten spontanen Fragen ist auch kurzes Coaching, selbst per Telefon hilfreich, wenn die Grundlagen für die Zusammenarbeit geschaffen wurden.

14. Unzureichende Erreichbarkeit

 

Im Laufe eines intensiven Coachings ist die Erreichbarkeit ein wichtiges Kriterium, falls kurzfristig Unterstützung gewünscht wird.

Schon bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem Coach ist zu erkennen, wie gut er zu erreichen ist und ob er zügig reagiert. Wenn er begehrt ist, wird er vermutlich nicht ständig das Smartphone in der Hand haben. Doch wird er Wege finden, zeitnah in Kontakt zu kommen.

Bei vorhandenem Coachingverhältnis bieten manche Coachs priorisierte Kontaktmöglichkeiten, die einen schnellere Austausch erleichtern.

15. Der Coach weiß was richtig für Sie ist

 

Die Aufgabe eines Coachs ist, Sie in die Lage zu versetzen, selbst die für Sie richtige Entscheidung zu treffen. Dabei wird er Sie unterstützten, mit Fragen, mit Inspiration, mit Techniken, mit … doch Sie wissen am besten was gut für Sie ist.

16. Der Coach ist ein Alleskönner

 

Jeder gute Coach kennt die eigenen Grenzen und wird Sie bei speziellen Themen an die entsprechenden Experten verweisen. Wenn er keine Zulassung für die Ausübung von Psychotherapie hat, wird er sich aus vielen tiefer gehenden persönlichen Themen heraushalten.

17. Fehlende Ziele

 

Coaching ist auf definierte Ziele ausgerichtet. Ohne Ziele wird Coaching zum netten Zusammensein, das vor allem teuer und langwierig ist. Nur wenn die Ziele und Kriterien definiert sind, wird messbar, ob die Richtung stimmt und in wieweit das Ziel erreicht wurde.

Ein guter Coach wird am Anfang eines Coachings sehr sorgfältig und smart die mit dem Coaching verbunden Zielen klären und den Auftrag davon ableiten.

Ein guter Coach wird während des Coaching-Prozesses immer wieder überprüfen, ob die Ziele sich verändert haben und welche weiteren Maßnahmen angebracht sind.

18. Zu enger Fokus

 

Stürzt sich ein Coach zu hastig und isoliert auf einen Bereich, besteht die große Gefahr, dass wichtige Zusammenhänge und Einflussfaktoren unbeachtet bleiben.

19. Gebrochene Zusagen

 

Coaching beruht aus beiderseitigem Vertrauen, ohne wird es schwierig bis unmöglich.

20. Zu große Nachsicht

 

Wenn Klienten gestresst sind, wird ein guter Coach im Coaching keine weiteren zusätzliche Belastungen hinzufügen. Doch auf die Einhaltung von Terminabsprachen wird er in ihrem Interesse hinweisen.

21. Zu großes Ego

 

Jeder Coach hat seinen Stil. Er wird sich dafür einsetzen, dass Sie Ihre Ziele erreichen. Wenn er Geschichten erzählt, wird er es tun, weil es Sie zum Nachdenken führt, nicht um selbst toll dazustehen. Viele gute Coaches stellen sich sogar naiv, um Fragen und Antworten zu fördern. Wenn der Coach vergisst, für wenn das Coaching ist, ist er für diesen Beruf nicht geeignet.

22. Passives Coaching

 

Wenn Ihnen ein Coach verspricht, dass Sie im Coaching nicht selbst aktiv werden müssen, ist es vermutlich eher Voodoo als Coaching.

23. Der Coach kennt nicht den Unterschied zwischen Coaching, Training und Beratung

 

Coaching ist eine beliebte Bezeichnung. Asche über mein Haupt; ich verwende es manchmal wie meine Klienten, mitunter auch für Prozesse, die eigentlich Training oder Beratung näher sind. Wenn – und nur dann –  Klienten das wünschen wechsle ich das Format. Heikel wird es, wenn ein Coach den Unterschied nicht kennt oder der Klient aus anderen Gründen nicht bekommt, was er will.

Fazit

 

Es gehört schon zum Coaching-Prozess, den für sich passenden Coach zu definieren und zu finden.

Im ersten Schritt ist es wichtig, sich über das eigene Anliegen und die Präferenzen Gedanken zu machen. Die Gedanken in diesem Artikel helfen Ihnen dabei zu erkennen, worauf Sie unter anderem achten können. Weitere Artikel im Blog widmen sich anderen ergänzenden Aspekten.

P.S.

 

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Auch ganz abweichende Meinungen sind sehr willkommen. Schwarz-weiß ist oft Scheiß!

Woran ist zu erkennen, ob ein Coach gut oder schlecht ist?