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Videobeiträge: Lohnt es sich Videos in 4K Auflösung aufzuzeichnen?

HD oder 4K für Videos?
Videoauflösung

Videoaufzeichnung in 4K oder HD?

 

Lohnt sich die Aufzeichnung von Videobeiträgen in 4K, wenn das Ergebnis trotzdem auf HD (Full-HD 1920 x 1080) veröffentlicht wird? Hier kommen 6 gute Gründe.

Videobeiträge: Lohnt es sich, Videos in 4k Auflösung aufzuzeichnen?

 

Auf den Technikmessen werden schon seit einer Weile 8K als üblich präsentiert. In der hiesigen Praxis ist das allerdings noch nicht der Standard.

Die meisten Videos werden noch in HD-Qualität veröffentlicht. Solange das auf der Messe, im Showroom oder auf YouTube noch der Normalfall ist, ist die Frage zu stellen, ob sich eine Aufzeichnung in 4K Auflösung überhaupt lohnt.

Aktuell sind große Monitore mit 4K nicht überall zu finden und Beamer mit 4k noch eher die Ausnahme als die Regel. Die Ansprüche an die Technik sind gerade in der Postproduktion höher und die höheren Datenmengen erfordern mehr Speicher.

Doch schon während ich diese Seite schreibe, verändert sich das. Wo meine Rechner vor kurzer Zeit ins Schwitzen gekommen sind erledigen sie es jetzt locker. Selbst mein Tablett bearbeitet Videomaterial im Handumdrehen und die Leistung wird immer besser. Für mich ist das zumindest technisch schon eine Weile Normalität.

4K oder HD

4K bedeutet eine Auflösung von 4096 x 2160 Pixel (Cinema-4K) oder 3840 x 2160 Pixel (UHD – Ultra High Definition). Full HD (HD – High Definition) hat eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel.

Aufzeichnen in 4K oder HD?

 

Also, wo lohnt sich Auszeichnung in 4K, wenn das Ergebnis trotzdem auf HD (Full-HD 1920 x 1080) gewandelt wird? Hier kommen 6 gute Gründe.

 

 

 

1. Projektion auf große Flächen

 

Der Detailreichtum von Bildmaterial in 4K ist deutlich höher als bei HD-Video. Selbst bei Downscaling von 4K Material auf HD ist das Ergebnis besser, wenn der Videobeitrag auf einer großen Bildfläche gezeigt wird. Die Bildqualität erscheint noch realistischer.

Es ist individuell zu klären, ob diese Wirkung erreicht werden kann und überhaupt erwünscht ist. Nicht immer ist der Unterschied überhaupt zu erkennen. Werden Details oder Personen mit offener Blende und geringer Schärfentiefe gedreht, macht die höhere Auflösung wenig aus. Aufnahmen mit geringer Schärfentiefe werden von der höheren 4k Auflösung nicht besser.

Bei Drohnen- und Luftaufnahmen, Landschaft- und Architektur und anderen Aufnahmen mit kleiner Brennweite, also Weitwinkeloptik, machen sich Details deutlich bemerkbar. Besonders bei vielen Details wirken die Bilder noch realistischer und plastischer.

 

 

 

2. Bildreserven

 

Video mit einer Auflösung von 4K bietet Reserven für nachträgliche Ausschnittvergrößerungen. Gerade bei Interviews und anderen Redebeiträgen ist das sehr hilfreich. Es ist beispielsweise auch nachträglich ein Ransprung Personen möglich. Aus dramaturgischen Gründen oder bei unerwünschten Details ist das mitunter gewünscht. Ist das vorher schon so geplant, wird sonst eine zweite Kamera dafür genutzt. Durch die digitale Ausschnittsveränderung wird Zeit beim Dreh gespart, wenn Protagonisten beim Sprechen in die Kamera nicht für eine zweite Ausschnittvariante keinen zusätzlichen Take machen müssen. Gerade bei zeitkritischen und nicht wiederholbaren Drehs ist das sehr hilfreich.

 

 

 

3. Fehlerkorrektur

 

Die höhere Auflösung ermöglicht nachträgliche Fehlerkorrekturen. Störende Vignettierungen durch Filter oder Sonnenblenden, schiefe Bilder etc. lassen sich in vielen Fällen durch eine Ausschnittvergrößerung entfernen.

Selbst verwackelte Aufnahmen lassen sich durch nachträgliche Bildstabilisierung mittels Software retten. Dafür geht etwas vom Bildausschnitt verloren und davon ist bei  Videomaterial in 4K mehr vorhanden.

Auch Bildverzerrungen, wie sie für Ultra-Weitwinkelobjektive typisch sind lassen sich nachträglich entfernen. Bei Architekturaufnahmen können stürzende Linien von Gebäuden korrigiert werden.

 

 

 

4. Chromakeying

 

In vielen Bereichen wird mittels Chromakeying (farbbasierte Bildfreistellung) nachträglich der Hintergrund des Videobeitrags hinzugefügt. Bluescreen-Technik bzw. Blue-Box-Technik (blauer Hintergrund) und Greenscreen-Technik bzw. Green-Box-Technik (grüner Hintergrund) bieten viele Möglichkeiten. Die beiden Hintergrundfarben Blau und Grün wurden als Schlüsselfarben gewählt, weil sie am menschlichen Körper üblicherweise nicht vorkommen und sich gut von Hauttönen abheben. Vor dem gut ausgeleuchtet Hintergrund werden Personen, mit ausreichend Abstand und Kleidung aus möglichst gering reflektierenden Stoffen, aufgenommen. Der Bereich mit der Schlüsselfarbe wird anschließend ausgestanzt und durch anderen Inhalt ersetzt.

Zu den heikleren Bereichen beim Chromakeying gehört der Bereich der Haare. Hier macht sich die deutlich höhere Detailauflösung bei 4K sehr positiv bemerkbar. Der größere Detailreichtum, an Stellen mit kleinen Details, führt zu einer sichtbar besseren und realistischeren Bildqualität. Die Software erkennt die Bereiche besser und kann sie bessert trennen und ersetzen.

Ich mache keinen Greenscreen-Dreh mehr ohne 4K, die Qualität und entspanntere Nachbereitung sprechen für sich.

 

 

 

5. Gestalterischer Spielraum

 

Video mit 4k bietet einen großen Freiraum für die nachträgliche Wahl des besten Bildausschnitts.

 

 

 

6. Zukunft

 

Die Technik wird immer besser und gutes Rohmaterial mit 4K kann dann später viel besser genutzt werden.

P.S.​

 

Lohnt es sich in 4K Auflösung aufzuzeichnen, auch bei Veröffentlicung in HD? In welcher Auflösung drehen und präsentieren Sie? Wohin geht die Reise? Und …?

3 Kommentare

  1. Gut erklärt!

    Antworten
  2. Mein Smartphone kann 4K. Soll ich das grundsätzlich verwenden? Die Dateien sind dann viel größer. Lohnt sich das?

    Antworten
  3. Leider arbeitet der Autofokus bei 4K bei mir viel schlechter als HD. Ansonsten vielen Dank für die Empfehlungen. Bei Greenscreen ist die Qualität wirklich viel besser, auch beim Herunterrechnen.

    Antworten

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Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 4. März 2018
Überarbeitung: 14. April 2020
AN: #637
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