Bühne Internet: Risiken und Chancen. Segen oder Qual?
Wie weit geht das Selbstmarketing?
Wir und das Internet
Was ist das nur mit der Bühne Internet: Segen oder Qual?
Überblick
Bühne Internet
Wer ein Angebot zu machen hat, möchte, dass es Beachtung erhält. Und weil Angebot und Anbieter sich selten trennen lassen, ist es auch durchaus eine gute Idee sich, als Mensch zu präsentieren. Soweit so gut, doch manche gehen einen großen Schritt weiter und die Selbstdarstellung beginnt überhandzunehmen.
Privatraum Internet
Was bewegt Menschen, so viel von sich im Internet preiszugeben? Hat es nicht vielleicht auch damit zu tun, dass wir uns tief in unserem inneren Zeitzeugen für unser Leben wünschen? Wir wollen bemerkt werden in unserer Einzigartigkeit. Wir möchten wunderbare Momente mit anderen teilen, weil es die Momente noch wunderbarer macht. Der französische Schriftsteller Albert Camus drückt es drastischer aus: „Bis eine Person von einer anderen Person gesehen und gesegnet worden ist, hat sie noch nicht vollständig existiert.“ Vielleicht ringen deshalb heute so viele Menschen, teilweise verzweifelt, um Aufmerksamkeit in Talkshows, Castingshows und den Weiten des Internets. Den zugrundeliegenden Bedürfnissen scheint es eher seltener Befriedigung zu vermitteln. Alle auf die Bühne, wer bleibt dann für das Publikum? Wo die Masse auf die Bühne will, ist kaum noch ein wertschätzendes Publikum übrig.
Wie weit gehen?
Wenn man kurz vor Sonnenuntergang baden geht, schon mal Licht im Bad anmachen, sonst sitzt man am Ende im Dunkeln.
Hand aufs Herz: Im Internet geben Menschen Dinge über sich preis, die sie sonst nicht mal den engsten Vertrauten verraten. Da werden Urlaubsfotos, neue Frisuren, persönliche Erfolge gepostet, so mancher schreibt über Trennungen und Schmerzen und Tränen, Hochzeiten und Geburten, Klassentreffen, Abnehmerfolge, gefahrene Fahrradkilometer. Ja, sogar Fotos von Frühstück, Mittag und Abendessen werden veröffentlicht. Welches Lied wird gerade gehört, mit wem sind wir gerade zusammen. An manches haben wir uns gewöhnt, Fotos von Fingernägeln, Füßen und Fäkalien irritieren noch. Aber vielleicht gewöhnen wir uns auch daran noch.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. August 2006
Überarbeitung: 9. April 2019
AN: #371
K:CNB
Ü:
Wohin entwickelt sich das Internet?
Ich habe den Eindruck das der Hype um Facebook und Instagramm ziemlich abgeebbt ist. Das Intérnet ist nun ein vertrautes Werkzeug aber kein so wichtiges mehr. Ist das nur meine Beobachtung?
Gerade das Internet und die Schwerpunkte verändern sich ständig. An vielen Stellen werden die Texte immer kürzer, Videos schneller und flacher. Weniger Inhalt, mehr Effekt. Aufzufallen erfordert eins drauf zu setzen. Nur extreme Beiträge fallen auf. Es wird immer mehr versprochen, immer weniger gehalten. Möglicherweise haben wir uns daran gewöhnt, stumpfen zunehmend ab.