Wertegemeinschaft

Glossar

Überblick

 

 

 

 

Wertegemeinschaft

 

Eine Wertegemeinschaft ist eine Gruppe, deren Angehörige die gleichen Werte teilen. Wertegemeinschaften bilden sich aufgrund ihrer geografischen Nähe in Städten, Ländern, Nationen, Kontinenten oder aufgrund anderer Gemeinsamkeiten. Gemeinsame Ideen, Ideologien, Ziele, Probleme, gemeinsame Feinde etc. können verbindend wirken.

 

 

 

Beispiele

 

 

a. Deutschland

 

Die Bundesrepublik Deutschland ist als eine Wertegemeinschaft angetreten und hat als Grundlage unter anderem das Grundgesetz.

 

 

 

b. Soziale Netzwerke

 

Durch die Digitalisierung  und die sozialen Netzwerke sind zusätzliche virtuelle Wertegemeinschaften entstanden, die meist unbewusst gemeinsame und auch gegensätzliche Wertvorstellungen austauschen und diskutieren. Das hat sowohl positive und negative Auswirkungen. So bewegen sich viele Menschen zu sehr in ihrer Blase und der Filtereffekt macht sich bemerkbar.

 

 

 

 

Ja, und?

 

Sozialforscher und Sozialpsychologe Emile Durkheim (1858 bis 1917) betrachtete die Solidarität, als eine grundlegende Voraussetzung des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sehr vereinfacht sind dies seine Gedanken:

In nur gering entwickelten Gesellschaften existiert eine auf äußeren Zwängen basierende Solidarität, die er als mechanische Solidarität bezeichnete.

In komplexeren, spezialisierten beziehungsweise individualisierten Gesellschaften, basiert die Solidarität auf einem verinnerlichten Zwang, dem Kollektivbewusstsein, das auch als die Ursache von Religion bzw. Moral zu sehen ist. Hier wird von organischer Solidarität gesprochen. Die Integration des Individuums in die Gesellschaft erfolgt durch sein soziales Bewusstsein. Gemeinsame Werte liefern hier die Grundlage für die soziale Ordnung. Gehen diese Werte verloren, kommt es zu sozialer Instabilität.

 

Eine vollständig integrierte Gesellschaft basiert auf vier Elementen:

  • Moralische Arbeitsteilung
    Sie schafft das Bewusstsein für die Vorteile der Kooperation, fördert das Bedürfnis nach Ordnung, Harmonie und sozialer Solidarität.
  • Kongruenz natürlicher und sozialer Ungleichheit
    Natürliche und soziale Ungleichheit müssen übereinstimmen, da sonst die Gesellschaft gefährdet ist. Wer beispielsweise überdurchschnittlich verdient, muss dafür auch überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Das jeweilige Verhältnis muss gesellschaftlich anerkannt sein. 
  • Starkes Kollektivbewusstsein
    Hier kommt das kulturelle Wertebewusstsein zum Tragen.   
  • Geringe Anomie
    Anomie führt zu Angst und Unzufriedenheit beim Individuum.

P.S.

 

Woran denken Sie beim Begriff Wertegemeinschaft? Was sind die Werte, die wir in unserer Gesellschaft teilen und genügt das?

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Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 6. August 2012
Überarbeitung: 8. Januar 2019
AN: #371