Clever: Antworten Sie doch mal mit einem sibyllinischen Lächeln

Wirken ohne den Mund aufzumachen. Lernen vom antiken Orakel.
Antworten Sie doch mal mit einem sibyllinischen Lächeln

Übersicht

 

 

 

 

Auf den Spuren der Sybillen

 

Mitunter ist ein sibyllinisches Lächeln die beste Reaktion auf eine Frage. Nein, das ist keine ansteckende Krankheit. Sibyllinisch bedeutet rätselhaft, geheimnisvoll, doppeldeutig. Das Wort geht auf die Sibyllen zurück, die Seherinnen der griechischen Mythologie. Die gingen sehr clever ans Werk – bekanntlich können die Übringer schlechter Nachrichten ja schnell den Kopf verlieren – und formulierten ihre Voraussagen nicht direkt, sondern sie sprachen in Andeutungen, nebulös und in Rätseln. So durch die Blume formuliert mussten die Ratsuchenden ihre Orakel erst selbst deuten. Ähnlichkeiten mit Aussagen von Politikern sind natürlich reiner Zufall. Eins drauf: Die Sibyllen machten es sich am einfachsten, indem sie als Reaktion auf Fragen, anstatt direkt darauf zu antworteten, ihr sibyllinisches Lächeln zeigten.

 

 

 

Probieren Sie es aus

 

Wenn Sie auf eine Frage mit einem sibyllinischem Lächeln antworten, muss sich der Empfänger seinen Teil denken. Er kann nicht erkennen, was der so mit einem Lächeln Antwortende weiß oder auch nicht. Es wirkt in etwa, wie eine fragend hochgezogene Augenbraue.

 

 

 

Begriffsursprung

 

Erstaunlich; die so fleißig für mich schreibende Siri kennt das Wort sibyllinisch. In der alltäglichen Sprache ist es nur noch selten zu hören. Das Adjektiv sibyllinisch war früher Teil des gehobenen Sprachgebrauchs des humanistisch gebildeten Bürgertums. Heutzutage wird der Ausdruck sibyllisch für rätselhaft kaum noch verwendet. Wenn, dann taucht es ab und zu in den Medien auf, besonders wenn es um eine Wischiwaschi-Aussage eines Politikers geht.

Übrigens wird sibyllinisch sehr häufig falsch geschrieben, nämlich sybillinisch. Richtig ist es in der alphabetischen Reihenfolge, also zuerst das i und dann das y.

Ergänzende Artikel

 

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen

 

Kommunikation kann ganz einfach sein. Ist sie allerdings oft nicht. Selbst der einfachste Mensch ist immer noch ein sehr kompliziertes Wesen. Manchmal sagen wir Dinge und merken dann erst an der Reaktion unserer Gesprächspartner, dass diese mit jemand ganz anderem gesprochen zu haben scheinen. Das habe ich doch beim besten Willen nicht gesagt. – Oder doch?

Mehr oder weniger bewusst geht es in Gesprächen darum, andere Menschen von etwas zu überzeugen – sei es von einem besonderen Angebot, der eigenen Person, einer Ansicht oder einer Notwendigkeit. Gelingt das nicht schnell genug und vor allem nicht auf den Punkt genau und in anschaulicher Weise, verlieren Gesprächspartner rasch das Interesse und wir die erhoffte Aufmerksamkeit. – Gespräch gescheitert.

Sie können sich von mir bei der Vorbereitung Ihrer Gespräche und Verhandlungen (sicherheitshalber: keinerlei Rechtsberatung!) unterstützen lassen. Finden Sie heraus, wie Sie und Ihre Botschaft wirken (Argumente, Körpersprache, Sprache, Stimme und vieles mehr). Ich mache Sie mit effektiven Werkzeugen und Kommunikationsstrategien vertraut. Bauen Sie Ihre psychologischen Fähigkeiten aus, lernen Sie die Ruhe zu bewahren, souverän aufzutreten, authentisch zu bleiben und schließlich zu überzeugen.

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. Februar 2007
Überarbeitung: 05. Juli 2019
Englische Version:
AN: #67620
K: CNB
Ü: