Die Angst vor dem Erröten vor Publikum: Erythrophobie statt Lampenfieber

Sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren: Hilfe bei intensivem Lampenfieber und Redeangst
Erythrophobie statt Lampenfieber: Die Angst vor dem Erröten

Während des Auftritts erröten

 

Da sind sie wieder, diese aufsteigende Gesichtswärme, zunehmende Errötung, mehr und mehr Nervosität, das Herzrasen, das Schwitzen, der Magen meldet sich mit Unwohlsein, die Angst sich zu blamieren. Das sind nur einige Symptome der Errötungsangst, die sich vor Publikum noch in schwindelnde Höhen schraubt. Nicht selten schaukelt es sich zu einem Teufelskreis hoch.

 

 

 

Erröten

 

Bei einigen Klienten, die wegen Lampenfieber zu mir kommen, steht im Zentrum ihrer Ängste das Erröten. Hier handelt es sich dann meist nicht tatsächlich um Lampenfieber, sondern um eine Angststörung, die sich Erythrophobie nennt. Herkömmliche Wege, die sich zur Auflösung von Lampenfieber bewährt haben, bringen hier wenig bis gar nichts. Im Gegenteil; wird das Erröten bekämpft, verstärkt es sich meist noch.

 

 

 

Erröten ist eine normale körperliche Reaktion

 

Erröten an sich ist keine Krankheit, sondern eine harmlose körperliche Reaktion, die sich automatisch einstellt und die nur bedingt vorbeugend verhindert werden kann. Erröten wird uns in der Regel erst bewusst, wenn es bereits passiert ist. Wenn wir spüren, dass uns warm wird, sind wir auch schon dabei rot anzulaufen. Erröten unterliegt also nicht der bewussten Kontrolle. Bei den meisten Menschen legt sich das Erröten wieder von alleine, wenn es keine weitere Aufmerksamkeit bekommt.

 

 

 

Als Studiogast beim rbb in Sendung über Erythrophobie

 

Wenn es nicht so sehr das klassische Lampenfieber ist, sondern die übersteigerte Angst vor dem Erröten zu Einschränkungen führt, dann ist spezielle Hilfe verfügbar. Da mehr Menschen davon betroffen sind als vielfach geahnt wird, ist es Zeit das Tabu zu brechen. Bei der Sendung zibb auf rbb ging deshalb es um diese Form der Angst und was für Möglichkeiten Betroffene haben. Ich, Karsten Noack, war dort als Studiogast. Der Beitrag ist dort noch abrufbar.

 

 

 

Erythrophobie

 

Der lateinische Begriff Erythrophobie steht für die übersteigerte Angst vor dem Erröten und ein entsprechendes einschränkendes Vermeidungsverhalten. Registrieren Betroffene ihr Erröten, das in für sie unpassenden Gelegenheiten auftritt, dann empfinden sie es als äußerst unangenehm.

Bei dieser übersteigerten Angst vor dem Erröten handelt es sich nicht um Lampenfieber, sondern um eine Form der Sozialphobie. Es ist eine unbegründete oder zumindest deutlich übertriebene, intensive Angst bei sozialen Zusammentreffen. Die Vorstellung von anderen Menschen beobachtet und beurteilt zu werden ängstigt, die Vorstellung dabei auch noch zu erröten setze dem noch eine Krone auf. Wie bei einer Sozialen Phobie vermeiden Betroffene von Errötungsangst möglichst alle Situationen, in denen sie eine solche Gefahr erahnen. Schon der Gedanke daran verursacht Angstsymptome mit unangenehmen körperlichen Reaktionen. Die aufsteigende Röte und der Temperaturanstieg während dem Erröten im Gesicht werden selbst sehr deutlich wahrgenommen. Betroffene wollen dagegen ankämpfen, doch gerade das steigert die Angst und die Symptome zusätzlich.

Die Errötungsangst (Erythrophobie) bezieht sich auf das Erröten in sozialen Situationen und resultiert oft aus der Angst vor Sozialkontakten oder aus einem plötzlichen Überraschungseffekt in sozialen Situationen. Viele Betroffene meinen allerdings, sie würden nur wegen des unkontrollierbaren Errötens den Kontakt mit anderen Menschen fürchten und hätten sonst keine soziale Unsicherheit und keine Probleme im Umgang mit anderen.

 

 

 

Wahrnehmungsfokus

 

Unter Erythrophobie leidende Menschen beobachten besonders aufmerksam sich und ihr Umfeld. Die Reaktionen anderer Personen auf sich werden äußerst genau beobachtet und interpretiert. So vermuten sie, dass ihr Umfeld das Erröten sehr negativ bewerten. Selbst Reaktionen, die nichts mit ihnen zu tun haben oder anders gemeint sind, werden tendenziell negativ bewertet. So kommt es häufig zu Situationen, in denen sie schon deshalb, weil sie es befürchten, erröten.

 

 

 

Mechanismen

 

Die menschliche Vorstellungskraft hat eine bedeutende Rolle bei der Entstehung oder Aufrechterhaltung einer Angst wie der Erythrophobie. Das Gehirn kann nicht zwischen Erlebtem und Vorgestelltem unterscheiden. Wenn sich jemand intensiv genug etwas vermeintlich gefährliches vorstellt, reagiert das Stammhirn und bereitet den Körper auf Flucht oder Kampf vor. Bestimmte Bereiche werden dadurch besser durchblutet. Es ist dann so, als wäre derjenige tatsächlich in dieser Situation.

Es entwickelt sich ein Teufelskreis, in dem sich die Betroffenen selbst überwachen und sich vor einem plötzlichen, nicht kontrollierbarem Erröten fürchten. Mögliche Situationen, die zum Erröten führen könnten, werden häufig bewusst vermieden. Die Betroffenen ziehen sich zunehmend zurück.

So ist nicht das Erröten das Problem, sondern die Angst vor dem Rotwerden, die sich in dem Begriff Erythrophobie auch ausdrückt. Wichtig ist sich, anstatt sich auf die Vermeidung zu konzentrieren, lieber einer fachkundigen Unterstützung anzuvertrauen, um so die Ursachen zu klären und die Erythrophobie aufzulösen. Von allein löst sich die Erythrophobie selten auf.

 

 

 

Erythrophobie erfordert spezielle Hilfe

 

Menschen mit solchen phobischen Reaktionen sind tendenziell eher bestrebt das Problem selbst zu lösen. Mitunter wird auch versucht mit Selbstmedikamentierung und Alkohol eine Besserung zu erlangen. Doch das scheitert und bringt sogar weiter Nachteile mit sich. Erst, wenn es eine Weile als unerträglich empfunden wird und es sich nicht mehr verhindern lässt, wird Hilfe gesucht. Ich selbst habe schon seit rund 2 Jahrzehnten Menschen dabei begleitet die Erythrophobie aufzulösen. Es handelt sich übrigens um eine für den Therapeuten anspruchsvollsten Angststörungen. Sie ist gut zu behandeln, erfordert jedoch deutlich mehr Erfahrungen und Aufmerksamkeit als viele andere spezifischen Ängste. Und, es handelt sich um Psychotherapie!

Erythrophobie ist nicht Gegenstand von Coaching, sondern Therapie. Es erfordert einen erfahrenen Therapeuten mit entsprechender Zulassung.

Weitere Informationen: Hilfe bei übersteigerter Angst vor dem Erröten (Erythrophobie)

 

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