Körpersprache: Der Hundeblick bei Vier- und Zweibeinern

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Körpersprache: Der Hundeblick bei Vier- und bei Zweibeinern

 

Im Artikel geht es um die Wirkung des Hundeblicks auf uns Menschen und wie auch wir ihn uns mit unserer Körpersprache zunutze machen. Der Grund für diesen Artikel war das Interview für RTL am 18. Juni 2019.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Der Hundeblick bei Vier- und bei Zweibeinern

 

Für die emotionale Bindung zwischen Mensch und Hund ist dasselbe Hormon ausschlaggebend, wie für die Mutter-Kind-Bindung beim Menschen: Oxytocin. Wir haben den haarigen Vierbeinern über viele Generationen den Hundeblick antrainiert, ohne uns dessen bewusst zu sein.

 

 

 

Der Hundeblick ist im Grunde Menschenwerk

 

Wenn so ein Vierbeiner mit seinen großen, runden und wehleidig dreinblickenden Augen einen Menschen ansieht, fällt es den meisten Zeitgenossen schwer keine Zugeständnisse zu machen. Und damit die Augen noch größer wirken, zieht er die Augenbrauen noch zusätzlich hoch.

Hunde, die große Augen haben und den Augenkontakt halten, wirken auf unsere Psyche so, als wären es Kinder, und bei uns werden bestimmte Mechanismen freigesetzt.

Das Hunde diese Reaktionen bei uns auslösen können hat sich die Menschheit selbst eingebrockt und nun haben wir den Salat. Über die vielen Generationen seit der Domestizierung hatten die Hunde die größte Chance, die diesen Hundeblick an den Tag legen konnte. Sie wurden von den Menschen bevorzugt und haben sich entsprechend häufiger vermehrt.

Von Natur aus haben Hunde nicht die dafür erforderliche ausgeprägte Muskulatur. Diese Annahme basiert auf dem Vergleich Wölfen, die an der entsprechenden Augenpartie nur spärliche Muskelfasern und Bindegewebe besitzen und dieses Verhalten nicht zeigen.

Schlau wie so ein Hund sein kann, trainierte er sich einfach die entsprechenden Gesichtsmuskeln dazu an, um diesen einen Blick perfekt zu beherrschen. Und schon gibt es eine Leckerei und der gemütlichere Platz auf der Couch wird zugestanden.

 

 

 

Der Mensch setzt selbst diesen Hundeblick ein

 

Für Menschen hat der Augenkontakt ohnehin eine ganz besondere Bedeutung. Wir pflegen damit Bindungen und fördern Beziehungen. Ein tiefer Blick in die Augen des anderen führt dazu, dass wir uns miteinander gut und zusammengehörig fühlen.

Wenn wir große Augen sehen, produziert unser Körper Oxytocin, auch Bindungshormon genannt. Es ist ein wichtiges Hormon, dessen Wirkung bei der Entstehung der Bindung zwischen einer Mutter und ihrem Baby, aber auch zwischen Verliebten wirkt. Diejenigen, die mit der Ausschüttung von Oxytocin verbunden sind, erscheinen uns dann nicht nur sympathischer, sondern auch viel näher.

Viele Menschen setzen dieses Phänomen mehr oder weniger bewusst ein. Wenn es darum geht, etwas haben zu wollen, von dem wir wissen, dass einem nicht zusteht, kann das Wunder wirken. Nicht nur Kinder tun dies.

 

 

 

Sie können keinen Hundeblick?

 

Neu ist die Erkenntnis nicht. Schon im Mittelalter war bekannt, dass große Augen attraktiver machen. Aus diesem Grunde tropften sich Frauen Säfte der Belladonna, die auch Tollkirsche genannt wird, in die Augen. Die dadurch ausgelösten Sehstörungen wurden für die Schönheit in Kauf genommen. Auf solche Maßnahmen sollten Sie lieber verzichten.

Damit Ihr Hundeblick auch ohne Tollkirsche genauso gut ankommt, wie jener der Vierbeiner, hilft es, sich in die Kindheit zurückzuversetzen und sich vorzustellen, Sie würde mit einem Erwachsenen reden, den Sie gerne haben. Und falls Ihnen das nichts sagt, dann lassen Sie sich von einem Manga inspirieren.

Mal schauen, ob Sie Ihr Ziel so eher erreichen.

P.S.

 

Wie anfällig sind Sie für den Hundeblick?

3 Kommentare

  1. Seit 2 Jahren lebe ich mit einem Beagle-Weibchen. Vorher war mein Kontakt zu Hunden so gegen Null.
    Es ist schon enorm, wieviel Energie ich aufbringen muss, sogar gern, um dem bettelnden Hundeblick zu widerstehen.
    Im Übrigen mögen wir uns sehr. Zudem habe ich festgestellt, dass meine Liebe zu Hündin Emmi mit Achtung und Wertschätzung erwidert wird.

    Liebe Grüße aus dem sonnigen Schiefergebirge
    Ramona

    Antworten
  2. Kurz und knackig! Gutes Beispiel!

    Antworten

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Coaching Berlin

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 19. Juni 2019
Überarbeitung: —
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