Lästereien

Lästern geht nach hinten los
Lästereien

Lästereien

 

Jeder hat es wohl schon getan – der eine mehr, der andere weniger. Manche machen es gewollt, andere eher unbewusst. Warum lästern und tratschen Menschen so häufig? Und ist das eine gute Idee?

Lästern

Je pense, donc je suis

 

Das Zitat am Seitenanfang stand auf einem Plakat, an dem ich heute vorbeiging. Ob es tatsächlich – wie Je pense, donc je suis –  von René Descartes ist, hat mir zumindest Google nicht bestätigen wollen. Das dürfte wohl eher eine recht freie Übersetzung sein. Es gefällt mir so oder so, aus vielerlei Hinsicht.

 

 

 

Was ist das nur mit dem Lästern?

 

Hat Lästern eine genetische Grundlage oder woher kommt es, dass es so weit verbreitet ist? Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen und das Erhabne in den Staub zu ziehn. (Friedrich Schiller)

 

 

 

Weshalb lästern Menschen?

 

Offiziell hat Lästern keinen guten Ruf, im Gegenteil. Und doch wird es so häufig praktiziert. Wieso? Darauf angesprochen gibt es unterschiedliche Antworten. Eine Studie (Matthew Feinberg / Stanford University veröffentlicht im Journal of Personality and Social Psychology) behauptet sogar Lästern führt dazu, dass wir uns anschließend besser fühlen, uns so mit anderen Personen solidarisieren und das es die gesellschaftliche Harmonie fördert. Na dann …

 

 

 

Nachteile und Nebenwirkungen

 

 

Ausstrahlung

 

Wie viel Lästerei verträgt die positive Ausstrahlung, ohne sich völlig zu verabschieden? Kennen Sie charismatische Menschen, die lästern? Soweit ich das erkennen kann passt Lästerei nicht zu einer gestandenen Persönlichkeit, weil es kleinlich und gehässig wirkt.

 

 

Glaubwürdigkeit

 

Auch die Glaubwürdigkeit des Lästerers leidet; wer mit Schmutz wirft, wird selbst dreckig. Und wer zu unverhohlen aus dem Nähkästchen plaudert, wird es wohl auch zukünftig tun. Also lieber Abstand von solchen Plaudertaschen halten, gegebenenfalls zuhören, selbst die Klappe halten. Lästern macht irgendwann einsam.

 

 

 

 

Lästern vor Zeugen

 

Es ist nicht lange her, das die Öffentlichkeit einen Minister des deutschen Bundestags dabei beobachten konnte, wie er seinen eigenen Pressesprecher vor den Augen der Öffentlichkeit mit Häme überschüttete und bloßstellte. Anstatt mit ihm über seinen Pressesprecher zu lachen, wendete sich die breite Masse der Öffentlichkeit beschämt ab. Wer soetwas tut, machte sich damit keine Freunde. Selbst berechtigte Kritik gehört nicht in die Öffentlichkeit. Nicht jedes Publikum ist so vergesslich, wie die Wähler in Deutschland.

 

 

 

Tipps, wenn in Ihrem Umfeld gelästert wird

 

In Kurzform ein paar Empfehlungen zum Thema Lästerei:

 

 

1. Sprechen Sie nicht negativ über Abwesende

 

Wenn Sie über Dritte sprechen, dann bitte positiv oder ohne eine Wertung. Die Welt ist klein und Stille Post ist selten in Ihrem Interesse. Außerdem bleibt bei Ihrem Gesprächspartner der Geschmack haften, Sie könnten bei nächster Gelegenheit über ihn lästern.

 

 

2. Zustandsmanagement

 

Achten Sie auf einen angemessenen Zustand, bevor Sie etwas sagen oder tun; intensive Emotionen sind keine guten Ratgeber.

 

 

3. Halten Sie Vertrauliches auch vertraulich

 

Was du nicht willst das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Außerdem: Sie wissen nie wohin die Information gelangt und was mit ihr geschieht. Gesagt ist gesagt!

 

 

 

4. Nehmen Sie nicht an Lästereien teil

 

Lassen Sie die Gerüchteküche abkühlen, anstatt sie mit Ihrem Beitrag zu befeuern. Wechseln Sie lieber das Thema oder verabschieden Sie sich, falls das nicht möglich ist.

 

 

 

5. Nix Stille Post

 

Behalten Sie Lästereien für sich, anstatt sich an der Flüsterkette zu beteiligen. Wer weiß, was am Ende dabei herauskommt. Weshalb wollen Sie da im Impressum auftauchen?

 

 

 

P.S.

 

Wie halten Sie es mit der Lästerei und wo ziehen Sie die Grenze?

 

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