Skitt’s Law und Selbstlektorat: Eigene Texte gründlich überarbeiten
30 Tipps zum Lektorat eigener Texte
Skitt’s Law und Selbstlektorat: Eigene Texte gründlich überarbeiten
Du korrigierst öffentlich einen Rechtschreibfehler.
Und ausgerechnet in deiner Korrektur steckt der nächste.
Willkommen bei Skitt’s Law.
Die ironische Regel erinnert an etwas sehr Menschliches:
Fehler anderer sind häufig leichter zu erkennen als die eigenen.
Das gilt besonders bei Texten, an denen wir lange gearbeitet haben.
Wir wissen, was dort stehen soll.
Und genau deshalb lesen wir manchmal etwas, das dort gar nicht steht.
Ein gutes Selbstlektorat braucht deshalb mehr als:
„Ich lese noch einmal kurz drüber.“
Was ist Skitt’s Law?
Skitt’s Law ist ein ironisches Internet-Aphorismus.
Sinngemäß lautet es:
Wer einen Fehler in einem fremden Text korrigiert, wird in seiner eigenen Korrektur besonders leicht selbst einen Fehler machen.
Die Pointe lebt von:
- Selbstüberschätzung
- Aufmerksamkeitsfehlern
- sprachlicher Fallhöhe
Denn je selbstsicherer die Korrektur klingt, desto auffälliger wird ein eigener Fehler.
Skitt’s Law ist kein wissenschaftliches Gesetz
Der Begriff „Law“ klingt formeller, als die Regel gemeint ist.
Sie gehört eher in die Familie humorvoller Internetgesetze.
Ihr Wert liegt weniger in empirischer Vorhersage.
Interessanter ist die Erinnerung:
Auch wer sehr genau hinschaut, bleibt fehlbar.
Und:
Korrekturen verdienen dieselbe Sorgfalt wie der Text, den sie korrigieren.
Warum wir eigene Fehler so leicht übersehen
Beim Lesen eigener Texte kennen wir bereits:
- die Absicht
- die Argumentation
- die gewünschte Formulierung
- den gedanklichen Zusammenhang
Unser Gehirn muss deshalb weniger rekonstruieren als bei einem fremden Text.
Das kann hilfreich sein.
Es kann zugleich dazu führen, dass wir:
- fehlende Wörter ergänzen
- Doppellungen übersehen
- unklare Bezüge automatisch richtig interpretieren
- bekannte Formulierungen nur noch überfliegen
Wir lesen dann teilweise:
was wir schreiben wollten.
Nicht nur:
was tatsächlich dort steht.
Überarbeiten, lektorieren und korrekturlesen sind nicht dasselbe
Diese Unterscheidung hilft enorm.
Überarbeiten
Hier geht es um die großen Fragen:
- Ist die Aussage klar?
- Stimmt die Struktur?
- Fehlt etwas?
- Ist etwas überflüssig?
- Trägt die Argumentation?
Lektorat
Hier rücken stärker in den Mittelpunkt:
- Stil
- Verständlichkeit
- Satzbau
- Wortwahl
- Wiederholungen
Korrekturlesen
Hier geht es besonders um:
- Rechtschreibung
- Grammatik
- Zeichensetzung
- Tippfehler
- Formatierungsfehler
Wenn du alles gleichzeitig prüfen möchtest, konkurrieren diese Aufgaben miteinander.
Mehrere fokussierte Durchgänge sind häufig gründlicher als ein einziger Rundum-Check.
1. Lass den Text liegen
Direkt nach dem Schreiben kennst du jeden Gedanken noch sehr genau.
Das macht Distanz schwierig.
Wenn es der Zeitplan erlaubt, lege den Text deshalb für eine Weile weg.
Schon einige Stunden können helfen.
Bei wichtigen Texten ist ein längerer Abstand oft noch hilfreicher.
Wenn du später zurückkehrst, wirkt der Text etwas fremder.
Und genau das verbessert deine Chancen, Schwächen zu erkennen.
2. Prüfe zuerst Inhalt und Struktur
Es lohnt sich wenig, einen Satz sprachlich zu perfektionieren, den du später vollständig streichst.
Deshalb beginne mit den großen Fragen:
- Was ist die Kernbotschaft?
- Ist sie früh genug erkennbar?
- Folgen die Gedanken nachvollziehbar aufeinander?
- Fehlen wichtige Informationen?
- Gibt es unnötige Wiederholungen?
- Passt der Text zum Publikum?
Erst wenn diese Ebene trägt, lohnt sich der Feinschliff.
3. Prüfe jeden Absatz auf seine Aufgabe
Frag bei jedem Absatz:
Was leistet dieser Abschnitt?
Zum Beispiel:
- führt er ein Problem ein?
- liefert er Belege?
- erklärt er einen Zusammenhang?
- gibt er ein Beispiel?
- führt er zum nächsten Gedanken?
Wenn du keine klare Antwort findest, ist der Absatz möglicherweise:
- überflüssig
- unklar
- an der falschen Stelle
4. Lies den Text laut vor
Das ist eine der wirksamsten Methoden beim Selbstlektorat.
Lautes Lesen verlangsamt.
Und es macht hörbar, was beim stillen Lesen leicht durchrutscht.
Zum Beispiel:
- zu lange Sätze
- holprige Übergänge
- Doppellungen
- fehlende Wörter
- unnatürliche Formulierungen
Wenn du beim Vorlesen regelmäßig stolperst, lohnt sich ein genauer Blick.
Der Mund entdeckt manchmal, was die Augen längst übersehen.
5. Achte beim Vorlesen nicht nur auf Fehler
Höre auch auf:
- Rhythmus
- Satzlänge
- Wiederholungen
- unnötige Fachsprache
- steife Formulierungen
Besonders Texte für Reden, Präsentationen, Videos oder Podcasts sollten sich:
sprechen lassen.
Ein grammatisch korrekter Satz kann mündlich trotzdem unbrauchbar sein.
→ Klare Sprache für Reden und Präsentationen
6. Verändere die Darstellung
Wenn du einen Text lange in derselben Form gesehen hast, gewöhnen sich deine Augen daran.
Verändere deshalb bewusst etwas.
Zum Beispiel:
- Schriftgröße
- Zeilenabstand
- Fensterbreite
- Hintergrund
- Ausgabeformat
Auch ein Ausdruck kann helfen.
Der Text wirkt dadurch ungewohnter.
Und ungewohnte Texte lesen wir häufig aufmerksamer.
7. Prüfe immer nur eine Fehlerart
Ein Durchgang könnte beispielsweise ausschließlich dienen der Suche nach:
- Rechtschreibung
Der nächste:
- Zeichensetzung
Der nächste:
- Wortwiederholungen
Und ein weiterer:
- unklaren Bezügen
Das klingt zunächst langsamer.
Es kann insgesamt deutlich gründlicher sein.
8. Suche nach deinen persönlichen Lieblingsfehlern
Fast jeder hat wiederkehrende Muster.
Zum Beispiel:
- bestimmte Tippfehler
- zu viele Füllwörter
- lange Schachtelsätze
- bestimmte Kommafehler
- Lieblingsformulierungen
Führe eine kleine persönliche Prüfliste.
Dann kannst du gezielt danach suchen.
Bei digitalen Texten hilft zusätzlich die Suchfunktion.
9. Suche bewusst nach Wiederholungen
Manche Wiederholungen sind sinnvoll.
Andere entstehen unbemerkt.
Zum Beispiel:
„Wichtig ist dabei besonders die wichtige Unterscheidung …“
Oder dasselbe Wort erscheint viermal in einem kurzen Absatz.
Prüfe:
Dient die Wiederholung der Klarheit?
Oder ist sie nur unbemerkt entstanden?
10. Prüfe Füllwörter
Wörter wie:
- eigentlich
- irgendwie
- gewissermaßen
- sozusagen
- im Grunde
können sinnvoll sein.
Sie können Aussagen ebenso unnötig abschwächen.
Streiche sie probeweise.
Wenn der Satz klarer wird, dürfen sie gehen.
Wenn sich die Bedeutung verändert, bleiben sie.
11. Prüfe Adjektive und Adverbien
Auch hier gilt:
nicht pauschal löschen.
Frag:
Trägt dieses Wort relevante Information?
Ein präzises Adjektiv kann viel leisten.
Drei dekorative Adjektive hintereinander häufig weniger.
12. Prüfe lange Sätze besonders kritisch
Lange Sätze sind nicht grundsätzlich schlecht.
Sie erhöhen jedoch die Gefahr, dass:
- Bezüge unklar werden
- die Hauptaussage untergeht
- Leser den Satzanfang vergessen
Frag:
Kann aus diesem Satz sinnvoll zwei werden?
Wenn ja, lohnt sich der Test.
13. Prüfe die Satzanfänge
Viele Texte entwickeln unbemerkt monotone Muster.
Zum Beispiel:
„Dabei … Dabei … Dabei …“
Oder:
„Es ist … Es ist … Es ist …“
Variation kann den Text lebendiger machen.
Sie sollte trotzdem natürlich bleiben.
14. Prüfe Pronomen und Bezüge
Wörter wie:
- dies
- diese
- das
- es
- sie
können Bezüge elegant herstellen.
Sie können ebenso unklar werden.
Frag:
Ist sofort eindeutig, worauf sich dieses Wort bezieht?
Wenn nicht, nenne den Gegenstand lieber noch einmal konkret.
15. Prüfe Behauptungen
Gutes Lektorat betrifft nicht nur Sprache.
Auch inhaltliche Aussagen verdienen einen zweiten Blick.
Frag:
- Ist diese Aussage wirklich belegt?
- Ist sie zu absolut?
- Verwechsle ich Beobachtung und Interpretation?
- Ist eine Quelle erforderlich?
- Ist die Quelle noch aktuell?
Ein sprachlich perfekter Fehler bleibt ein Fehler.
16. Kontrolliere Namen, Zahlen und Daten separat
Gerade diese Informationen werden leicht überlesen.
Prüfe gezielt:
- Eigennamen
- Funktionsbezeichnungen
- Jahreszahlen
- Prozentwerte
- Geldbeträge
- Links
Bei wichtigen Texten lohnt sich dafür ein eigener Durchgang.
17. Prüfe Überschriften unabhängig vom Fließtext
Lies nur:
- Hauptüberschrift
- Zwischenüberschriften
- Unterüberschriften
Dann frage:
Ergibt daraus bereits eine nachvollziehbare Struktur?
Gute Überschriften helfen Lesern, einen Text:
- zu überblicken
- zu scannen
- wiederzufinden
Wenn die Überschriften allein chaotisch wirken, stimmt häufig auch die Struktur noch nicht.
18. Lies einzelne Abschnitte außerhalb der Reihenfolge
Beim normalen Lesen trägt dich der Inhalt von Satz zu Satz.
Dadurch ergänzt dein Gehirn Zusammenhänge.
Für den letzten Korrekturdurchgang kann es deshalb hilfreich sein, die gewohnte Reihenfolge zu durchbrechen.
Zum Beispiel:
vom letzten Absatz rückwärts.
Dadurch rückt die einzelne Formulierung stärker in den Vordergrund.
Diese Technik eignet sich besonders für:
- Tippfehler
- Grammatik
- Zeichensetzung
Für die Prüfung des Argumentationsflusses ist sie dagegen ungeeignet.
19. Lass dir den Text vorlesen
Du musst nicht selbst vorlesen.
Text-to-Speech-Funktionen können ebenfalls hilfreich sein.
Der Vorteil:
Die Software liest häufig:
was tatsächlich dort steht.
Du selbst bist stärker versucht, automatisch:
das Gemeinte
zu hören.
Dadurch fallen beispielsweise:
- fehlende Wörter
- Doppelungen
- ungewöhnliche Formulierungen
leichter auf.
20. Nutze Rechtschreib- und Grammatikprüfung
Digitale Hilfsmittel sind nützlich.
Sie finden:
- viele Tippfehler
- manche Grammatikprobleme
- bestimmte Zeichensetzungsfehler
Sie entscheiden jedoch nicht zuverlässig über:
- Absicht
- Ton
- Argumentation
- inhaltliche Richtigkeit
- passende Nuancen
Deshalb:
Hinweise prüfen statt blind übernehmen.
21. KI kann beim Lektorat helfen
Auch KI-Werkzeuge können Texte auf unterschiedliche Weise unterstützen.
Zum Beispiel mit Fragen wie:
- Wo ist dieser Text unklar?
- Welche Aussagen wiederholen sich?
- Welche Sätze sind unnötig kompliziert?
- Wo fehlen Belege?
- Welche Formulierungen sind mehrdeutig?
Je genauer der Auftrag, desto nützlicher kann die Rückmeldung werden.
KI sollte nicht unbemerkt deine Stimme ersetzen
Das ist besonders wichtig.
Ein Text kann sprachlich glatt werden und gleichzeitig:
- Persönlichkeit verlieren
- generischer klingen
- unnötig aufgeblasen werden
- inhaltliche Fehler aufnehmen
Deshalb lohnt sich nach jeder automatischen Überarbeitung die Frage:
Klingt das noch nach mir?
Und:
Stimmt es überhaupt?
22. Gib der KI gezielte Rollen statt „Verbessere den Text“
Ein konkreter Auftrag ist hilfreicher.
Zum Beispiel:
„Markiere ausschließlich unklare Pronomen.“
Oder:
„Prüfe nur Rechtschreibung und Zeichensetzung. Ändere meinen Stil nicht.“
Oder:
„Zeige mir Wiederholungen, ohne den Text umzuschreiben.“
So bleibt deine Kontrolle größer.
23. Lass eine andere Person lesen
Ein externer Leser besitzt einen entscheidenden Vorteil:
Er kennt deinen Text noch nicht.
Deshalb kann er leichter erkennen:
- wo Wissen vorausgesetzt wird
- wo ein Gedankensprung entsteht
- wo Begriffe unklar sind
- wo die Kernaussage verloren geht
Bitte möglichst um konkrete Rückmeldung.
Statt:
„Wie findest du den Text?“
besser:
„An welcher Stelle wird unklar, worauf ich hinauswill?“
24. Lass verschiedene Personen verschiedene Dinge prüfen
Ein Fachkollege kann prüfen:
Stimmt der Inhalt?
Eine Person aus der Zielgruppe kann prüfen:
Ist es verständlich?
Ein professionelles Lektorat kann prüfen:
Ist Sprache und Struktur sauber?
Unterschiedliche Leser sehen unterschiedliche Dinge.
25. Prüfe nach jeder größeren Änderung erneut
Eine wichtige Erfahrung:
Beim Korrigieren entstehen neue Fehler.
Du verschiebst einen Satz.
Plötzlich passt der Bezug nicht mehr.
Du löscht ein Wort.
Jetzt fehlt ein Artikel.
Du ergänzt einen Absatz.
Nun wiederholt sich ein Gedanke.
Genau hier bekommt Skitt’s Law wieder praktische Bedeutung.
Jede Korrektur kann selbst korrekturbedürftig sein.
26. Prüfe besonders die letzten Änderungen
Kurz vor Veröffentlichung werden häufig noch kleine Verbesserungen vorgenommen.
Gerade dort entstehen erstaunlich viele neue Fehler.
Deshalb:
Nach der letzten Änderung noch einmal genau die geänderte Stelle lesen.
Und möglichst auch:
den Satz davor und danach.
27. Überarbeite vom Großen zum Kleinen
Eine sinnvolle Reihenfolge kann sein:
- Kernaussage
- Struktur
- Argumentation
- Absätze
- Sätze
- Wörter
- Rechtschreibung und Zeichensetzung
- Formatierung
So vermeidest du, Zeit in Details zu investieren, die später ohnehin verschwinden.
28. Prüfe den Text aus Sicht des Lesers
Du kennst dein Thema.
Dein Leser möglicherweise nicht.
Frag deshalb:
- Welche Begriffe müsste ich erklären?
- Welche Informationen fehlen zum Verständnis?
- Welche Beispiele helfen?
- Was interessiert den Leser überhaupt?
- Was kann weg?
Ein guter Text entsteht nicht nur aus dem, was du sagen möchtest.
Er entsteht auch aus dem, was der Leser zum Verstehen braucht.
29. Prüfe, ob der Text sein Ziel erreicht
Ein fehlerfreier Text kann trotzdem wirkungslos sein.
Deshalb gehört zum letzten inhaltlichen Check:
Was soll dieser Text bewirken?
Soll er:
- informieren?
- überzeugen?
- erklären?
- zum Handeln bewegen?
- Vertrauen schaffen?
Dann prüfe:
Unterstützt der Text dieses Ziel tatsächlich?
30. Akzeptiere, dass absolute Fehlerfreiheit schwer erreichbar ist
Sorgfalt ist sinnvoll.
Perfektionismus kann dagegen verhindern, dass ein Text jemals fertig wird.
Irgendwann ist die sinnvollere Frage:
Ist der Text gut genug geprüft, um veröffentlicht zu werden?
Das ist etwas anderes als:
Kann ich garantieren, dass niemand jemals noch einen Fehler findet?
Diese Garantie gibt es kaum.
Eine praktische Reihenfolge für das Selbstlektorat
Bei einem wichtigen Text kannst du beispielsweise so vorgehen:
Durchgang 1: Inhalt
Stimmen Aussage, Fakten und Argumentation?
Durchgang 2: Struktur
Ist die Reihenfolge nachvollziehbar?
Durchgang 3: Verständlichkeit
Sind Sätze und Begriffe klar?
Durchgang 4: Stil
Gibt es Wiederholungen, Füllwörter oder unnötige Länge?
Durchgang 5: Fakten
Stimmen Namen, Zahlen, Daten, Zitate und Links?
Durchgang 6: Korrektur
Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
Durchgang 7: Endkontrolle
Letzte Änderungen, Überschriften und Formatierung.
Eine kurze Checkliste vor der Veröffentlichung
- Ist die Kernbotschaft klar?
- Passt die Struktur?
- Fehlen wichtige Informationen?
- Kann etwas gestrichen werden?
- Sind Behauptungen belastbar?
- Stimmen Namen, Zahlen und Daten?
- Gibt es unnötige Wiederholungen?
- Sind die Sätze verständlich?
- Habe ich den Text laut gelesen oder vorlesen lassen?
- Habe ich Rechtschreibung und Zeichensetzung separat geprüft?
- Funktionieren alle Links?
- Habe ich die letzten Änderungen noch einmal kontrolliert?
Was Skitt’s Law über Kommunikation lehrt
Die eigentliche Pointe geht über Rechtschreibung hinaus.
Wer andere korrigiert, tritt leicht aus einer Position auf wie:
„Ich habe es richtig verstanden.“
Skitt’s Law erinnert daran:
Auch Korrektheit braucht Bescheidenheit.
Das gilt für:
- Sprache
- Argumentation
- Fakten
- öffentliche Kritik
Korrigieren ohne Besserwisserei
Es gibt einen Unterschied zwischen:
einen Fehler korrigieren
und:
einen Menschen vorführen.
Wenn es um die Sache geht, reicht häufig:
„Hier müsste es X heißen.“
Die zusätzliche Botschaft:
„Wie kann jemand nur so etwas falsch machen?“
trägt selten zur Qualität des Austauschs bei.
Je öffentlicher die Korrektur, desto sorgfältiger sollte sie sein
Wenn du jemanden:
- öffentlich
- deutlich
- mit großer Sicherheit
korrigierst, steigt deine eigene Fallhöhe.
Das ist weniger ein Naturgesetz als eine kommunikative Realität.
Wer Präzision einfordert, wird selbst an Präzision gemessen.
Selbstlektorat für Reden und Präsentationen
Bei gesprochenen Texten gelten zusätzliche Anforderungen.
Ein Redemanuskript sollte nicht nur:
korrekt aussehen.
Es sollte:
gut klingen.
Prüfe deshalb besonders:
- Sprechbarkeit
- Satzlänge
- Atemstellen
- Übergänge
- Rhythmus
Hier ist lautes Vorlesen unverzichtbar.
Schreiben für das Sprechen
Schriftsprache darf komplexer sein.
Gesprochene Sprache verschwindet unmittelbar wieder.
Das Publikum kann nicht einfach einen Absatz zurückspringen.
Deshalb helfen bei gesprochenen Texten häufig:
- klare Satzanfänge
- überschaubare Satzlängen
- ein Gedanke pro Satz
- erkennbare Übergänge
- gezielte Wiederholung
→ Wirksame Sprache in Gesprächen, Reden und Präsentationen
Wenn ein Text besonders wichtig ist
Je höher die Tragweite, desto weniger würde ich mich auf einen einzigen Prüfdurchgang verlassen.
Bei wichtigen:
- Reden
- Stellungnahmen
- Executive-Kommunikation
- Veröffentlichungen
- kritischen Schreiben
kann ein zusätzlicher unabhängiger Blick sehr wertvoll sein.
Gerade weil Autoren ihre eigenen blinden Flecken nur schwer vollständig erkennen können.
Welcher berufliche Rahmen passt?
Das Ziel bestimmt den Inhalt. Rolle, Verantwortung und Tragweite bestimmen den Rahmen.
Für Fach- und Führungskräfte unterhalb unternehmerischer Gesamtverantwortung kann BUSINESS 1:1 passend sein, wenn es um Sprache, Texte, Präsentationen oder wiederkehrende berufliche Kommunikation geht.
Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber, geschäftsführende Gesellschafter und Personen mit vergleichbarer unternehmerischer Gesamtverantwortung arbeiten mit mir grundsätzlich im EXECUTIVE SPARRING.
Bei anderen Fach- und Führungskräften erfolgt die Zusammenarbeit ebenfalls im EXECUTIVE SPARRING, wenn ein konkreter Text, eine Rede oder öffentliche Kommunikation hohe berufliche, wirtschaftliche, strategische oder öffentliche Tragweite besitzt.
Fazit: Gute Texte entstehen nicht beim ersten Schreiben
Skitt’s Law ist vor allem deshalb sympathisch, weil es niemanden ausnimmt.
Wir alle übersehen Fehler.
Besonders die eigenen.
Ein gutes Selbstlektorat reduziert dieses Risiko.
Hilfreich sind vor allem:
- Abstand
- mehrere Prüfdurchgänge
- lautes Vorlesen
- Perspektivwechsel
- gezielte Checklisten
- externe Rückmeldung
Und nach jeder Korrektur gilt:
noch einmal hinschauen.
Denn ausgerechnet beim Verbessern kann der nächste Fehler entstehen.
Wer Präzision einfordert, wird selbst an Präzision gemessen.
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Du suchst einen bestimmten Begriff oder eine passende Vertiefung?
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 20. August 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026









Gerade zu emotionalen Texten schrieb schon Tucholsky: Du bekommst einen Brief, der dich maßlos erbittert? Beantworte ihn sofort. In der ersten Wut. Und das laß drei Tage liegen. Und dann schreib deine Antwort noch mal.
Mit dieser Empfehlung fahre ich seit Jahren recht gut.
Das ist ein sehr guter Tipp. Im Eifer geht schnell Porzellan zu Bruch.