Sind Sie ein Matcher oder Mismatcher? 6+ Tipps für bessere Gespräche

Blick auf Gleichheit, Ähnlichkeit oder Unterschiedlichkeit?
Matcher oder Mismatcher?

Kommunikationstendenz: Matcher oder Mismatcher?

 

Was für Wahrnehmungstendenzen und Kommunikationsmuster haben Sie? Neigen Sie zum Matcher oder Mismatcher? Wie stellen Sie sich auf Gesprächspartner ein?

Überblick

 

 

 

 

Matching oder Mismatching?

 

Partner, Freunde, Kunden, Kollegen, Mitarbeiter,… Sie sagen zu warm, er sagt zu kalt. Sie sind begeistert, die Gesprächspartnerin findet es langweilig. Es gibt Menschen die einem stets widersprechen, selbst, wenn es dafür keinen Grund gibt. Sie sind prinzipiell entgegengesetzter Meinung. Solche Denk- und Sprachmuster (Metatendenzen) werden Mismatching und solche Personen Mismatcher genannt.

 

 

 

Formen

 

Es gibt Mismatching in vier Ausprägungen:

 

1. Widerspruch

 

Was auch immer Sie sagen, der Mismatcher ist der gegenteiligen Meinung.

 

 

2. Unnötige Klarstellungen

 

Klugscheißern! Es gibt keinen angemessenen Grund für die Klarstellung.

 

 

3. Einen daraufsetzen

 

Größer, weiter, besser, extremer … Der Mismatcher nimmt Ihre Aussage und setzt noch mindestens ein Sahnehäubchen darauf.

 

 

4. Ich weiß!

 

Die Botschaft: Das hätten Sie sich sparen können!

 

 

 

Sind Sie ein Matcher oder Mismatcher?

 

Mismatcher oder auch Polaritäts-Responder (polarity responder sind daran zu erkennen, dass sie tendenziell die Gegenposition eines Gesprächspartners einnehmen.

Mismatcher klingt nach Miesmacher und so wirken sie auf Matcher oft auch. Doch wäre es nicht richtig zu behaupten, dass eine Muster wäre besser als das andere. Es gibt kein besser oder schlechter, sondern es sind unterschiedliche Denk- und Sprachmuster. Menschen haben, je nach Kontext, die Neigung eher Matcher oder Mismatcher zu sein. Beide Muster haben Eigenarten, ihre Vor- und Nachteile, je nach Situation. Es gibt sie in förderlicher und einschränkender Ausprägung.

 

 

 

a. Matcher

 

Die Kommunikation mit Matchern ist eher angenehm, wenn mitunter auch die inspirierenden Reibungspunkte fehlen.

  • Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten werden gesucht und betont.
  • Vermeiden starke Unterschiede.
  • Es wird auf Chancen und Möglichkeiten konzentriert.
  • Tendenz zur Generalisierung.
  • Lösungsorientierung statt Problemorientierung.
  • Meist wird taktvoller kommuniziert als beim Mismatching.

 

 

 

b. Mismatcher

 

  • Mismatching nimmt bei belasteten Beziehungen zu.
  • Sie konzentrieren sich auf Unterschiede und Trennendes, wollen das Haar in der Suppe finden.
  • Mismatcher widersprechen, selbst wenn es inhaltlich nichts zu widersprechen gibt
  • Die Kommunikation mit Mismatchern kann inspirierend sein, jedoch auch als sehr zäh und erschöpfend empfunden werden.
  • Sieht zuerst Risiken und Nachteile, wo Matcher die Chancen betrachten.
  • Mismatcher sehen eher das Trennende.
  • Mismatcher wollen auch die andere Seite der Medaille beleuchten. Es ist selten böse gemeint, wirkt jedoch mitunter so.
  • Abwechslung ist Mismatchern tendenziell wichtiger als Matchern.
  • Sie tun häufiger das Gegenteil von dem, was von ihnen erwartet wird.
  • Decken mitunter interessante blinde Flecken auf.

 

 

 

Können Matcher und Mismatcher miteinander?

 

Wenn alles gut läuft und die Beziehung ansonsten harmonisch ist, übersetzen Menschen sich trotz unterschiedlicher Metaprogramme Botschaften wohlwollend in ihre Sprachmuster. In emotional belasteteren Situationen sind Matcher und Mismatcher allerdings wie Katz und Hund; sie reden aneinander vorbei. Wenn sie sich dann unverstanden oder konfrontiert fühlen kann ein Kreislauf in Gang gesetzt werden, der weitere Kommunikation zunehmend erschwert.

Können Matcher und Mismatcher unter solchen Bedingungen überhaupt miteinander aus kommen?

Ja, wenn sie auf die unterschiedlichen Wahrnehmungs-, Denk- und Sprachmuster eingehen. Dabei geht es nicht darum, sich zu verbiegen, sondern die Eigenarten zu respektieren und zu schätzen.

 

 

 

6 Tipps für die Kommunikation

 

Matcher sind an Harmonie orientiert, das macht die Kommunikation mit ihnen tendenziell leichter. Allerdings kann durch ein übermäßiges Harmoniebedürfnis auch zu inkongruenten Aussagen kommen oder problematische Themen werden vermieden.

 

 

1. Ansatzpunkte reduzieren

 

Wenn Sie mit Mismatchern kommunizieren, bieten Sie möglichst wenig Ansatzpunkte für Reibung. Die Verwendung von Relativierungen und anderen Weichmachern hilft an dieser Stelle.

 

 

 

2. Künstlicher Widerstand

 

Sehr starre Mismatcher sind in der Kommunikation eher dadurch erreichbar, dass von ihnen das Gegenteil dessen verlangt wird, das erreicht werden soll. Das funktioniert allerdings nicht, wenn sie die Absicht erkennen.

Beispiele:

  • Ich glaube nicht, dass Sie…
  • Das wäre nichts für Sie.

 

 

 

3. Übersteigern

 

Das Übersteigern von ablehnenden Aussagen bringt Mismatcher eher dazu sich selbst zu korrigieren, zu relativieren.

 

 

 

4. Negationen

 

Formulierungen mit Negationen machen es Mismatchern schwerer ihrem Muster zu verfallen.

Beispiele:

  • Ich weiß nicht, ob Sie damit zufrieden wären…
  • Das ist nichts für Sie, außer…
  • Ich weiß nicht, ob…

 

 

 

5. Wichtige Gespräche vorbereiten

 

Wichtige Gespräche mit Mismatchern profitieren von entsprechender Vorbereitung, den jedes Wort hat Einfluss auf das Ergebnis. Das wird kaum jedes Mal getan, doch mitunter ist die Investition eine lohnenswerte Angelegenheit. Da Mismatcher einen kleineren Anteil der Bevölkerung ausmachen ecken sie eher an. Wer sie zu nehmen weiß, weil er ihre Sprache spricht, wird dafür belohnt. Mismatcher haben Einiges zu bieten, nur machen sie es dem Umfeld nicht so leicht, dass zu erkennen.

 

 

 

6. Grundsätzlich

 

Die Fähigkeit, Kommunikationstendenzen zu erkennen, ist wesentlich für wirkungsvolle Kommunikation. Bei der Kommunikation stellt sich weniger die Frage, was wir als angenehmer empfinden, sondern, wie wir unsere Botschaften so transportieren können, dass sie möglichst in der beabsichtigten Form beim Empfänger ankommen. Deswegen lohnt es sich Matcher und Mismatcher im jeweiligen Kontext zu erkennen und die Kommunikation daraufhin anzupassen. Dafür müssen wir uns nicht verstellen, denn das tun wir ja auch nicht, wenn wir eine andere Sprache für ein Gespräch wählen. Wenn Sie das lernen wollen, helfe ich Ihnen gerne.

P.S.

 

Was für Wahrnehmungstendenzen und Kommunikationsmuster haben Sie? Neigen Sie eher zum Matcher oder Mismatcher? Es gibt natürlich auch Zwischenformen, wie Matcher und Mismatcher mit Ausnahmen. Wie stellen Sie sich auf Gesprächspartner ein?

2 Kommentare

  1. Weshalb sollt jemand sich freiwillig mit Miesmachern unterhalten?

    Antworten
    • Weil Mismatcher keine echten Miesmacher sind.
      Viele ergeben sich nur dem Wahrnehmungs- und Kommunikationsmuster Mismatching.
      Wer bereit ist, sich auf sie einzulassen findet das häufig selbst heraus.
      Wir haben alle unsere Eigenarten, darum …

      Antworten

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Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 3. Dezember 2018
Überarbeitung: 4. April 2019
AN: #13133
K:CNB
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