Sind Pausen doch nicht so überflüssig?

Wer die Phasen von Aktivität und Regeneration zu nutzen weiß, fühlt sich wohler und ist leistungsfähiger

 

Pausen

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

 

Schneller, höher, weiter: Wer zu Superlativen ansetzt und die Welt aus den Angeln heben will neigt zu Rastlosigkeit. An so manchem weniger spektakulären Arbeitsplatz geht es allerdings auch nicht gelassener zu. Es gilt immer mehr in immer weniger Zeit bei immer häufigeren Unterbrechungen zu leisten.

… und wann macht es eine Pause?

 

Wer braucht schon Pausen, wenn es stattdessen Kaffee und andere koffeinhaltigen Getränke gibt? Dranbleiben, vorantreiben, die körperlichen und seelischen Bedürfnisse bezwingen. Geist über Materie! Der Mensch ist dazu kurzfristig in der Lage. Der Körper hat dafür sogar entsprechende Mechanismen, damit es in Notsituationen möglich ist über seine eigentlichen Grenzen hinauszugehen.

Klopf, klopf

 

Wer etwas leisten will, sollte dabei fokussiert und fleißig sein. Das gelingt auf Dauer jedoch nur, wenn regelmäßig Pausen gemacht werden, wenn zwischendurch erholt wird. Die Batterien wollen aufgeladen werden. Niemand kann ohne Unterbrechung Spitzenleistungen abrufen und ständig an und über die eigenen Grenzen gehen.

Von Zeit zu Zeit meldet sich der Körper und signalisiert, dass er Ruhe benötigt und auch die Gedanken wollen sich sortieren. Wir gähnen, haben müde Augen, fühlen uns geschafft. Kaffee drauf! Der natürliche Rhythmus wird sehr häufig ignoriert.

Wird die Störung dieses natürlichen Prozesses über einen langen Zeitraum durchgezogen, dann führt das früher oder später in einen permanenten Stresszustand. Der wiederum ist ein wesentlicher Faktor, der an vielen psychischen und psychosomatischen Krankheiten beteiligt. Außerdem nehmen bei Stress die Kreativität und die Leistungsfähigkeit ab, dafür leider die Fehler zu. Während der Körper anfangs noch Stoffe ausschüttet, die uns zu Spitzenleistungen bringen sollen, ist bald von Wohlbefinden keine Spur mehr.

Umfrageergebnis

 

Ich fühle mich gestresst …

%

nie

%

selten

%

manchmal

%

häufig

Ergebnis einer nichtrepräsentative Umfrage auf www.karstennoack.de (2017, n= 1000)

Phasen von Aktivität und Regeneration

 

Die Mechanismen sind schon recht gut dokumentiert, doch die Schlussfolgerungen werden noch weitgehend ignoriert. Der Therapeut Ernest L. Rossi spricht von ultradianen Rhythmen, die wir Menschen alle 90 bis 120 Minuten durchlaufen. Ignorieren wir diese Phasen von Aktivität und Regeneration, verzichten wir auf die wünschenswerten Heilreaktionen in den sich Körper und Geist fit halten. Als Mittel gegen ultradiane Stressreaktionen und für mehr Wohlgefühl sowie Leistungsfähigkeit werden je Zyklus 20 Minuten Pause empfohlen. Das ist in der Praxis so in der heutigen Arbeitsorganisation allerdings eher seltener in Reinform möglich. Doch es gibt einige Möglichkeiten sich dem zumindest anzunähern.

Ideen für Pausen

 

Ich persönlich empfinde eine größere Anzahl von kurzen Pausen förderlicher als eine lange. Auch kurze Pausen lassen sich nutzen. Hier ein paar Anregungen:

 

 

1. Nichts tun!

 

Thich Nhat Hanh: „Statt zu sagen, sitz nicht einfach nur da – tu irgendetwas, sollten wir das Gegenteil fordern: Tu nicht einfach irgendetwas – sitz nur da.“ Dazu müssen wir nicht erst auf die Erleuchtug warten oder das Handbuch für Zen befragen. Zugegeben, ist das nicht so einfach, wie es sich anhören mag. Schon Oscar Wilde wußte: „Gar nichts tun, das ist die allerschwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt.“

 

 

 

2. Die Gelegenheit nutzen

 

Einen kurzen Gang für eine Erledigung gleich als kleine beruhigende Abwechslung nutzen.

 

 

 

3. Bewegung

 

Ein paar Bewegungsübungen brauchen wenig Zeit und tun gut. Es gibt auch Yoga-Übungen für den Arbeitsplatz.

 

 

 

4. Ohmm

 

Kennen Sie Entspannungstechnik die zu Ihnen passen?

 

 

 

5.  Hypnoblancing™

 

Mittels Hypnoblancing™ Kurztrance gehen Sie sofort in eine wohltuende Trance. Körper und Geist genießen solche Gelegenheiten.

 

 

 

6. Nach innen gehen

 

Kurz die Augen schließen.

 

 

 

7. In die Ferne schauen

 

Aus dem Fenster schauen und den Blick umherwandern lassen.

 

 

 

6. Grün auf sich wirken lassen

 

Das Grünzeug im Büro gießen. Überhaupt ist der Anblick von Grün sehr angenehm und erholsam.

 

 

 

7. Power-Nap

 

Lernen Sie die Methode für sich.

 

 

 

8. Plaudern

 

Ein erfreulicher Smalltalk mit Kollegen.

 

 

 

9. Abstand

 

Spaziergang in der Mittagspause.

 

 

 

10. Atmung

 

Machen Sie eine Atemübung.

 

 

 

11. Sein Sie kindisch

 

Wenn Sie sich trauen könnten Sie um den Schreibtisch tanzen.

 

 

 

12. Selbstgespräche

 

Selbstgespräche zu einem angenehmen Thema (besser ohne Zeugen oder im Gedanken)

 

 

 

13. Inspiration

 

Blick auf eine Affirmation oder ein Bild, von dem eine angenehme Wirkung ausgeht.

 

 

 

14. Duft

 

Einen angenehmen Duft zu genießen bewegt tiefe Bereiche im Gehirn.

 

 

 

15. Lächeln

.

Jemanden ein Lächeln schenken.

 

 

 

16. Snack

 

Einen gesunden und leckeren Snack gönnen.

 

 

 

17. Meditieren

 

Es gibt viele Formen der Meditation. Bestimmt ist auch eine für Sie dabei.

 

 

 

18. …

4 Kommentare

  1. Icke

    Auf meine Pause verzichte ich nicht einmal wenn Chaos herrscht. Sonst bin ich nicht zu gebrauchen und das ist schlecht für alle.

    Antworten
    • Karsten Noack

      Wir sind nur hilfreich für andere Menschen, wenn wir auch auf uns selbst achten.
      Das bringe ich auch bei meinen Rettungskursen den Teilnehmern vor, sonst liegen am Ende noch mehr …

      Antworten
  2. Boris

    Welche Länge sollte eine Pause haben?

    Antworten
    • Karsten Noack

      Leute wie Ernest Rossi meinen 20 Minuten sind ideal.
      Ich meine; es kommt darauf an.
      Mitunter gönne ich mir an belebten Orten eine Selbsthypnose von 60 Sekunden und es erfrischt mich für eine Weile.
      Am Flughafen würde ich auch nicht länger meine Augen schließen, weil ich mein Handgepäck noch benötige.

      Antworten

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Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer. Ovid

Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack Mai 2007