Narzissmus: Kassandra-Syndrom

Missbrauch durch Narzissten erkennen und sich schützen
Missverständnis

Kassandra-Syndrom: Wenn dir niemand glaubt

 

Verunsicherung, Isolation und Realitätsverlust in toxischen Beziehungen

 

Du erlebst etwas.

Du versuchst, es zu erklären.

Und bekommst zu hören:

„So schlimm kann das kaum sein.“

„Das passt überhaupt nicht zu ihm.“

„Sie ist doch immer so freundlich.“

„Vielleicht bist du einfach sehr empfindlich.“

„Bist du sicher, dass du das richtig verstanden hast?“

Das kann tief verunsichern.

Besonders dann, wenn du in einer belastenden oder toxischen Beziehung ohnehin schon beginnst, deiner eigenen Wahrnehmung weniger zu vertrauen.

Für dieses Erleben wird gelegentlich der Begriff Kassandra-Syndrom verwendet.

Wichtig dabei:

Das Kassandra-Syndrom ist keine anerkannte psychische Diagnose.

Der Begriff kann jedoch als Metapher hilfreich sein für eine sehr reale Erfahrung:

Du erlebst etwas Belastendes – und hast gleichzeitig das Gefühl, dass dir niemand glaubt.

 

 

 

Woher kommt der Name Kassandra?

 

Kassandra stammt aus der griechischen Mythologie.

Sie ist eine Tochter des trojanischen Königs Priamos.

In einer bekannten Überlieferung erhält sie von Apollo die Fähigkeit, zukünftige Ereignisse vorherzusehen.

Nachdem sie Apollo zurückweist, wird sie dazu verdammt, dass ihre zutreffenden Prophezeiungen keinen Glauben finden.

Kassandra warnt beispielsweise vor dem Untergang Trojas.

Sie sieht die Gefahr.

Sie spricht darüber.

Und wird weniger ernst genommen.

Genau dieses Bild hat den Begriff geprägt:

Etwas wahrnehmen – davor warnen – und trotzdem keinen Glauben finden.

 

 

 

Was bedeutet „Kassandra-Syndrom“ heute?

 

Der Begriff wird heute in verschiedenen Zusammenhängen verwendet.

Besonders bekannt wurde er für das Erleben emotionaler Isolation in bestimmten neurodiversen Partnerschaften. Auch dort handelt es sich um einen beschreibenden Begriff, weniger um eine formale Diagnose. (The Hart Centre)

Im Zusammenhang mit toxischen oder manipulativen Beziehungen lässt sich das Bild weiter fassen:

Ein Mensch erlebt wiederholt problematisches Verhalten.

Das Umfeld sieht davon wenig.

Die betreffende Person wirkt nach außen freundlich, charmant oder vollkommen unauffällig.

Und die betroffene Person beginnt irgendwann selbst zu fragen:

„Bilde ich mir das alles ein?“

 

 

 

Wenn Außenwirkung und private Wirklichkeit auseinandergehen

 

Eine besonders belastende Dynamik entsteht, wenn jemand nach außen vollkommen anders wirkt als im engen Kontakt.

Nach außen vielleicht:

  • charmant.
  • hilfsbereit.
  • großzügig.
  • kompetent.
  • aufmerksam.
  • Im privaten Kontakt dagegen möglicherweise:
  • abwertend.
  • kontrollierend.
  • unberechenbar.
  • grenzüberschreitend.
  • manipulativ.

Das Umfeld kennt häufig vor allem die erste Seite.

Du kennst beide.

Genau daraus kann eine schmerzhafte Situation entstehen:

Andere beurteilen deine Erfahrung anhand einer Person, die sie in einem vollkommen anderen Kontext erleben.

 

 

 

„Das kann ich mir bei ihm überhaupt nicht vorstellen“

 

Dieser Satz klingt zunächst harmlos.

Für Betroffene kann er sehr belastend sein.

Denn seine Botschaft kann ankommen wie:

„Deine Wahrnehmung passt weniger zu meiner Erfahrung. Also stimmt vermutlich deine Wahrnehmung weniger.“

Dabei können beide Erfahrungen gleichzeitig wahr sein.

Eine Person kann im beruflichen Umfeld ausgesprochen angenehm auftreten und in einer engen Beziehung sehr problematische Verhaltensweisen zeigen.

Menschen zeigen in unterschiedlichen Beziehungen unterschiedliche Seiten.

 

 

 

Warum erzählen Betroffene häufig erst spät?

 

Von außen wirkt manchmal unverständlich:

„Warum hast du das so lange mitgemacht?“

„Warum hast du früher wenig gesagt?“

„Warum erzählst du das erst jetzt?“

Doch belastende Beziehungen entwickeln sich häufig schrittweise.

Eine kleine Grenzüberschreitung.

Eine Erklärung.

Eine Entschuldigung.

Eine gute Phase.

Der nächste Vorfall.

Verwirrung.

Hoffnung.

Selbstzweifel.

So entsteht weniger plötzlich eine klare Situation.

Es entsteht ein Muster, dessen Bedeutung häufig erst mit Abstand deutlicher wird.

 

 

 

Die eigene Wahrnehmung wird unsicher

 

Besonders problematisch wird es, wenn du selbst immer weniger sicher bist, was eigentlich geschieht.

Vielleicht hörst du wiederholt:

„Das habe ich nie gesagt.“

„Das hast du falsch verstanden.“

„Du übertreibst.“

„Du bist viel zu empfindlich.“

„Du machst aus allem ein Drama.“

Dann beginnt leicht eine zweite Ebene des Problems.

Neben der ursprünglichen Belastung entsteht die Frage:

„Kann ich meiner eigenen Wahrnehmung überhaupt noch vertrauen?“

 

 

 

Gaslighting und das Kassandra-Erleben

 

Hier kann es Überschneidungen mit Gaslighting geben.

Gaslighting beschreibt ein Muster, bei dem Wahrnehmung, Erinnerung oder Einschätzung eines Menschen wiederholt infrage gestellt oder verzerrt werden.

Die Folge kann sein:

Du weißt zunehmend weniger, welchem Eindruck du trauen kannst.

Wenn anschließend auch das Umfeld deine Erfahrungen relativiert, verstärkt sich diese Verunsicherung zusätzlich.

Der Mensch erlebt etwas – und verliert gleichzeitig soziale Bestätigung dafür.

 

 

 

Isolation verstärkt die Wirkung

 

Menschen brauchen andere Menschen auch zur Orientierung.

Wir vergleichen Wahrnehmungen.

Wir erzählen.

Wir fragen:

„Wie siehst du das?“

In toxischen Beziehungen kann genau dieser soziale Realitätsabgleich zunehmend fehlen.

Vielleicht hat dein Gegenüber bereits Einfluss auf gemeinsame Freunde genommen.

Vielleicht ziehst du dich selbst zurück.

Vielleicht möchtest du weniger ständig erklären.

Vielleicht schämst du dich.

Oder du hast erlebt, dass dir ohnehin kaum geglaubt wird.

Dann entsteht Isolation.

Und Isolation macht Manipulation leichter.

 

 

 

Wenn die andere Person ihre Geschichte zuerst erzählt

 

Ein weiterer belastender Mechanismus:

Dein Gegenüber spricht bereits mit anderen über dich.

Vielleicht wird erzählt:

Du seist schwierig.

instabil.

überempfindlich.

aggressiv.

kontrollierend.

eifersüchtig.

unzuverlässig.

Wenn du später versuchst, deine Perspektive zu erklären, kann alles, was du sagst, durch diese vorbereitete Deutung betrachtet werden.

Deine Reaktion wird plötzlich zum Beleg für die Geschichte über dich.

Das kann ausgesprochen zermürbend sein.

 

 

 

Muss dir jeder glauben?

 

Nein.

Du wirst weniger erreichen können, dass jeder Mensch deine Sicht übernimmt.

Andere Menschen verfügen über eigene Erfahrungen und Beziehungen.

Manche möchten Konflikte vermeiden.

Manche verstehen die Dynamik kaum.

Manche wollen ihre bisherige Einschätzung einer Person behalten.

Deshalb ist ein wichtiges Ziel weniger:

„Wie überzeuge ich alle?“

Hilfreicher ist:

„Welche Menschen sind bereit und fähig, meine Erfahrung ernsthaft anzuhören?“

 

 

 

Glauben bedeutet weniger, alles ungeprüft zu übernehmen

 

Auch Unterstützung braucht Differenzierung.

Jemand kann sagen:

„Ich weiß weniger genau, was zwischen euch geschehen ist. Gleichzeitig nehme ich ernst, dass du sehr belastet bist.“

Das ist etwas anderes als:

„Alles, was du sagst, muss exakt so passiert sein.“

Hilfreiche Unterstützung kombiniert:

  • Offenheit.
  • Respekt.
  • Neugier.
  • und Bereitschaft zur sorgfältigen Einordnung.

 

 

 

Was hilft, wenn du deiner Wahrnehmung weniger traust?

 

 

1. Werde konkret

 

Statt:

„Er manipuliert mich.“

notiere:

Was wurde gesagt?

Was geschah vorher?

Was geschah danach?

Wie reagierte ich?

Was wurde vereinbart?

Konkrete Beobachtungen helfen stärker als Etiketten.

 

 

2. Trenne Beobachtung und Interpretation

 

Zum Beispiel:

Beobachtung:

„Sie sagte gestern A und heute B.“

Interpretation:

„Sie versucht mich absichtlich zu verwirren.“

Die Interpretation kann stimmen.

Der erste Satz bleibt trotzdem belastbarer.

Diese Trennung hilft, Klarheit zurückzugewinnen.

 

 

3. Dokumentiere wichtige Situationen

 

Bei wiederkehrenden problematischen Mustern kann es helfen, zentrale Ereignisse festzuhalten:

  • Datum.
  • Situation.
  • Aussagen.
  • Vereinbarungen.
  • Nachrichten.
  • Relevante Unterlagen.

Das kann besonders bei beruflichen, finanziellen oder rechtlich bedeutsamen Situationen sinnvoll sein.

Dokumentation ersetzt weniger professionelle Beratung.

Sie schafft zunächst Orientierung.

 

 

4. Suche verlässlichen Realitätsabgleich

 

Wähle Menschen, die:

zuhören können.

weniger vorschnell urteilen.

Fragen stellen.

Komplexität aushalten.

und weder dich noch dein Gegenüber sofort diagnostizieren müssen.

Eine gute Rückmeldung hilft dir, genauer zu sehen.

Weniger, eine fertige Geschichte zu übernehmen.

 

 

5. Achte auf Muster

 

Eine einzelne schwierige Situation sagt wenig.

Interessanter sind Wiederholungen.

Was geschieht immer wieder?

Welche Themen lösen ähnliche Abläufe aus?

Was passiert, wenn du eine Grenze setzt?

Was geschieht nach Kritik?

Ist Klärung möglich?

Werden Vereinbarungen später wieder verändert?

Muster liefern mehr Information als einzelne Episoden.

 

 

6. Prüfe die Klärbarkeit

 

Das ist eine meiner wichtigsten Fragen bei schwierigen Beziehungen:

Kann etwas geklärt werden?

Menschen machen Fehler.

Sie missverstehen sich.

Sie verletzen einander.

Gesunde Beziehungen unterscheiden sich weniger dadurch, dass all das ausbleibt.

Ein wichtiger Unterschied ist:

Was geschieht danach?

Kann gesprochen werden?

Kann Verantwortung übernommen werden?

Kann etwas korrigiert werden?

Oder beginnt nach jedem Klärungsversuch die nächste Runde aus Abwehr, Angriff und Schuldumkehr?

 

 

7. Vertraue deiner Wahrnehmung und prüfe sie zugleich

 

Selbstvertrauen bedeutet weniger:

„Alles, was ich wahrnehme, muss stimmen.“

Es bedeutet:

„Meine Wahrnehmung verdient Beachtung.“

Dann darfst du prüfen.

Informationen sammeln.

Perspektiven einholen.

Widersprüche ansehen.

Und anschließend deine eigene Entscheidung treffen.

Das ist etwas anderes als entweder blindes Misstrauen oder blindes Vertrauen.

 

 

 

Der Realitäts-Kompass

 

Bei starker Verunsicherung können vier Fragen helfen:

 

Was ist konkret passiert?

Weniger Interpretation.

Mehr beobachtbare Situation.

 

Was ist ein wiederkehrendes Muster?

Ein einzelner Fehler oder eine dauerhafte Dynamik?

 

Ist Klärung möglich?

Kann dein Gegenüber deine Perspektive überhaupt aufnehmen?

 

Welche Konsequenz brauche ich?

Gespräch?

Grenze?

Abstand?

Dokumentation?

Unterstützung?

Klarheit wächst häufig, wenn aus diffusem Erleben konkrete Fragen werden.

 

 

Wenn selbst Fachleute deine Erfahrung relativieren

 

Auch professionelle Unterstützung kann weniger automatisch passend sein.

Eine hilfreiche Fachperson sollte weder vorschnell dein Gegenüber diagnostizieren noch deine Erfahrung pauschal entwerten.

Professionelle Unterstützung bedeutet für mich:

genau zuhören.

konkret werden.

Muster prüfen.

alternative Erklärungen berücksichtigen.

Wirkungen ernst nehmen.

und gemeinsam herausfinden, welche nächsten Schritte dir dienen.

Wenn du dich bei einer Fachperson dauerhaft weniger verstanden und stärker verunsichert fühlst, darfst du prüfen, ob dieser Rahmen zu dir passt.

 

 

 

Das Etikett ist weniger entscheidend

Vielleicht fragst du dich:

Ist diese Person ein Narzisst?

Ist das Gaslighting?

Ist das emotionaler Missbrauch?

Habe ich das Kassandra-Syndrom?

Solche Begriffe können Orientierung geben.

Sie können gleichzeitig vom Wesentlichen ablenken.

Die praktischeren Fragen lauten:

Was geschieht?

Wie häufig geschieht es?

Was macht es mit mir?

Ist Klärung möglich?

Welche Grenze brauche ich?

Du brauchst weniger eine perfekte Diagnose des anderen Menschen, um auf problematisches Verhalten zu reagieren.

 

 

Vorsicht mit dem Begriff Narzissmus

 

Menschen können selbstbezogen, manipulativ, kontrollierend oder abwertend handeln, ohne dass eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde.

Umgekehrt erlaubt eine Diagnose allein kaum eine zuverlässige Vorhersage über jedes Verhalten einer Person.

Deshalb spreche ich bei vielen Alltagssituationen lieber über:

narzisstische Tendenzen

oder ganz konkret über das beobachtbare Verhalten.

Das schafft mehr Präzision.

 

 

Kassandra-Syndrom ist keine Diagnose

 

Dieser Punkt ist wichtig.

Das Kassandra-Syndrom gehört weniger zu den anerkannten Diagnosen psychiatrischer Klassifikationssysteme.

Der Begriff wird eher beschreibend und metaphorisch verwendet.

Er kann Menschen helfen, ein bestimmtes Erleben zu benennen:

Ich nehme etwas Belastendes wahr und fühle mich damit gleichzeitig ungesehen, ungehört oder unglaubwürdig gemacht.

Als Beschreibung kann das hilfreich sein.

Als medizinische Diagnose sollte der Begriff weniger verwendet werden.

 

 

 

Ein Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen

 

Auch das gehört zur Genauigkeit.

„Kassandra-Syndrom“ wird keineswegs ausschließlich im Zusammenhang mit Narzissmus verwendet.

Besonders verbreitet ist der Begriff auch im Zusammenhang mit belastenden Erfahrungen in neurodiversen Partnerschaften.

Diese Verwendung ist wiederum umstritten, weil sie schnell zu pauschalen Zuschreibungen gegenüber autistischen Menschen führen kann.

Deshalb ist Zurückhaltung sinnvoll.

Das Erleben von Einsamkeit und Unglauben kann real sein, ohne dass daraus eine pauschale Erklärung über eine ganze Personengruppe folgt. 

 

 

 

Was du weniger brauchst

 

Du brauchst weniger:

alle Menschen von deiner Version überzeugen.

deinem Gegenüber eine Diagnose beweisen.

jede einzelne Situation bis ins letzte Detail rekonstruieren.

dich für jede Reaktion rechtfertigen.

oder auf ein Etikett warten, bevor du deine Grenzen ernst nimmst.

Du brauchst Orientierung.

 

 

 

Was du stattdessen brauchst

 

Möglichst:

  • verlässliche Informationen.
  • konkrete Beobachtungen.
  • Menschen, die differenziert zuhören.
  • einen guten Realitätsabgleich.
  • klare Grenzen.
  • und wieder mehr Vertrauen in deine Fähigkeit, Situationen zu prüfen und Entscheidungen zu treffen.

Das Ziel ist weniger, Recht zu bekommen.

Das Ziel ist, wieder handlungsfähig zu werden.

 

 

 

Unterstützung bei toxischen Beziehungsmustern

 

Wenn du seit längerer Zeit in einer Beziehung oder einem anderen engen Kontakt immer stärker an deiner Wahrnehmung, deinen Grenzen oder Entscheidungen zweifelst, kann eine unabhängige Perspektive hilfreich sein.

Wir können gemeinsam betrachten:

Was geschieht konkret?

Welche Muster zeigen sich?

Welche Erklärungen sind plausibel?

Wo liegen deine Grenzen?

Welche Möglichkeiten hast du?

Und welche nächsten Schritte passen zu deiner Situation?

Dabei geht es weniger darum, aus der Ferne eine andere Person zu diagnostizieren.

Es geht um dich, deine Orientierung und deine Handlungsfähigkeit.

→ Hilfe im Umgang mit toxischen und narzisstisch geprägten Beziehungen

 

 

 

Noch ein Gedanke

 

Kassandra hatte weniger das Problem, dass sie nichts erkannte.

Ihr Problem war:

Ihre Wahrnehmung fand keinen Glauben.

Genau darin liegt die Kraft dieser Metapher.

Wenn Menschen dir widersprechen, bedeutet das weniger automatisch, dass du dich irrst.

Und wenn du dir sehr sicher bist, bedeutet auch das weniger automatisch, dass jede Interpretation stimmt.

Der hilfreiche Weg liegt dazwischen:

wahrnehmen, prüfen, einordnen und dir selbst wieder zutrauen, auf dieser Grundlage zu entscheiden.

Antworten auf häufige Fragen

Was ist das Kassandra-Syndrom?

Das Kassandra-Syndrom ist kein anerkannter klinischer Diagnosebegriff. Er wird metaphorisch für Erfahrungen verwendet, bei denen Menschen sich mit wichtigen Wahrnehmungen, Sorgen oder belastenden Beziehungserfahrungen dauerhaft wenig gehört oder geglaubt fühlen.

Was hat Kassandra mit Narzissmus zu tun?

In toxischen oder narzisstisch geprägten Beziehungsmustern kann das Bild passend erscheinen, wenn Betroffene problematisches Verhalten erleben, während das Umfeld die betreffende Person vollkommen anders wahrnimmt und die Erfahrungen der Betroffenen relativiert.

Ist das Kassandra-Syndrom eine Folge von narzisstischem Missbrauch?

So pauschal würde ich es weniger formulieren. Menschen nach belastenden oder manipulativen Beziehungen können Erfahrungen von Isolation, Unglauben und Selbstzweifeln machen. Der Begriff Kassandra-Syndrom ist dafür eine mögliche Metapher, keine medizinische Diagnose.

Ist Kassandra-Syndrom dasselbe wie Gaslighting?

Nein. Gaslighting bezeichnet ein bestimmtes Muster der Realitätsverunsicherung. Das Kassandra-Bild beschreibt stärker das Erleben, mit der eigenen Wahrnehmung wenig Glauben oder Resonanz zu finden. Beides kann gemeinsam auftreten.

Wie kann ich meiner eigenen Wahrnehmung wieder mehr vertrauen?

Hilfreich sind konkrete Dokumentation, Trennung von Beobachtung und Interpretation, Realitätsabgleich mit vertrauenswürdigen Menschen sowie die Betrachtung wiederkehrender Muster.

Was ist das Kassandra-Syndrom im Zusammenhang mit narzisstischem Missbrauch?

Das Kassandra-Syndrom ist ein Begriff, der in Zusammenhang mit narzisstischem Missbrauch verwendet wird. Es beschreibt die Situation, in der eine Person (in Anlehnung an die griechische Mythologie) prophetische Warnungen oder Bedenken äußert, die jedoch von anderen ignoriert werden, insbesondere von denen, die eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben.

Das Kassandra-Syndrom wird oft verwendet, um das Gefühl der Ohnmacht und Frustration zu beschreiben, das Menschen erleben, wenn sie versuchen, andere vor dem narzisstischen Missbrauch zu warnen, aber ihre Warnungen nicht gehört werden. Die Betroffenen fühlen sich oft isoliert und unverstanden, da ihr Wissen und ihre Erfahrungen von anderen nicht anerkannt werden.

Muss ich beweisen, dass mein Gegenüber narzisstisch ist?

Nein. Für deine eigenen Grenzen und Entscheidungen ist vor allem relevant, welches Verhalten du erlebst, welche Wirkung es hat und ob eine konstruktive Klärung möglich ist.

Hilfe im Umgang mit narzisstischen Dynamiken (keine Rechtsberatung!)

 

 

Welche Unterstützung passt zu deiner Situation?

 

Narzisstisch geprägte Dynamiken können in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten.

Deshalb unterscheide ich bewusst zwischen privaten, beruflichen und therapeutischen Anliegen.

 

Private Beziehungen

 

Geht es um Partnerschaft, Familie, Freundschaft oder eine andere persönliche Beziehung?

Dann können wir gemeinsam betrachten:

  • Was geschieht zwischen euch?
  • Welche Muster wiederholen sich?
  • Wo liegen deine Grenzen?
  • Welche Möglichkeiten hast du?
  • Und welcher nächste Schritt passt zu dir?

→ Unterstützung bei narzisstisch geprägten Beziehungen im privaten Umfeld

 

 

Berufliche und unternehmerische Situationen

 

Geht es um Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gesellschafter oder andere professionelle Beziehungen?

Dann spielen neben der persönlichen Dynamik häufig weitere Faktoren eine Rolle:

  • Interessen.
  • Macht.
  • Verantwortung.
  • Kommunikation.
  • Karriere.
  • Reputation.
  • Wirtschaftliche Konsequenzen.

Hier geht es um einen professionellen Umgang mit der Situation und deinen Handlungsspielraum.

→ Professioneller Umgang mit narzisstisch geprägten Personen

 

 

Wenn die Erfahrungen deutliche Folgen hinterlassen haben

 

Manche Erfahrungen wirken weit über einzelne Konflikte hinaus.

Vielleicht reagiert dein Körper noch lange nach einer belastenden Beziehung.

Bestimmte Situationen lösen starke Reaktionen aus.

Du fühlst dich dauerhaft angespannt.

Oder frühere Erfahrungen beeinflussen dein heutiges Erleben und deine Beziehungen.

Dann kann ein therapeutischer Rahmen sinnvoll sein.

→ Therapeutische Unterstützung bei belastenden Erfahrungen und Traumafolgen

 

 

 

Keine Ferndiagnosen

 

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit:

Ich diagnostiziere keine abwesenden Personen.

Wir können Verhaltensweisen betrachten.

Muster erkennen.

Dynamiken verstehen.

Auswirkungen einordnen.

Und deine Handlungsmöglichkeiten entwickeln.

Das reicht häufig vollkommen aus, um wesentlich klarer zu sehen.

 

 

 

Hinweis zu rechtlichen Fragen

 

Gerade bei Trennungen, Konflikten am Arbeitsplatz, Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern oder anderen eskalierten Situationen können auch rechtliche Fragen eine Rolle spielen.

Meine Unterstützung bietet und ersetzt keine Rechtsberatung.

Bei rechtlichen Fragen und Entscheidungen wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte.

Im Coaching beziehungsweise in der Beratung konzentrieren wir uns auf psychologische Dynamiken, Kommunikation, Entscheidungsfindung, Vorbereitung und deinen persönlichen Handlungsspielraum.

 

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Hattest du es schon mit toxischen Menschen wie Narzissten zu tun und wie hasst du auf dich acht gegeben? Welche Erfahrungen haben Sie mit  dem Kassandra-Syndrom gemacht?

3 Kommentare

  1. Auch wenn ich Ihre Preise für Hilfen Notleidender für überzogen halte, so finde ich Ihre Seite sehr informativ.
    Alle Menschen, die vor allem in toxischen Partnerschaften an der Seite eines narzisstischen Menschen leben, sind sowohl mit dem Kasandra- als auch mit dem Medea-Syndrom mehr oder weniger konfrontiert. Beim ersten Syndrom geht es lediglich darum unter den außenstehenden Kommunikationspartner für negative „Geräusche“ des Opfers zu sorgen, sodass dieses seine Glaubwürdigkeit verliert. Beim zweiten Syndrom (Medea) geht es um die Rache des Narzissten gegen seinen Intimpartner aufgrund niedriger Beweggründe, in dem der Narzisst durch sein Gefühl der Zurückweisung in eine narzisstische Krise gerät. Dieses Gefühl der Zurückweisung kann einfach bloß dadurch ausgelöst werden, das der Intimpartner ein Mensch mit vielen positiven Tugenden ausgestattet ist und obendrein auch noch ziemlich weitsichtig, wenn es um die zumeist indirekten Grenzüberschreitungen geht. Dafür rächt sich Medea aus der griechischen Mythologie, in dem sie die gemeinsamen Kinder des sich trennenden Intimpartners tötet. In den meisten Fälle heutzutage begnügt sich das narzisstische Elternteil mit der Instrumentalisierung des Kindes/der Kinder, um dem Partner zu schaden bzw. diesen zu verletzen und zu kränken. Eine psychische Traumatisierung der Kinder wird dabei in Kauf genommen.
    Je ausgeprägter die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist, umso kleiner und banaler ist sein Gefühl der Zurückweisung. Eine Persönlichkeit ist dann gestört, wenn die nahestehen Mitmenschen darunter leiden und sich Familie dysfunktional entwickeln.
    Dabei begnügt sich ein Elternteil mit der Instrumentalisierung des Kindes/der Kinder, um dem Partner zu schaden bzw. diesen zu verletzen und zu kränken. Eine psychische Traumatisierung der Kinder wird dabei in Kauf genommen..
    Sie haben vollkommen recht, das die Heilung gelingen kann, wenn das Opfer sein Selbstvertrauen wieder stärkt, Eine Trennung von einem Narzissten ist unglaublich schwer und kann sogar lebensfähig sein.
    Ich wünschen allen Interessierten, die mein Kommentar lesen, alles Gute und lösende Wege.

    Antworten
    • 1. Danke
      2. 60 Minuten 120 Euro Telefonsitzung (Details bei Honoraren) für Menschen mit fehlendem Budget …

      Antworten
  2. Ihre Seite ist sehr informativ.
    Alle Menschen, die vor allem in toxischen Partnerschaften an der Seite eines narzisstischen Menschen leben, sind sowohl mit dem Kasandra- als auch mit dem Medea-Syndrom mehr oder weniger konfrontiert. Beim ersten Syndrom geht es lediglich darum unter den außenstehenden Kommunikationspartner für negative „Geräusche“ des Opfers zu sorgen, sodass dieses seine Glaubwürdigkeit verliert. Beim zweiten Syndrom (Medea) geht es um die Rache des Narzissten gegen seinen Intimpartner aufgrund niedriger Beweggründe, in dem der Narzisst durch sein Gefühl der Zurückweisung in eine narzisstische Krise gerät. Dieses Gefühl der Zurückweisung kann einfach bloß dadurch ausgelöst werden, das der Intimpartner ein Mensch mit vielen positiven Tugenden ausgestattet ist und obendrein auch noch ziemlich weitsichtig, wenn es um die zumeist indirekten Grenzüberschreitungen geht. Dafür rächt sich Medea aus der griechischen Mythologie, in dem sie die gemeinsamen Kinder des sich trennenden Intimpartners tötet. In den meisten Fälle heutzutage begnügt sich das narzisstische Elternteil mit der Instrumentalisierung des Kindes/der Kinder, um dem Partner zu schaden bzw. diesen zu verletzen und zu kränken. Eine psychische Traumatisierung der Kinder wird dabei in Kauf genommen.
    Je ausgeprägter die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist, umso kleiner und banaler ist sein Gefühl der Zurückweisung. Eine Persönlichkeit ist dann gestört, wenn die nahestehen Mitmenschen darunter leiden und sich Familie dysfunktional entwickeln.
    Dabei begnügt sich ein Elternteil mit der Instrumentalisierung des Kindes/der Kinder, um dem Partner zu schaden bzw. diesen zu verletzen und zu kränken. Eine psychische Traumatisierung der Kinder wird dabei in Kauf genommen..
    Sie haben vollkommen recht, das die Heilung gelingen kann, wenn das Opfer sein Selbstvertrauen wieder stärkt, Eine Trennung von einem Narzissten ist unglaublich schwer und kann sogar lebensfähig sein.
    Ich wünschen allen Interessierten, die mein Kommentar lesen, alles Gute und lösende Wege.

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Im Laufe der Zeit ist daraus eine große Sammlung mit mehreren hundert Beiträgen entstanden.
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Die persönliche therapeutische und beratende Arbeit bleibt der Kern meiner Tätigkeit.
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 27. Mai 20120
Überarbeitung: 26. August 2021
AN: #849
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