10 Tipps, um toxischen Menschen Grenzen zu setzen

So schützen Sie sich vor toxischen Menschen
Nimmt der Narzissmus in unserer Kultur zu und woran erkennen Sie Narzissten?

Toxischen Menschen Grenzen setzen

 

Was tun, wenn toxische Menschen Grenzen überschreiten? Hier sind Anregungen, mit denen Sie solchen Zeitgenossen deutliche Grenzen setzen.

Toxischen Menschen Grenzen setzen

 

Es ist meist nicht einfach, toxischen Menschen gegenüber Grenzen zu setzen, doch es ist umso erforderlicher. Grenzen gehören dazu, um auf uns selbst aufzupassen. Wenn wir frühzeitig klare Grenzen setzen, sind wir seltener wütend und nachtragend, weil unsere Bedürfnisse berücksichtigt werden. Grenzen machen unsere Erwartungen deutlich, so dass andere wissen, was sie von uns erwarten können und wie wir behandelt werden wollen. Grenzen gehören zu den Grundlagen für funktionierende Beziehungen — beruflich und privat.

 

 

 

Wozu Grenzen setzen?

 

Im Idealfall respektieren Menschen unsere Grenzen, wenn wir sie deutlich genug kommunizieren. Einige Menschen widersetzen sich jedoch unseren Bemühungen Grenzen zu setzen; sie streiten, beschuldigen, ignorieren, manipulieren, drohen oder verletzen uns emotional oder körperlich. Und obwohl wir nicht verhindern können, dass Menschen so handeln, können wir lernen, klare Grenzen zu setzen und auf uns selbst aufzupassen.

 

 

 

Lernen, Grenzen zu setzen

 

Das Setzen von Grenzen besteht aus drei Schritten.

 

1. Schritt

 

Identifizieren Sie Ihre Grenzen. Machen Sie sich klar, was Sie brauchen, bevor Sie daran gehen, die Grenze zu kommunizieren oder durchzusetzen.

 

 

2. Schritt

 

Kommunizieren Sie Ihre Grenzen oder Erwartungen klar, ruhig und konsequent. Bleiben Sie bei den Fakten, ohne sich übermäßig zu erklären, zu beschuldigen oder defensiv zu werden.

 

 

3. Schritt

 

Wenn Ihre Grenzen nicht respektiert werden, prüfen Sie Ihre Möglichkeiten und ergreifen Sie konsequent Maßnahmen.

 

 

Fokus

 

Dieser Beitrag konzentriert sich auf den dritten Schritt; was wir tun können, wenn unsere Grenzen nicht respektiert werden.

 

 

 

Wer sind toxische Menschen?

 

Toxische Menschen sind Menschen, die destruktiv sind und dafür sorgen, dass wir uns schlechter fühlen, wenn wir in ihrer Nähe sind. Das Bauchgefühl weist meist recht schnell darauf hin, ob jemand toxisch ist und es besser ist Abstand zu halten.

 

 

 

Häufige Eigenschaften toxischer Menschen

 

Häufig bei toxischer Menschen ist, dass sie …

  • regelmäßig lügen und manipulieren, um zu bekommen, was sie wollen. Intrigieren, Gerüchte in die Welt setzen, tratschen; toxischen Menschen ist jedes Mittel recht, um die eigenen Ziele zu erreichen, Meinungen durchzusetzen und einen Vorteil zu erringen.
  • Ihre Freundlichkeit ausnutzen
  • Ihre Grenzen nicht respektieren
  • Sie und andere Menschen herabsetzen
  • Sie nicht ermutigen, Ihre Ziele zu verfolgen
  • das Umfeld vergiften
  • keine Rücksicht auf die Gefühle oder Bedürfnisse anderer Menschen nehmen
  • häufig wütend oder aggressiv sind
  • sich nur selten entschuldigen
  • anderen die Schuld geben und keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen
  • Ihre Energie verbrauchen
  • eine Menge Probleme haben, sich aber nicht ändern wollen
  • denken, dass Regeln nicht für sie gelten
  • viel Reden, aber nicht zuhören
  • an Lösungen im Sinne von win-win nicht interessiert sind.

 

 

 

 

10 Tipps: Was tun, wenn jemand Ihre Grenzen nicht respektiert?

 

Das Setzen von Grenzen ist ein fortlaufender Prozess und es gibt keine schnelle Lösung für den Umgang mit Menschen, die Grenzen überschreiten. Wir können kaum jemanden dazu zwingen, unsere Grenzen zu respektieren, doch wir können entscheiden, wie wir darauf reagieren.

Die folgenden Ideen können Ihnen helfen, den besten Ansatz für den Umgang mit chronischen Grenzverletzern zu wählen.

 

 

 

1. Klärung

 

Sprechen Sie das Verhalten an und geben Sie so die Gelegenheit zur Klärung. Machen Sie deutlich, worum es Ihnen geht. Bei toxischen Menschen hat das nur bedingte Wirkung, doch mitunter irren wir uns ja auch selbst in Menschen.

 

 

 

2. Konsequenzen

 

Machen Sie klare Ansagen. Sagen Sie, welches Verhalten welche Folgen hat. Nennen Sie nur, wozu Sie auch bereit sind und halten Sie sich konsequent an Ihre Ankündigungen.

 

 

 

3. Zustandsmanagement

 

So schwer es sein mag, nehmen Sie das Verhalten nicht zu persönlich. Toxische Menschen leben ihre Defizite aus. Sie sind nicht in der Lage und Willens sich an bewährten zwischenmenschlichen Standards zu orientieren.
Wenn Sie auf Ihr Zustandsmanagement achten, ist das nicht nur angenehmer, sondern auch hilfreicher. Dann werden Sie souveräner bessere Entscheidungen treffen. Wer außer sich ist, lässt sich leichter manipulieren und ist schwächer.

 

 

 

4. Verhandeln

 

Entscheiden Sie, ob eine Grenze verhandelbar ist. Einige Grenzen sind wichtiger als andere. Wenn Sie herausfinden, was Sie zu akzeptieren bereit sind und was Sie als untragbar oder nicht verhandelbar betrachten, können Sie entscheiden, ob Sie zu einem Kompromiss bereit sind. Ein Kompromiss kann eine gute Sache sein, wenn beide Personen sich anpassen. Ein echter Kompromiss bedeutet nicht, dass Sie Ihre Bedürfnisse aufgeben, um jemand anderem zu gefallen, oder dass Sie eine Behandlung akzeptieren, die Sie als nicht verhandelbar ansehen.

 

 

 

5. Eigene Klarheit

 

Schreiben Sie auf, was passiert ist. Notieren Sie die Grenzverletzungen und Ihre Reaktionen. Dies wird Ihnen helfen, Schwachstellen in Ihren Grenzen zu erkennen. Es ist frustrierend, wiederholt dieselbe Grenze bei jemandem zu setzen, der nicht zuhört, und oft wird dann aufgegeben oder die Grenzen nur noch inkonsequent verteidigt. Wenn Sie bemerken, dass Sie nicht konsequent gesunde Grenzen setzen, nehmen Sie Anpassungen vor. Und wenn Sie konsequent sind, kann das Aufschreiben von Dingen Ihnen helfen, Klarheit darüber zu bekommen, was Sie bereit sind zu akzeptieren und wie Sie sich dabei fühlen. Gute Gespräche mit vertrauensvollen Menschen können sehr guttun.

 

 

 

6. Akzeptieren

 

Akzeptieren Sie, dass es Menschen gibt, die Ihre Grenzen nicht respektieren werden, egal was Sie tun. Das ist schwer zu akzeptieren, weil wir gerne in der Lage wären, Menschen davon zu überzeugen, unsere Grenzen zu respektieren.
Gehen Sie wohlwollend mit sich um, auch wenn es etwas dauert bis es gelingt.

 

 

 

7. Entscheiden

 

Wenn jemand wiederholt Ihre wichtigsten Grenzen verletzt, sollten Sie sich fragen, wie lange Sie bereit sind, eine solche Behandlung zu akzeptieren. Es gibt Menschen, die jahrelang Respektlosigkeit und Missbrauch akzeptieren, in der Hoffnung, dass toxische Menschen sich ändern. Irgendwann kommt die Erkenntnis, dass diese Person keinerlei Absicht hat, sich zu ändern oder Grenzen zu respektieren.

Es ist meist nicht schön, zu erkennen, dass Sie sich entscheiden müssen, ob Sie weiterhin eine Beziehung mit dieser Person haben wollen oder nicht. Doch Sie können das Verhalten eines anderen Menschen nicht verändern. Sie können sich dafür entscheiden, es zu akzeptieren, oder Sie können sich dafür entscheiden, sich zu lösen.

8. Abgrenzung

 

Üben Sie sich in wohlwollender Abgrenzung. Abgrenzung ist eine Alternative zum Versuch, Menschen und Situationen zu kontrollieren. Wenn Sie sich in einem Zustand der Angst befinden, ist es verständlich, dass Sie die Dinge kontrollieren wollen, um sich selbst zu schützen. Doch der Versuch, andere Menschen zu kontrollieren, funktioniert nicht. Wenn wir uns davon lösen, hören wir auf zu versuchen, andere zu ändern und das Ergebnis zu erzwingen, das wir wollen. Sie können sich von einer narzisstischen oder toxischen Person lösen, indem Sie…

  • körperlich gefährliche oder unangenehme Situation verlassen.
  • auf eine andere Art und Weise als bisher zu reagieren. Anstatt etwas persönlich zu nehmen oder zu schreien, können wir beispielsweise einer unhöflichen Bemerkung mit Humor begegnen. Das verändert die Dynamik der Interaktion.
  • Einladungen ablehnen, Zeit mit solchen Zeitgenossen zu verbringen.
  • sie ihre eigenen Entscheidungen treffen und mit den Konsequenzen dieser Entscheidungen umgehen.
  • Zurückhaltung pflegen und keine unaufgeforderten Ratschläge erteilen.
  • sich bewusst nicht an den immer gleichen Streitereien beteiligen oder sich aus einem unproduktiven Gespräch oder Streit heraushalten.
  • auf sich acht geben. Sich abzugrenzen bedeutet nicht, dass Ihnen diese Person egal ist, sondern dass Sie auf sich selbst aufpassen und realistisch einschätzen, was Sie in der jeweiligen Situation tun können.
  • den Kontakt eingrenzen oder unterbinden. Ziehen Sie in Betracht, den Kontakt einzuschränken oder keinen Kontakt mehr zu haben. Manchmal ist der einzige Weg, sich selbst zu schützen, den Umgang mit toxischen Menschen zu beenden, die Sie nicht respektieren.
    Den Kontakt zu begrenzen oder vollkommen zu unterbinden ist nicht dazu gedacht, andere zu bestrafen oder zu manipulieren, es ist eine Form der Selbstfürsorge. Wenn jemand Sie körperlich oder emotional verletzt, sind Sie es sich selbst schuldig, ausreichend Abstand zwischen sich und diese Person zu bringen. Ungeachtet dessen, was andere sagen mögen, müssen Sie keine Beziehung zu Personen haben, die Ihnen ein schlechtes Gewissen machen. Familie und Freunde sollten Sie aufrichten und unterstützen, nicht deprimiert, ängstlich, wütend oder verwirrt zurücklassen.

 

 

 

9. Sie haben die Wahl

 

Eines der großartigen Dinge am Erwachsensein ist, dass Sie eigene Entscheidungen treffen können. Sie müssen nicht weiterhin mit jemandem befreundet sein, der Ihre Freundlichkeit ausnutzt, oder für jemanden arbeiten, der Sie pausenlos kritisiert und herabsetzt, oder in einer Beziehung mit jemandem bleiben, der Ihnen nicht guttut.

Wir haben die Wahl. Manchmal gefällt uns zwar keine Option besonders gut, doch es ist wichtig zu wissen, dass wir sie haben. Wir sind nicht gefangen oder machtlos.

Die Entscheidung, Beziehungen zu beenden ist oft schmerzhaft. Selbst in missbräuchlichen Beziehungen ist das nicht immer einfach. Aus praktischen Gründen wird es sehr oft zu lange herausgezögert. Ob private oder geschäftliche Beziehung, Arbeitsplatz oder in einem anderen Zusammenhang; lassen sie es nicht sich beruhen. Das Leben ist zu kurz und wertvoll für irgendwann.

 

 

 

10. Handeln

 

Obwohl tief im Inneren schon angekommen ist, dass es ungesund ist, einen Kontakt wie bisher fortzusetzen, wird der erforderliche Schritt nicht genommen. Wenn das der Fall ist, können Sie …

  • Ihre Möglichkeiten erkennen, wie beispielsweise sich körperlich und emotional zu distanzieren, den Kontakt einzuschränken, das direkte Zusammentreffen mit einer toxischen Person zu vermeiden, Selbstfürsorge zu praktizieren.
  • die beste Option wählen, selbst, wenn keine davon ideal ist.
  • darauf achten sich selbst und Ihre Werte zu respektieren.
  • Ihren Instinkten vertrauen.

 

 

 

Einfache Antworten?

 

Leider gibt es meist keine einfache Antwort. Mitunter werden andere Menschen unzufrieden und sogar wütend oder beleidigt über Ihre Entscheidungen sein. Trotzdem ist es besser, den Rahmen zu setzen. Das kann bedeuten, dass Sie toxische Menschen nicht weiter in Ihrem Leben dulden. Grenzen sind eine Möglichkeit, sich vor Schaden zu schützen und Ihre Autonomie und Individualität zu bewahren. Sie verdienen es sich das zu erlauben.

Hilfe im Umgang mit Narzissten (keine Rechtsberatung!)

 

So gerne ich es würde — bei der Vielzahl von Anfragen halte ich ab sofort den Umfang der ehrenamtlichen Hilfe auf einem machbaren Niveau.

Wenn Sie professionelle Unterstützung (in den von mir angebotenen Bereichen und dazu gehört keinerlei Rechtsberatung) wünschen, dann können wir gerne einen Termin vereinbaren. Entweder Sie kommen zu mir nach Berlin oder wir machen eine telefonische Sitzung beziehungsweise nutzen das Internet mit Videounterstützung. Das hat sich sehr bewährt. Dank Sofortüberweisung (Echtzeitüberweisung) ist die Reservierung von Terminen auch kurzfristig möglich.

Geht es um die seelischen Auswirkungen, biete ich therapeutische Hilfe für Menschen die unter Narzissten leiden und bei anderen Themen Coaching. Die jeweiligen Honorare finden Sie hier.

Nicht alle Betroffenen haben die finanziellen Mittel dafür, das ist mir klar. Sie können dann zumindest die Kommentarfunktion nutzen, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Mitunter beantworte ich dort auch Fragen, manchmal auch darüber hinaus. Mir ist bewusst, welcher Leidensdruck aus dem Kontakt mit Narzissten resultieren kann. Der Tag hat allerdings nur 24h und deshalb bitte ich um Verständnis für mein Vorgehen. Mir ist bewusst welcher Leidensdruck oft aus dem Kontakt mit Narzissten resultiert. Deswegen biete ich jeden ersten Montag im Monat von 9:00 bis 12:00 Uhr eine kostenlose telefonische Sprechstunde für erste Impulse an. Bitte nutzen Sie hierfür ausschließlich die Telefonnummer +49 (0)30 864 213 65. Anrufe außerhalb dieser Zeiten und auf anderen Telefonnummern nur innerhalb der genannten professionellen Unterstützung.

Also: Fragen, die auch andere Menschen interessieren können, stellen Sie bitte in den Kommentaren. Manche Themen sind eher privater Natur und ich biete Ihnen dazu professionelle Unterstützung an. Lassen Sie uns dazu ins direkte Gespräch kommen. Bei Interesse, für Fragen und Terminvereinbarungen erreichen Sie mich persönlich per E-Mail (mail@karstennoack.de), Telefon 030 / 864 213 68, Mobil 01577 / 704 53 56 und diesem Kontaktformular.

Fragen Sie mich ruhig persönlich

 

Sie wünschen sich professionelle Unterstützung? Lassen Sie uns dazu ins direkte Gespräch kommen. Bei Interesse, für organisatorische Fragen und Terminvereinbarungen erreichen Sie mich persönlich am besten per E-Mail (mail@karstennoack.de). Telefonisch bin ich montags bis donnerstags in der Zeit von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu sprechen: Telefon 030 / 864 213 68, Mobil 01577 / 704 53 56. Wenn ich gerade im Einsatz bin, hinterlassen Sie einfach eine Nachricht mit Ihrer Telefonnummer in Deutschland. Denken Sie unbedingt daran sehr konkret den Anlas Ihres Anrufs zu nennen. Ich rufe Sie dann so schnell wie möglich zurück. Hinweise zum Datenschutz finden Sie hier.

Transparenz ist wichtig. Antworten auf häufige Fragen finden Sie deswegen schon hier, wie beispielsweise zu mir und den Honoraren. Wenn das für Sie passt, freue ich mich auf die Zusammenarbeit.

P.S.

 

Haben Sie es schon mit toxischen Menschen zu tun gehabt und wie haben Sie auf sich acht gegeben?

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Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit. –Joseph Joubert

Wie einfach ändern Sie Ihre Meinung, insbesondere dann, wenn Sie sich positioniert haben? Hadern Sie häufig mit Ihren Entscheidungen? Oder sind Sie dabei flexibel?

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 17. Mai 2018
Überarbeitung: 12. Juni 2021
AN: #649
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