Macht, zwischen der Vorsicht vor der dunklen Seite und der Verantwortung

Autorisierung von Macht: Manche Menschen wollen um jeden Preis Macht, andere scheuen sie
Macht

Macht und Verantwortung

 

Wer Macht für etwas einsetzen will, braucht auf die eine oder andere Weise die Autorisierung derjenigen, deren Interessen vertreten werden sollen. Was ist dazu erforderlich und wer ist überhaupt in der Lage verantwortungsvoll mit Macht umzugehen? Euripides forderte: Du hast die Macht, so üb auch Tugend! Ein Sprichwort sagt: Gib jemandem Macht, und du erkennst seinen Charakter. Sind wir so schlimm?

Überblick

 

 

 

 

Keine Macht darf über dem Recht stehen.

Marcus Tullius Cicero

 

 

 

Definition Macht

 

  1. Die Fähigkeit, auf andere Einfluss ausüben zu können, auch gegen deren Willen.
  2. Eine Person, Institution oder Organisation mit der Fähigkeit auf andere – auch gegen deren Willen – Einfluss auszuüben.

 

 

 

 

Macht hat viele Seiten

 

Machtgelüste sind die entsetzlichsten aller Leidenschaften.

Publius Cornelius Tacitus

 

Macht hat viele Facetten; dunkle und auch erfreuliche. Beispiel für die Schattenseiten: 1971 hat der Psychologe Philip Zimbardo von der kalifornischen Stanford University mit dem berühmt-berüchtigten Stanford-Prison-Experiment eine der unangenehmen Seiten verdeutlicht. Mit Freiwilligen simulierte er die Machtverhältnisse in einem Gefängnis. Mittels Münzwurf wurde entschieden, wer als Wärter und wer als Gefangener teilnimmt. Das Rollenspiel eskalierte und es kam zu tatsächlichen Misshandlungen, so dass es abgebrochen wurde. Seither steht es als Beispiel für die dunkelsten menschlichen Abgründe hinsichtlich der Machtausübung. Macht kann korrumpieren, schlechten Einfluss ausüben, moralisch verderben. Macht kann jedoch auch für gute Zwecke und respektvoll eingesetzt werden.

Sehr häufig wird nur über die negativen Formen der Macht gesprochen. Doch hat Macht auch das Potenzial für Gutes eingesetzt zu werden. Da zielgerichtete Handlungen wirkungsvoller sind, ist es beispielsweise förderlich so Gruppen zu koordinieren, zu steuern und Interessen gebündelt zu repräsentieren. Häufig auch freiwillig geben Menschen daher Macht an andere ab. Das funktioniert in vielen Bereichen für eine Weile recht gut. Allerdings gibt es zahlreiche spektakuläre historische Beispiele und leider sind nicht alle glorreich. Nicht alle Hoffnungen werden erfüllt.

Macht ist also ein zweischneidiges Schwert; es kann Gutes wie Schlechtes bewirken. Außerdem neigen Machtinhaber dazu erworbene Macht und den damit verbundenen Einfluss nicht wieder hergeben zu wollen. Wenn machthungrige Menschen ans Ruder kommen, wollen sie vieles, nur nicht rudern. Den Preis zahlen dann andere Menschen. Viele klammern sich derart an die Macht, dass ihnen alles recht ist, sie zu sichern. Viele sind dann bereit einen sehr hohen Preis dafür zu bezahlen. Vor allem, wenn der auf Kosten anderer beglichen wird. Kein Mensch besitzt so viel Festigkeit, dass man ihm die absolute Macht zubilligen könnte (Albert Camus).

 

 

 

Tugend?

 

 

Der Blick der Menschheit war bisher zu stumpf, zu erkennen, dass die mächtigsten Menschen große Schauspieler waren.

Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

Euripides forderte: Du hast die Macht, so üb auch Tugend! Ein Sprichwort sagt: Gib jemandem Macht, und du erkennst seinen Charakter. Carl Ludwig Börne: Macht korrumpiert. Absolute Macht korrumpiert absolut. Je nach Sichtweise wird Macht als etwas Erstrebenswertes oder Verdammenswürdiges betrachtet. So oder so; Macht beschreibt den Einfluss auf ein soziales System und spielt eine große Rolle im Zusammenleben. Macht verändert die Menschen. Und das nicht nur im politischen Geschehen, sondern auch im Alltag. Deshalb lohnt die Beschäftigung mit dem Thema und den Zusammenhängen. Dazu gehören auch Status und Hierarchien.

Damit Menschen kooperieren und Arbeitsteilung betreiben ist es erforderlich das Zusammenleben zu organisieren. Manche übernehmen Führungsaufgaben, andere sind in Positionen, in denen sie ausführen. Gruppen können davon profitieren. So scheinen wir diese Hierarchien zu benötigen, zweifeln sie jedoch gleichzeitig an und bewegen uns zwischen eigenen Zielen und denen der Gemeinschaft.

 

 

 

Basis von Macht

 

Machtbasis:

  • Legitimierte Macht
  • Belohnungen
  • Zwang
  • Identifikation
  • Wissen

 

 

 

Manche Menschen wollen um jeden Preis Macht, andere scheuen sie

 

Macht benötigt eine Basis, einen Ursprung, sie ist gerade heutzutage üblicherweise nicht einseitig. Auch wenn diejenigen, die sich einem fremden Willen aussetzen, es oft anders empfinden; es gibt Menschen, die Macht ausüben und jene, die es ermöglichen. Ein altbacken klingender Gewerkschaftsspruch bringt es auf den Punkt: „Wenn mein starker Arm es will, stehen alle Räder still.“

 

 

 

Narzissten und Macht

 

Besonders heikel wird es, wenn Narzissten Einfluss gewinnen. Je nach Ausprägung des Narzissmus und der Einschätzung wie weit sich das treiben lässt, leben Narzissten ihre Neigungen aus, wenn sie die Möglichkeiten dafür bekommen. Verstellen sich Narzissten noch solange es für sie förderlich ist, zeigen sie ihr wahres Gesicht, sobald sie meinen es wäre für sie ohne Risiko.

In diesem Artikel geht es nicht um die pathologische Beurteilung, sondern um die Persönlichkeitstendenzen. Narzissten wirken selbstbewusst, sie sind es aber nicht wirklich. Sie machen uns etwas vor, stülpen sich eine Maske über. Sie hoffen, dass ihr wahres Ich nicht erkannt wird und können äußerst aggressiv reagieren, wenn jemand an der Fassade kratzt. Deswegen sind sie meist sehr gut darin ihr Umfeld zu täuschen, zu blenden. Sie lassen gerne andere Menschen dafür zahlen, dass es ihnen selbst gut geht. Deswegen geht es ihnen meist besser, als ihren Opfern — Probleme haben nur die anderen.

Leider gelangen zu viele Narzissten unerkannt in Positionen, die mit Macht verbunden sind. Dort richten sie großen Schaden an, weshalb es hier gilt Aufklärungsarbeit zu leisten und sehr aufmerksam zu sein. Werden die narzisstischen Manöver und Verhaltensweisen offensichtlich, ist der Schaden oft schon groß und der Narzisst schwer wieder loszuwerden. Der Elefant im Porzellanladen stört sich selbst nicht an den Kollateralschäden, sondern nur an der Undankbarkeit des Publikums. Viele Menschen empfinden solche Personen als peinlich, doch sie kommen sehr oft noch ein erstaunliches Stück weiter nach oben.

 

 

 

Autorisierung von Macht

 

Wer Macht für etwas einsetzen will, braucht auf die eine oder andere Weise die Autorisierung derjenigen, deren Interessen vertreten werden sollen. Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren (Abraham Lincoln).

Fühlen sich die Vertretenen gut repräsentiert und bestätigen sie die Autorisierung, liefert dies die Legitimierung und damit die verbundene Macht. Die kann auch viel Gutes bewirken, wenn sie mit Verantwortungsbewusstsein ausgeübt wird. Und schon sind wir im Bereich der Philosophie.

Schon der Jedi Luke Skywalker wusste um die dunkle Seite der Macht. Also; möge die Macht mit Ihnen sein!

 

 

 

Fazit

 

Mit deutlich mehr Fingerspitzengefühl und System gilt es zu entscheiden, wer welchen Einfluss ausüben sollte. Diejenigen, die unbedingt Macht erwerben wollen, sind oft gerade jene, die sie nicht verantwortungsvoll handhaben werden. Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt sind hier gefordert genauer hinzuschauen.

 

 

 

Synonyme für Macht

 

Vermögen, Fähigkeit, Autorität, Herrschaft, Führung, Leitung, Stärke, Potenz, Dominanz

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P.S.

 

Was halten Sie von Macht, deren Verteilung und Einsatz?

7 Kommentare

  1. Der Größe Mißbrauch ist, wenn von der Macht sie das Gewissen trennt.
    William Shakespeare

    Antworten
  2. Je mächtiger man ist, desto eher ist man verpflichtet, gerecht zu sein, und stets bleibt Ehrlichkeit die vorteilhafteste Politik.
    Hippolyte Taine

    Antworten
  3. Wer unbedingt um Macht ringt, ist nicht für sie geeignet.

    Antworten
  4. Schon die Jagd nach Macht ist ein Hinweis darauf, dass eine Person einen bedenklichen Charakter hat.

    Antworten
    • Macht ist an sich in Ordnung, wenn sie in den richtigen legitimierten Händen liegt.

      Antworten
  5. Es liegt an der menschlichen Natur, dass sie Macht wollen und sie missbrauchen. Da helfen keine Pillen.

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Der Zugang zur Macht muss Menschen vorbehalten bleiben, die nicht in sie verliebt sind. Platon

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 26. Oktober 2019
AN: #6458
K: CNC
Ü: