Top oder Flop: Wie steht es um die Redekultur in Deutschland?

Reden und Präsentationen in Politik, Unternehmen, Lehre etc. Was sagt die aktuelle Kultur in Reden und Präsentationen über unsere Gesellschaft?
Top oder Flop: Wie steht es um die Redekultur in Deutschland?

Redekultur in Deutschland

 

Was sagt die aktuelle Redekultur, also die Art und Weise, wie öffentliche Reden gehalten und eingesetzt werden – und auf welche Beachtung sie treffen – über unsere Gesellschaft? Wie macht sich das so oft als Land der Dichter und Denker gepriesene Volk in Reden und Präsentationen?

 

 

a. Redekultur in der Politik

 

An große Reden in der Politik Deutschlands gab es in letzter Zeit leider keine Sternstunden, die mich vor Begeisterung schwärmen lassen würden.  Wo in anderen Ländern eine ausgeprägte Streitkultur und öffentliche Auseinandersetzungen geführt wird, ist bei uns nicht viel los. Wer gerne leidenschaftliche und polarisiert geführt Debatten hätte, geht leer aus.

Wird im Bundestag geklatscht, sind es meist die Kollegen, die aus Loyalität beipflichten. Mitunter sogar, wenn sich Redner versprochen haben. So wird dann ohne zuzuhören auch manche Peinlichkeit beklatscht. Macht ja nichts, hört ja sowieso kaum einer zu. In Deutschland wird Politik anderswo gemacht.

 

 

 

b. Redekultur in Unternehmen

 

Die Qualität von Reden und Präsentationen steigt langsam, sehr langsam. Allerdings ist das noch sehr von der Branche und von der jeweiligen Unternehmenskultur abhängig. Insgesamt ist das Publikum in Deutschland nicht sehr verwöhnt. US-amerikanische Beiträge unterliegen meist noch höheren Standards. Und das sollte nicht nur den verfügbaren Budgets zugeschrieben werden. In Deutschland ist die Bedeutung von überzeugenden Präsentationen einfach noch nicht im Bewusstsein der Verantwortlichen angekommen.

Die meisten größeren Veranstaltungen sind von recht beschaulichen Redebeiträgen geprägt, die anschließende Bewirtung gilt als der Höhepunkt des Zusammentreffens.

Umfrageergebnis: Qualität der Präsentationen in Unternehmen

 

Die Präsentationen im beruflichen Zusammenhang, die ich in letzter Zeit selbst erlebt habe, waren (Schulnoten):

%

gut bis sehr gut (1 bis 2)

%

mittelmäßig bis ausreichend (3 bis 4)

%

langweilig bis ärgerlich (5 bis 6)

Ergebnis einer nichtrepräsentative Umfrage (2017, n= 400)

c. Sonstige Redekultur

 

Es gibt ja nicht nur die hohe Kunst der Rede in den großen gesellschaftlichen Debatten, sondern auch die vielen kleinen und großen Redebeiträge auf kulturellen, wissenschaftlichen und mehr oder weniger privaten Veranstaltungen aller Art.

 

 

 

Gesamteindruck der Redekultur in Deutschland

 

Beeindruckend ist die Disziplin vieler Zuhörer oder sollte ich es beim Namen und Leidensbereitschaft nennen. Bei der oft langweilig langen Liste der zu begrüßenden Personen, ist oft nicht mehr ganz klar, worum es eigentlich gehen sollte. Ist es dann soweit, hört beim Thema selbst nur noch ein verschwindend kleiner Anteil zu. Wobei das Publikum in Deutschland auch hier vergleichsweise freundlich bleibt. Es neigt eher zum starren Blick auf das Smartphone, als zu lauten Plaudereien. Wobei auch das in manchen Bereichen immer häufiger zu beobachten ist.

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