Strohmann-Argument als rhetorischer Trick: Einsatz und Umgang

So geben Sie Ihrer Botschaft die verdiente Chance.
Strohmann-Argument

Vorsicht vor dem Strohmann-Argument

 

So ein Strohmann-Argument kann Redner schon aus dem rhetorischen Gleichgewicht bringen, wenn die Vorbereitung fehlt. Hier erfahren Sie, was Sie tun können.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

Das Strohmann-Argument

 

Der Begriff des Strohmanns kommt aus der Zeit, als an Strohpuppen der Kampf mit Hieb- und Stichwaffen geübt wurde. Das die daran übenden Menschen dabei die Oberhand behielten und somit den sicheren Sieg davon trugen, findet sich heute in der metaphorischen Verwendung wieder.

Das Strohmann-Argument und auch Strohmann-Trugschluss (engl. straw man fallacy oder straw man argument) ist im Grunde ein Red Herring, ein Ablenkungsmanöver. Statt auf die richtigen Argumente der Gegenpartei einzugehen, werden Argumente widerlegt, die von dieser überhaupt nicht aufgeführt hat oder die höchstens nebensächlich im Verhältnis zum Hauptargument sind.

Besonders gerne wird der Strohmann in der Politik an den Haaren herbeigezogen und muss dann dafür herhalten, um einen Standpunkt lächerlich zu machen. Der Strohmann vertritt dann oft haarsträubende Positionen, die deutlich radikaler sind als die des Gegenspielers. Der steht dann wie ein begossener Pudel beziehungsweise, wie ein Fanatiker da, wenn er nicht aufpasst. Da der Angreifer die Deutungshoheit nutzt, hat er einen entsprechenden Spielraum. Er kann absichtlich Äußerungen falsch verstehen oder sogar erfinden. Zuhörer sollen zu logischen Fehlschlüssen veranlasst werden. Vage Aussagen, die beispielsweise mit dem Wunsch geäußert wurden sich nicht zu sehr zu positionieren, sollen auf diese Weise ins Licht gerückt, also eine Positionierung erzwungen werden.

 

 

 

Formen der Strohmann-Argumentation

 

 

1. Form: Verzerrung, Übertreibung, Unterstellung

 

Die These eines Gegenspielers wird verzerrt, übertrieben oder falsch dargestellt. Ihm wird also ein Standpunkt unterstellt (falsche Prämisse), den er nicht wirklich vertritt. Dann wird die entstellte These widerlegt und behauptet, dass damit die ursprüngliche These widerlegt ist.

 

 

 

2. Form: Fokus auf konstruierte schwache Argumente

 

Jemand wird in vielen Einzelheiten beschrieben, der die gegnerische These mit wenig überzeugenden Argumenten verteidigt. Diese Argumente werden widerlegt und ohne Berücksichtigung anderer möglicher Begründungen der These wird behauptet, dass dadurch jeder Vertreter dieser These und somit auch die These selbst widerlegt sei.

 

 

 

3. Form: Scheinanalogien

 

Scheinbare Analogien werden zur generischen Position vorgebracht, die sich leicht widerlegen lassen. So lassen sich Analogien hinzuziehen, die wesentlich einfacher zu widerlegen sind als die eigentlich zu widerlegende These.

 

 

 

4. Form: Fragwürdiger Stellvertreter

 

Anstatt mit dem Gegenspieler zu diskutieren, der einem zu stark erscheint, wird ein Strohmann kreiert, der schwächer oder zumindest bedenklich erscheint. Dazu wird eine Person beschrieben, die mit fragwürdigen Anschauungen oder Handlungen als typisch für die Vertreter der gegnerischen These dargestellt wird. Dieser fiktive und wehrlose Gegner wird dann instrumentalisiert.

 

 

 

Was tun?

 

Als Reaktion auf ein Strohmann-Argument von der eigenen Position abzurücken, wirkt nicht sehr konsequent und senkt den Status. Es kann Ihnen unterstellt werden sich vorher geirrt zu haben und nun schnell die Fahne in den Wind zu halten. Das schadet dann darüber hinaus Botschaften und Ansehen.

Besser ist es souverän die unangebrachte Gleichsetzung der eigenen Position mit der des Strohmanns zu verdeutlichen. Soll eine Distanzierung unterbleiben, weil es der eigenen Position schadet, kann ein solcher Anruf durch den Vergleich mit dem Verhalten des Gegenspielers zurückgewiesen werden. So können Gegenspielern Scheinheiligkeit und Projektionen vorgeworfen werden.

Vorbereitung wichtiger Gespräche und Verhandlungen

 

Kommunikation kann ganz einfach sein. Ist sie allerdings oft nicht. Selbst der einfachste Mensch ist immer noch ein sehr kompliziertes Wesen. Manchmal sagen wir Dinge und merken dann erst an der Reaktion unserer Gesprächspartner, dass diese mit jemand ganz anderem gesprochen zu haben scheinen. Das habe ich doch beim besten Willen nicht gesagt. – Oder doch?

Mehr oder weniger bewusst geht es in Gesprächen darum, andere Menschen von etwas zu überzeugen – sei es von einem besonderen Angebot, der eigenen Person, einer Ansicht oder einer Notwendigkeit. Gelingt das nicht schnell genug und vor allem nicht auf den Punkt genau und in anschaulicher Weise, verlieren Gesprächspartner rasch das Interesse und wir die erhoffte Aufmerksamkeit. – Gespräch gescheitert.

Sie können sich von mir bei der Vorbereitung Ihrer Gespräche und Verhandlungen (sicherheitshalber: keinerlei Rechtsberatung!) unterstützen lassen. Finden Sie heraus, wie Sie und Ihre Botschaft wirken (Argumente, Körpersprache, Sprache, Stimme und vieles mehr). Ich mache Sie mit effektiven Werkzeugen und Kommunikationsstrategien vertraut. Bauen Sie Ihre psychologischen Fähigkeiten aus, lernen Sie die Ruhe zu bewahren, souverän aufzutreten, authentisch zu bleiben und schließlich zu überzeugen.

P.S.

 

Sind Ihnen schon Strohmann-Argumente untergekommen?

1 Kommentar

  1. Solche Ablenkungsmanöver empfinde ich als gemein und unangemessen.

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In diesem Glossar finden Sie Informationen zu gängigen und nicht so gängigen Begriffen rund um die strategische Rhetorik und Kommunikation. Rhetorik, Marketing und Psychologie ergänzen sich. Wo Glossar und Artikel aufhören, fängt die Arbeit mit mir an. Ich sorge dafür, dass Sie und Ihre Botschaft überzeugen ﹣ in Gesprächen und Präsentationen.

 

 

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Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2004
Überarbeitung: 1. August 2019
AN: #87890
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