Rhetorik und Körpersprache: Bei der Mimik die Kirche im Dorf lassen

Sich und Ihre Botschaft überzeugend präsentieren. Tipps für Mimik die Rednern steht.

Mimik in Reden und Präsentationen

 

Mimik und Rhetorik: Was nicht zum Redner passt, wirkt meist unfreiwillig komisch, schadet der Glaubwürdigkeit und lenkt vom Inhalt und der Botschaft ab. Worauf es sich als Redner hinsichtlich der Mimik zu achten lohnt.

 

 

 

Überblick

 

 

 

 

 

Professionelle Präsentation oder Faltenyoga?

 

Der Veranstaltungsort ist gut gefüllt mit Menschen, die aus Interesse am Thema der Präsentation gekommen sind. Die Voraussetzungen für eine interessante Veranstaltung sind gut. Es geht lebhaft zu, nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Gesicht der Rednerin. Bewundernswert viele Muskeln in ihrem Gesicht werden aktiviert.

Es fällt so manchen Nachbarn schwer der Rednerin inhaltlich zu folgen. Zu sehr ist das Publikum von der sehr lebhaften Gesichtsakrobatik der Rednerin abgelenkt. Wenn es eine Präsentation für eines dieser Bücher wäre, die durch 5 Minuten Gesichtsyoga das Facelifting unnötig machen, wäre es angemessener. Doch weder geht es darum, noch genügen der Rednerin 5 Minuten.

Mimik, als wichtiges Element der nonverbalen Körpersprache, kann dem Auftritt dienen oder schaden.

 

 

 

Körpersprache

 

Neben dem Inhalt der Rede, (dem Text, dem verbalen Teil) kommt es vor allem auf die Art des Vortrags und das nonverbale Verhalten an. Dazu gehören Gesten, Blickkontakt, Blickrichtung, Körperspannung, Beinhaltung, Lautstärke, Intonation und, als oft vergessenes Element, die Pausen. Pausen vor einer Botschaft erzeugen Spannung und nach einer Botschaft, lassen sie die Botschaft erst auf eine tiefere Bewusstseinsebene sinken. Die Mimik hat in der modernen Rhetorik an Bedeutung verloren. Eine zu ausgeprägte Mimik wirkt auf das Publikum schnell theatralisch und gestellt – wie vom anderen Stern.

 

 

 

Also Nervengift gegen Falten für Redner?

 

Nein, Redner, die überzeugen wollen, müssen authentisch sein. Und dazu gehört eine lebendige Mimik. Statt sich bei der Mimik an asiatische Theatermasken oder dem Pantomimen aus der Fußgängerzone zu orientieren liefert Method-Acting die besseren Ergebnisse. Wenn Sie meinen, was Sie sagen gehören dazu auch die entsprechenden Zustände. Wenn Sie mit allen Sinnen leben, was Sie verbalisieren, dann liefert Ihr Gesicht die passende Mimik dazu. Zumindest solange Sie das nicht mit Nervengift abgestellt haben.

Tipps für Mimik die Rednern steht

 

 

1. Authentisch, authentisch, authentisch

 

Was nicht zum Redner passt, wirkt meist unfreiwillig komisch, schadet der Glaubwürdigkeit und lenkt vom Inhalt und der Botschaft ab. Wer meint, was er sagt und das auch im jeweiligen Moment so wahrnimmt, wird in der Regel automatisch die passende Mimik an den Tag legen.

 

 

 

2. Lächeln

 

Mit einem Lächeln oder sogar Lachen lässt sich leichter eine Brücke bauen. Es wirkt offen und freundlich. Ein echtes Lächeln kommt von innen und basiert auf der passenden Haltung und keiner Maske. So ein Dauergrinsen sieht anders aus als ein echtes Lächeln, das als Ducenne Lächeln bezeichnet wird. Da lachen auch die Augen und die Augenfältchen mit.

 

 

 

3. Emotionen

 

Erleben Sie innerlich intensiv, was Sie vermitteln wollen, dann spiegelt die Mimik das wider. Weniger ist mehr! Machen Sie nur bitte keine Grimassen.

 

 

 

4. Heikle Mimik und Missverständnisse

 

So manche Mimik kann zu Irritationen führen.

 

 

Beispiele

 

Was Sie lassen sollten.

 

a. Einseitiges Hochziehen der Mundwinkel

 

Einseitiges Hochziehen der Mundwinkel kann als Zeichen der Überlegenheit gedeutet werden und dem Redner wird dann Arroganz oder Zynismus unterstellt.

 

 

 

b. Dauerlächeln

 

Ein Dauerlächeln wirkt künstlich, selbstgefällig oder auch debil. Redner tun sich damit jedenfalls keinen Gefallen.

 

 

 

c. Angespannter Kiefer

 

Wer die Zähne energisch aufeinander presst, wirkt möglicherweise zornig und aggressiv oder zumindest verkrampft.

 

 

 

d. Zähne zeigen

 

Was in den USA üblicher ist irritiert hierzulande als Piranha-Lächeln. Es wird leicht Oberflächlichkeit und unlautere Verkäufermentalität unterstellt.

 

 

 

e. Griff an die Nase

 

Seit Pinocchio gilt das als Zeichen der Lüge und weshalb sollten Sie freiwillig Zweifel säen?

 

 

 

f. Mehr?

 

In den Artikeln Die Körpersprache beruhigt oder schadet in heiklen Situationen und 12 Tipps, wie Sie durch Körpersprache Vertrauen fördern finden Sie Hinweise, wie Körpersprache helfen und wie schaden kann.

 

 

 

4. Unterstützung

 

Professionelle Redecoaches werden keine Masken üben, sondern auf mögliches Potenzial für Missverständnisse hinweisen und entsprechende Zustände von innen heraus fördern.

 

 

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Karsten Noack

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P.S.

 

Auf was achten Sie bei sich und anderen Menschen hinsichtlich der Mimik?

3 Kommentare

  1. Das kann schon sehr komische Formen annehmen und ich höre dann kaum noch zu. Ein Redner steckte andauernd die Zunge raus. Ich empfand das als absurd und habe kaum etwas anderes im Gedächtnis als das.

    Antworten
  2. Es kommt doch auf den Inhalt an und nicht auf das Aussehen.

    Antworten
    • Wenn das Publikum nicht aus Menschen besteht, wäre es so.
      Wobei sich ja jeder Einzelne von uns, sich vornehmen kann, frei von Ablenkung, der Botschaft eine Chance zu geben.
      Es dem Publikum als Redner möglichst leicht zu machen verträgt sich damit ja.

      Antworten

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Rhetorik und Körpersprache: Bei der Mimik die Kirche im Dorf lassen

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 21. Mai 2004
Überarbeitung: 28. März 2019
AN: #1317
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