So setzen Sie Ihre Körpersprache bei Gehaltsverhandlungen ein
Kommunikationskompetenz, damit Persönlichkeit und Botschaft überzeugen
Körpersprache bei Gehaltsverhandlungen
Sowohl strategisch als inhaltlich gibt es Einiges zu beachten, wenn es darum geht die Chancen auf ein gutes Gehalt zu steigern. Sehr einflussreich ist die Körpersprache, die Sie in Gehaltsverhandlungen an den Tag legen.
Überblick
- Wir ernten was wir säen?
- Kongruenz: Eine gemeinsame Sprache sprechen
- Was Sie in Gehaltsverhandlungen körpersprachlich besser vermeiden
- Körpersprache, die Ihre Verhandlungsposition schwächt
- Körpersprache, die bei Gehaltsverhandlungen Risiken birgt
- Körpersprache, die Ihre Verhandlungsposition stärkt
- Lernen Sie Ihre Körpersprache wirksam einzusetzen
- P.S.
- Kommentare
- Ergänzende Artikel
Wir ernten was wir säen?
Leistung ist das Eine, Anerkennung dafür zu bekommen oft etwas Anderes. Eine Form der Anerkennung für berufliche Leistungen ist das Gehalt.
Strategisch und inhaltlich gibt es einige Punkte zu beachten, wenn es darum geht die Chancen auf ein gutes Gehalt zu steigern. Sehr einflussreich ist dabei die in Gehaltsverhandlungen an den Tag gelegte Körpersprache.
Kongruenz: Eine gemeinsame Sprache sprechen
Oft sagt unsere Körpersprache etwas anderes, als unsere verbalen Äußerungen vermitteln sollen. Das ist besonders dann der Fall, wenn versucht wird sich zu verstellen oder etwas unterdrückt werden soll. So verstellen sich viele bei Gehaltsverhandlungen, um sich die Aufgeregtheit nicht anmerken zu lassen und sich so gut wie möglich zu präsentieren. Das Ergebnis entspricht dann oft nicht den Erwartungen, da der damit verbundene innere Druck zu groß ist. Es lähmt die Beweglichkeit körperlich und geistig, es verkrampft.
Anstatt schlecht zu schauspielern ist es viel besser authentisch und professionell aufzutreten. Schließlich geht es darum, sich selbst und das eigene Angebot überzeugend zu präsentieren.
Und dazu müssen das was gesagt wird, also der verbale Teil und die Körpersprache, als nonverbales Element der Kommunikation, übereinstimmen.
Vereinfacht ausgedrückt: Es geht darum sich auch körpersprachlich aufrecht, offen und zugewandt auf Augenhöhe zeigen.
Die Rolle der Körpersprache
Die Körpersprache spielt bei allen Verhandlungen eine sehr große Rolle. Nur, während professionelle Pokerspieler ebenso wie geschulte Zeitgenossen der Körpersprache entsprechende Aufmerksamkeit widmen, wird sie in Gehaltsverhandlungen oft außer Acht gelassen. Während die Argumente noch halbwegs gut vorbereitet werden wird die Körpersprache oft dem Zufall überlassen. Doch gerade die Körpersprache ist nicht zufällig. Sie wird vom Unbewussten gesteuert, was so wirkt, als wenn sie ein Eigenleben führen würde.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Was bei Gehaltsverhandlungen körpersprachlich zu vermeiden ist.
- Welche Körpersprache Ihre Verhandlungsposition schwächt.
- Welche Körpersprache, Gesten und Mimik ihre Verhandlungsposition stärkt.
- Wie Sie lernen Ihre Körpersprache wirksam einzusetzen.
Was Sie in Gehaltsverhandlungen körpersprachlich besser vermeiden
Wer nicht kämpft, meinte Bertolt Brecht, hat schon verloren. Nur, was bedeutet das bei Gehaltsverhandlungen?
Sowohl übertriebene Zurückhaltung als auch zu forsches Vorgehen schaden bei Gehaltsverhandlungen. Selbstbewusstes Auftreten ist gut, es zu übertreiben schadet allerdings.
Letzteres ist gerade bei jungen Kandidaten oft zu beobachten. Da soll Unsicherheit durch übertriebene Lockerheit kaschiert werden und der Schuss geht nach hinten los. Das wirkt dann schnell unangemessen – es fehlt an Fingerspitzengefühl.
Andere benehmen sich wie beschämte Bittsteller und entschuldigen sich so auch körpersprachlich dafür, dass sie überhaupt gefragt haben.
Souveränes Auftreten mit Stil ist deutlich hilfreicher. Es gilt überzeugend und nachdrücklich die Bedeutung der eigenen Person und des Beitrags zu vertreten. Wenn Sie Ihren Wert für das Unternehmen kennen, dürfen Sie sich in dieser Situation wohlfühlen – Sie haben etwas für das Unternehmen wünschenswertes zu bieten.
Das darf Ihnen ein Lächeln in Ihr Gesicht locken. Mit einem freundlichen Gesichtsausdruck ist es leichter sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen – und dabei Zähne zu zeigen.
Körpersprache, die Ihre Verhandlungsposition schwächt
Während Gehaltsverhandlungen ist es förderlich sich körpersprachlich aufrecht, offen und zugewandt auf Augenhöhe zu zeigen. Zu vermeiden sind dabei vor allem Gesten, die als Unsicherheit und Unehrlichkeit interpretiert werden können. Besonders zu erwähnen ist da der Augenkontakt.
Unbewusst können sich körpersprachliche Fluchtwünsche zeigen. So interpretiert wird beispielsweise eine ungewöhnliche Fußausrichtung in Richtung Ausgang, obwohl der restliche Körper in eine andere Richtung zeigt. Oder das Sitzen auf der vordersten Kante eines Stuhls, um möglichst schnell flüchten zu können. Vieles mag so nicht gemeint sein, wird jedoch vom Beobachter unbewusst so gedeutet.
Sehr oft zu beobachten sind Sprunghandlungen. Wer sich nicht sicher über den nächsten Schritt ist, neigt zu unbewussten Bewegungen, die im Grunde keinen Sinn ergeben. Diese Bewegungen werden als Verlegenheitsgesten wahrgenommen. Sie sollen über etwas hinwegtäuschen, ablenken, etwas soll unterdrückt werden. Das Unterdrücken von Anspannungen ist beispielsweise nur bedingt möglich, denn irgendwo kommen Druck und Unsicherheit schließlich doch an die Oberfläche. Dann wird nervös die Krawatte hin- und hergerichtet, an den Manschetten oder den Fingern gespielt. Oder etwas anderes getan, dass wenig Selbstsicherheit vermittelt.
Nachfolgend ein paar Beispiele, was Sie besser unterlassen.
Körpersprache, die bei Gehaltsverhandlungen Risiken birgt
Fünf Dinge, die Sie bei Gehaltsverhandlungen lieber nicht tun sollten:
1. Elemente, die als Unsicherheit gewertet werden
- Vermeiden von Augenkontakt
- Unruhige Körperbewegungen
- Sich selbst häufiger zu berühren
- Sprunghandlungen
2. Elemente, die als Verschlossenheit gewertet werden
- Geschlossene Körperhaltung wie gekreuzte Arme vor dem Körper, überschlagene Beine mit abgewandten Füssen.
3. Elemente, die als Unehrlichkeit gewertet werden
- Vermeiden von Augenkontakt
- Berührungen an der Nase
4. Elemente, die als unangemessen gewertet werden
- Anstarren
- Zu geringe räumliche Distanz
- Zu weit ausgestreckte Beine
5. Drohgebärden
- Jegliche – auch unbewusst körperliche – Drohgebärden stärken den Widerstand und machen ein Entgegenkommen unwahrscheinlicher.
Körpersprache, die Ihre Verhandlungsposition stärkt
Es hilft, die angemessenen Gesten zu zeigen, die dem jeweiligen Status einer Stelle entsprechen. So zeigen Sie, dass Sie der Rolle gewachsen sind.
Schon bei der Begrüßung beginnt es mit einem sicheren Händedruck und Aufeinanderzugehen.
Ein natürlicher freundlich gemeinter Blick und ein echtes Lächeln kommen aus einer entsprechenden inneren Haltung. Die Betonung liegt auf “echtes” Lächeln. Ein eingefrorenes Lächeln wirkt unecht und ist genauso störend wie übertriebener Augenkontakt, der erstarrt ist.
Kräftemessen beispielsweise durch Wer-hat-den-stärkeren-Blick führt wohl eher selten zu besseren Ergebnissen. Ihr Gegenüber ist für Sie kein Gegner, machen Sie ihn/sie zum Partner für eine gemeinsame Lösung. Damit das gelingt vermeiden Sie konfrontative Faktoren und unterstreichen Sie Gemeinsamkeiten. Körpersprachlich unterstützen Sie das beispielsweise, indem Sie sich möglichst nicht gegenüber sitzen, sondern nebeneinander in offener Haltung.
Im NLP (Neurolinguistische Programmierung) existiert hierzu das Konzept des Rapport. Dessen Ziel ist es in schwierigeren Situationen auch die Körpersprache für förderliche Beziehungen einzusetzen. Verbale und nonverbale Elemente des Gesprächspartners werden in die eigene Kommunikation einbezogen. Oft empfehlen Bücher und Trainer dazu das direkte Spiegeln der Körpersprache. Gut gemeint, doch wirkt das dann allerdings schnell wie ein Nachäffen. Vielmehr geht es darum, Tendenzen aufzugreifen und auf angemessene Weise mit Respekt zu übernehmen. Zeigt Ihr Gesprächspartner beispielsweise nur minimal ausladende Gesten bleiben Sie selbst zurückhaltend, anstatt mit südländischer Gestenvielfalt viel Wind zu machen. Mit etwas Übung gelingt das dann auch in stressigen Situationen.
Welche Körpersprache hilfreich ist, deuten auch zahlreiche sprachliche Konstruktionen an:
- Rückgrat zeigen
- Aufrecht auftreten
- Nicht den Kopf hängen lassen
- Bauch rein – Brust raus
- Nicht kleinkriegen lassen
- Beweglich bleiben
- Zugewandtheit
- Nach vorn schauen
- Einen Standpunkt haben
Lernen Sie Ihre Körpersprache wirksam einzusetzen
Erstaunlicherweise investieren relativ wenige Menschen in diesen wesentlichen Bereich ihrer Karriere – die Masse verkauft sich unter dem Preis. Natürlich ist es wie bei jeder Investition eine Frage von Aufwand und erwartetem Ergebnis. Bei einer guten Investition stimmt schließlich das Verhältnis. Sie wissen selbst am besten, ob es sich lohnt.
Wenn ja, dann empfiehlt sich die hilfreichen Fähigkeiten hierzu zu trainieren. Relevante Trainings zur Körpersprache werden leider im Vergleich zu reinen Rhetoriktrainings relativ selten besucht. In meinen Trainings gehören diese Bereiche zusammen.
Wie bei jeder Verhandlung, ist es nicht nur hilfreich die eigene Körpersprache gezielt einzusetzen, sondern die Körpersprache des anderen zu lesen. Es ist ein wenig wie bei einem Pokerspiel, nur dass Sie dabei selbst kein unechtes Pokerface aufsetzen dürfen, schließlich geht es um Vertrauen. Dementsprechend ist ein passendes Training erforderlich, sonst geht es nach hinten los. Denn stur einstudiertes Auftreten wirkt schnell unecht und überzeugt nicht. Im Zentrum der Vorbereitung steht daher die innere Haltung. Ein wirkungsvoller Auftritt kommt schließlich von innen.
Der französische Schriftsteller François de La Rochefoucauld wusste schon:
Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen.
Bleiben Sie stimmig. Weil die Stimme unter Druck dazu neigt immer höher zu werden, lohnt sich auch diesem Element in der Vorbereitung Aufmerksamkeit zu widmen.
Und all das noch schnell bevor morgen das Gehaltsgespräch stattfindet?
Lieber nicht!
Wer erst kurz vor oder in der Gehaltsverhandlung an all die beteiligten Faktoren denkt, dürfte sich mehr schaden als es nutzt. Kurz vor einem Termin ist die Konzentration auf das Wesentlichste sinnvoller. Allein das kann schon sehr viel bewirken, doch wo möglich lohnt es sich strategischer ans Werk zu gehen.
Eine gute Vorbereitung beginnt so früh wie möglich. Dann geht es in das natürliche Verhalten ein und ist somit authentisch, anstatt nur so zu wirken.
Friedrich von Schiller:
Zu überzeugen fällt keinem Überzeugten schwer.
Damit du und deine Botschaft überzeugen
Überzeugung entsteht selten durch eine einzelne Technik.
Entscheidend ist das Zusammenspiel.
Was möchtest du erreichen?
Was beschäftigt dein Gegenüber oder dein Publikum?
Wie klar ist deine Botschaft?
Wie wirkst du als Persönlichkeit?
Und wie passen Sprache, Körpersprache und Inhalt zusammen?
Je nach Situation können dabei unterschiedliche Aspekte den entscheidenden Unterschied machen:
-
eine klare Argumentation
-
verständliche und präzise Sprache
-
glaubwürdige persönliche Wirkung
-
stimmige Körpersprache
-
anschauliches Storytelling
-
überzeugende Visualisierung von Zahlen, Daten und Fakten
-
ein konstruktiver Umgang mit Einwänden und Widerstand
Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Kommunikationstechniken einzusetzen.
Es geht darum, die richtigen Mittel im richtigen Moment so einzusetzen, dass sie zu dir, deiner Botschaft und deinem Gegenüber passen.
Wenn ein konkreter wichtiger Auftritt oder ein anspruchsvolles Gespräch bevorsteht, können wir genau daran arbeiten.
Der nächste Schritt
Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.
Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:
- worum es geht
- was du erreichen möchtest
- bis wann das Thema relevant ist
- ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst
Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.
Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.
Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.
Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.
Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.
Gut informiert entscheiden
Transparenz ist mir wichtig.
Weitere Informationen findest du hier:
→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
→ Datenschutz
Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.
Kontaktformular
Ergänzende Artikel
- Tipps für deine Gehaltsverhandlungen
- Wie Sie Ihre Durchsetzungskraft verstärken
- Körpersprache, die Ihnen schadet: 15 Gesten, die Sie lieber vermeiden sollten
- 14 Wege mit Körpersprache den Status zu beeinflussen
- Selbstmarketing für die Karriere
- Karrierecoaching
- Selbstwahrnehmung vs Fremdwahrnehmung: Wie wirkst du wirklich?
- Was darf die Vorbereitung eines Gehaltsgeprächs bzw. einer Verhandlung kosten, welcher Aufwand ist gerechtfertigt?
5 Kommentare
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Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 2. Januar 2012
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #23414
K:CNC
Ü:
Das war sehr hilfreich. Es hat geholfen.
Eine Version zum Ausdrucken wäre das I-Tüpfelchen.
;-)
Wehe, meine Mitarbeiter lesen das!
Danke!