15 Tipps: Vom Kollegen zum Vorgesetzten.

So gelingt der Wechsel in deine neue Führungsrolle
Vom Kollegen zum Vorgesetzten.

Neu in einer Führungsposition

 

Als neue Führungskraft stehen Sie vor neuen Aufgaben, die ein anderes Verhalten erfordern. Erfahren Sie, wie Sie die Herausforderungen, die der Rollenwechsel mit sich bringen kann, erfolgreich gestalten.

15 Tipps: Vom Kollegen zum Vorgesetzten

 

Gestern noch Kollege.

Heute Führungskraft.

Auf dem Organigramm kann dieser Wechsel mit einer einzigen Entscheidung vollzogen sein.

Zwischen Menschen dauert er häufig länger.

Plötzlich sollst du Entscheidungen treffen, Erwartungen formulieren, Leistung beurteilen, Konflikte klären und möglicherweise Menschen führen, mit denen du gestern noch auf Augenhöhe im selben Team gearbeitet hast.

Vielleicht haben sich andere ebenfalls Hoffnungen auf deine Position gemacht.

Vielleicht kennen deine ehemaligen Kollegen Seiten von dir, die ein neu eingestellter Vorgesetzter erst viel später zeigen würde.

Und vielleicht fragst du dich:

Wie viel Nähe ist jetzt noch angemessen?

Wie trete ich klar auf, ohne plötzlich eine Rolle zu spielen?

Wie gewinne ich Akzeptanz?

Und wie entwickle ich meinen eigenen Führungsstil?

Die gute Nachricht:

Du musst über Nacht keine vollkommen andere Persönlichkeit werden.

Du brauchst Klarheit über deine neue Rolle und die Bereitschaft, sie tatsächlich einzunehmen.

Hier sind 15 Empfehlungen für einen guten Start.

 

 

 

1. Kläre deine neue Rolle

 

Der wichtigste Rollenwechsel findet zuerst bei dir selbst statt.

Du bist weiterhin derselbe Mensch.

Deine Verantwortung hat sich verändert.

Du triffst andere Entscheidungen.

Du erhältst andere Informationen.

Du vertrittst Interessen des Unternehmens.

Du musst Erwartungen formulieren und möglicherweise Entscheidungen vertreten, die einzelnen Teammitgliedern weniger gefallen.

Deshalb lohnt sich früh die Frage:

Was bedeutet Führung in dieser konkreten Position für mich?

Je klarer du deine Rolle verstehst, desto weniger musst du Führung spielen.

 

 

 

2. Kläre Erwartungen

 

Neue Führungskräfte beschäftigen sich häufig intensiv mit den Erwartungen ihrer Mitarbeitenden.

Ebenso wichtig sind die Erwartungen der eigenen Vorgesetzten und der Organisation.

Was sollst du erreichen?

Welche Entscheidungen darfst du treffen?

Welche Ergebnisse werden erwartet?

Wo liegen deine Spielräume?

Woran wird dein Erfolg gemessen?

Und welche Erwartungen hast du selbst an deine neue Rolle?

Ungeklärte Erwartungen werden später erstaunlich häufig zu Konflikten.

 

 

 

3. Höre zuerst zu

 

Eine neue Führungsposition erzeugt leicht den Impuls, sofort etwas verändern zu wollen.

Schließlich möchtest du zeigen, dass du gestalten kannst.

Doch bevor du handelst, lohnt sich häufig etwas anderes:

zuhören.

Sprich mit deinen Mitarbeitenden.

Frage nach Erfahrungen.

Problemen.

Ideen.

Erwartungen.

Und Dingen, die bereits gut funktionieren.

Als ehemaliger Kollege kennst du vieles.

Als Führungskraft wirst du manches aus einer neuen Perspektive sehen.

 

 

 

4. Widerstehe dem Aktionismus

 

Die ersten Wochen brauchen weniger ein Feuerwerk neuer Maßnahmen als gute Orientierung.

Vielleicht kennst du bereits Dinge, die du seit Jahren verändern möchtest.

Jetzt besitzt du endlich den Einfluss dazu.

Trotzdem:

Erst verstehen. Dann verändern.

Manche scheinbar unsinnige Regel besitzt eine Vorgeschichte.

Manche informelle Struktur erfüllt eine wichtige Funktion.

Und manche gute Veränderung scheitert, weil sie zum falschen Zeitpunkt eingeführt wird.

Strategie vor Aktionismus.

 

 

 

5. Gestalte Nähe und Distanz neu

 

Gerade beim Aufstieg innerhalb des eigenen Teams ist dies eine der schwierigsten Aufgaben.

Aus Kollegen werden Mitarbeitende.

Vielleicht bestehen Freundschaften.

Gemeinsame Mittagessen.

Private Kontakte.

Vertrauliche Gespräche.

All das verschwindet mit einer Beförderung weniger automatisch.

Gleichzeitig verändert sich deine Verantwortung.

Du erhältst Informationen, die du weniger teilen kannst.

Du musst Entscheidungen treffen, die Freunde betreffen können.

Deshalb braucht es weder demonstrative Distanz noch künstliche Kälte.

Es braucht ein neues Verständnis von Nähe, Verantwortung und Vertraulichkeit.

 

 

 

6. Sprich den Rollenwechsel an

 

Verhalte dich weniger so, als hätte sich nichts verändert.

Es hat sich etwas verändert.

Und alle wissen es.

Deshalb kann ein offenes Gespräch sehr hilfreich sein.

Was verändert sich?

Was bleibt?

Was erwartest du?

Was können deine Mitarbeitenden von dir erwarten?

Welche Fragen gibt es?

Gerade wenn du aus dem eigenen Team befördert wurdest, schafft eine klare Kommunikation Orientierung.

→ Antrittsrede als Führungskraft vorbereiten

 

 

 

7. Achte auf enttäuschte Mitbewerber

 

Vielleicht wollte jemand aus deinem Team genau die Position, die du bekommen hast.

Dann erlebt diese Person deine Beförderung möglicherweise weniger als deinen Erfolg und stärker als eigene Niederlage.

Ignoriere diese Dynamik weniger.

Suche frühzeitig das Gespräch.

Höre zu.

Kläre Erwartungen.

Und prüfe, welche Perspektiven für die betreffende Person existieren.

Aus unausgesprochener Enttäuschung können sonst Widerstand, Rückzug oder Konkurrenz entstehen.

 

 

 

8. Lerne zu delegieren

 

Eine der größten Fallen neuer Führungskräfte lautet:

„Ich mache es schnell selbst.“

Du kennst die Aufgaben.

Du kannst sie.

Und vielleicht kannst du manches tatsächlich besser als einzelne Mitarbeitende.

Doch deine neue Aufgabe besteht zunehmend darin, dafür zu sorgen, dass andere erfolgreich arbeiten können.

Delegieren bedeutet mehr als Arbeit weiterzugeben.

Es braucht:

klare Erwartungen,

Verantwortung,

Entscheidungsspielraum,

Ressourcen

und passende Rückmeldung.

Wer weiterhin alles selbst erledigt, bleibt fachlich der beste Mitarbeiter und wird kaum zur wirksamen Führungskraft.

 

 

 

9. Vermeide Mikromanagement

 

Delegieren und anschließend jeden Schritt kontrollieren ist kaum Delegation.

Kläre stattdessen:

Was ist das gewünschte Ergebnis?

Welche Rahmenbedingungen gelten?

Welche Entscheidungen darf der Mitarbeiter selbst treffen?

Wann möchtest du informiert werden?

Wann braucht es deine Zustimmung?

Dann gib Raum.

Vertrauen und Verantwortung gehören zusammen.

 

 

 

10. Kommuniziere klar und verbindlich

 

Viele neue Führungskräfte möchten weiterhin von allen gemocht werden.

Das ist menschlich.

Für Führung reicht Sympathie allein weniger weit.

Mitarbeitende brauchen Orientierung.

Was erwartest du?

Was hat Priorität?

Wer entscheidet?

Was wurde vereinbart?

Bis wann?

Klare Kommunikation kann freundlich sein.

Klarheit und Wertschätzung sind ausgezeichnete Partner.

 

 

 

11. Werde konfliktfähig

 

Mit der Führungsrolle kommen Gespräche, die du dir vielleicht weniger ausgesucht hättest.

Leistung bleibt hinter Erwartungen zurück.

Verhalten belastet das Team.

Vereinbarungen werden weniger eingehalten.

Zwei Mitarbeitende geraten aneinander.

Ein ehemaliger Kollege akzeptiert deine neue Rolle kaum.

Solche Themen verschwinden selten dadurch, dass sie lange liegen bleiben.

Führung bedeutet auch, schwierige Dinge ansprechbar zu machen.

Früh, klar und respektvoll.

→ Wichtige Gespräche und Verhandlungen vorbereiten

 

 

 

12. Sei berechenbar

 

Menschen orientieren sich an Führungskräften.

Dabei hilft weniger, dass du auf alles sofort eine Antwort hast.

Wichtiger ist, dass dein Verhalten nachvollziehbar wird.

Ähnliche Situationen sollten nach erkennbaren Prinzipien behandelt werden.

Vereinbarungen gelten.

Zusagen haben Gewicht.

Grenzen besitzen Bedeutung.

Wenn Mitarbeitende ungefähr einschätzen können, woran sie bei dir sind, entsteht Sicherheit.

Verlässlichkeit schafft Vertrauen.

 

 

 

13. Entwickle deinen eigenen Führungsstil

 

Du wirst Vorbilder haben.

Gute und weniger gute.

Vielleicht weißt du sehr genau, wie du führen möchtest.

Oder zumindest, wie du keinesfalls führen möchtest.

Beides reicht als Anfang.

Mit der Zeit braucht es mehr.

Welche Haltung möchtest du verkörpern?

Wie triffst du Entscheidungen?

Wie gibst du Orientierung?

Wie gehst du mit Fehlern um?

Wie viel Autonomie gibst du?

Wie führst du unterschiedliche Persönlichkeiten?

Ein guter Führungsstil ist weniger eine Schablone.

Er verbindet deine Persönlichkeit mit den Anforderungen deiner Verantwortung.

→ Den eigenen Führungsstil entwickeln

 

 

 

14. Beobachte deine Wirkung

 

Mit einer Führungsposition verändert sich die Bedeutung deines Verhaltens.

Eine beiläufige Bemerkung kann plötzlich als Anweisung verstanden werden.

Deine Stimmung wird stärker beobachtet.

Ein spontaner Gedanke kann als Entscheidung interpretiert werden.

Und dein Schweigen bekommt möglicherweise eine Bedeutung, die du nie beabsichtigt hast.

Deshalb gehört zur Führungsentwicklung auch die Frage:

Wie wirke ich tatsächlich auf andere?

Selbstbild und Fremdbild können überraschend weit auseinanderliegen.

 

 

 

15. Suche dir einen unabhängigen Sparringspartner

 

Gerade am Anfang einer Führungsrolle entstehen Fragen, die sich innerhalb des Unternehmens schwer besprechen lassen.

Mit dem eigenen Vorgesetzten möchtest du vielleicht weniger jede Unsicherheit teilen.

Bei Mitarbeitenden ist manches Thema unpassend.

Kollegen verfolgen möglicherweise eigene Interessen.

Dann kann ein unabhängiges Gegenüber wertvoll sein.

Jemand, mit dem du Situationen sortierst.

Entscheidungen durchspielst.

Gespräche vorbereitest.

Deine Wirkung reflektierst.

Und auch unbequeme Fragen besprechen kannst.

Führung entwickelt sich besonders schnell, wenn Erfahrung systematisch ausgewertet wird.

 

 

 

Die ersten 100 Tage

 

Die berühmten ersten 100 Tage sind weniger eine magische Frist.

Sie erinnern an etwas Wichtiges:

Der Anfang prägt Erwartungen.

Nutze diese Zeit, um zu verstehen.

Beziehungen aufzubauen.

Erwartungen zu klären.

Prioritäten zu erkennen.

Vertrauen zu entwickeln.

Und erste Entscheidungen bewusst zu treffen.

Du brauchst weniger den Beweis, dass deine Beförderung richtig war.

Du brauchst einen guten Start in die Verantwortung, die du jetzt übernommen hast.

 

 

 

Typische Themen beim Wechsel in die Führungsrolle

 

Im Coaching und Sparring können wir sehr konkret an deiner Situation arbeiten, beispielsweise an:

  • Rollenklärung
  • den ersten 100 Tagen
  • Nähe und Distanz zu ehemaligen Kollegen
  • Akzeptanz in der neuen Rolle
  • Führungsstil und Führungswirkung
  • Delegation und Verantwortung
  • schwierigen Mitarbeitenden
  • Konflikten im Team
  • Feedback- und Mitarbeitergesprächen
  • Kommunikation nach oben
  • Entscheidungen unter Druck
  • Antrittsrede und wichtigen Präsentationen
  • schwierigen Gesprächen
  • Selbstmanagement und Prioritäten

Dabei geht es weniger um abstrakte Führungstheorie.

Wir arbeiten an den Situationen, die dir tatsächlich begegnen.

 

 

 

Welcher Rahmen passt?

 

BUSINESS 1:1

Du übernimmst erstmals Führungsverantwortung oder wechselst in eine anspruchsvollere Führungsrolle.

Wir können konkrete Situationen vorbereiten, Erfahrungen auswerten und deinen eigenen Führungsstil weiterentwickeln.

→ BUSINESS 1:1 und aktuelle Honorare

 

EXECUTIVE SPARRING

Du übernimmst eine Position auf Geschäftsführungs-, C-Level- oder vergleichbarer Verantwortungsebene.

Dann können zusätzlich strategische Kommunikation, Entscheidungsfindung, Stakeholder, Macht- und Interessendynamiken sowie deine Wirkung in der neuen Rolle eine besondere Bedeutung bekommen.

→ EXECUTIVE SPARRING und aktuelle Honorare

 

 

 

Führung beginnt weniger mit Antworten als mit Klarheit

 

Du musst als neue Führungskraft weniger beweisen, dass du alles weißt.

Du darfst fragen.

Zuhören.

Lernen.

Entscheiden.

Korrigieren.

Und deinen eigenen Weg entwickeln.

Was deine Mitarbeitenden brauchen, ist weniger eine perfekte Führungskraft.

Sie brauchen jemanden, der Verantwortung übernimmt, Orientierung gibt und ansprechbar bleibt.

Deine Führungsrolle beginnt mit der Entscheidung, sie wirklich einzunehmen.

 

Der nächste Schritt

 

Wenn du dein Anliegen mit mir besprechen möchtest, nutze am besten das Kontaktformular.

Hilfreich ist, wenn du kurz beschreibst:

  • worum es geht
  • was du erreichen möchtest
  • bis wann das Thema relevant ist
  • ob du eine Online-Sitzung oder Präsenz in Berlin bevorzugst

Je genauer ich deinen Kontext kenne, desto gezielter kann ich auf deine Anfrage eingehen.

Viele Anliegen lassen sich online sehr effektiv bearbeiten. Das bietet einen diskreten, flexiblen und konzentrierten Rahmen.

Wenn Präsenz in Berlin sinnvoll ist, kann sie ebenfalls vereinbart werden.

Du kannst mich auch per E-Mail unter mail@karstennoack.de erreichen.

Telefonische Anfragen nehme ich aufgrund der hohen Zahl eingehender Kontakte weniger über eine öffentliche Telefonnummer entgegen. Klientinnen und Klienten erhalten die jeweils passenden Kontaktdaten für unsere Zusammenarbeit.

 

 

 

Gut informiert entscheiden

 

Transparenz ist mir wichtig.

Weitere Informationen findest du hier:

→ Profil und beruflicher Hintergrund
→ Angebote und Möglichkeiten der Zusammenarbeit
→ Honorare und Konditionen
→ Kennenlernen und erste Sitzung
→ Häufige organisatorische Fragen
Datenschutz

Wenn der Rahmen für dich passt, freue ich mich auf deine Anfrage.

→ Kontakt aufnehmen

 

 

 

Kontaktformular

 

Die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen und bin einverstanden. Soweit relevant habe ich mich mit den Honoraren und organisatorischen Hinweisen vertraut gemacht.

P.S.

 

Was ist aus deiner Sicht bei einer neuen Führungsrolle besonders zu beachten? Stehst du selbst vor der Übernahme weiterer Führungsverantwortung? Wie bereitest du dich vor? Ich freue mich, wenn du hier die Leser an deinen Erfahrungen teilhaben lässt.

4 Kommentare

  1. Führungskraft zu sein ist nicht so einfach, wie es scheint.
    Im Studium wird das zu theoretisch behandelt.

    Antworten
  2. Wer fachlich erfolgreich in seinem Bereich war muss noch lange kein guter Vorgesetzter sein. Das unterschätzen viele frisch gebackene Chefs und die Mitarbeiter leiden dann.

    Antworten
  3. Nicht so leicht.

    Antworten

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Erstveröffentlichung: 27. Mai 2013
Überarbeitung: 22. April 2019
AN: #43387
K: CNF
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