Astroturfing: Kunstrasenbewegung statt Graswurzelbewegung

Kaum etwas ist so wie es scheint.

Astroturfing: Kunstrasenbewegung statt Graswurzelbewegung

 

Astroturfing simuliert Grassroots wie Kunstrasen echtes Gras.

 

Astroturfing (auch Kunstrasenbewegung) beschreibt das Vorhaben eine Graswurzelbewegung (Demokratiebewegung von unten) zu inszenieren, damit so die öffentliche Wahrnehmung und Einstellung gegenüber politischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher oder ökologischer Fragestellungen beeinflusst wird.

Es soll Authentizität vermittelt werden, doch tatsächlich handelt es sich um Fassaden, um Fake. Astroturfing beruht auf Täuschung und Intransparenz. Astroturfer bedienen die Lücken zwischen Öffentlichkeitsarbeit (PR) und Lobbying. Welche Lobbygruppen sich hinter den Gruppierungen verstecken, wessen Interessen sie vertreten und von welchen Parteien sie unterstützt werden, ist oft nur schwer aufzudecken. Mit Astroturfing lassen sich Menschen gewinnen, die dann tatsächlich glauben mögen wofür sie eintreten, doch sind sie in Wirklichkeit nur Instrumente.

Künstliche Kampagnen zu starten ist zu verlockend. Dank Internet sind in Windeseile Plattformen am Werkeln und das soziale Web mit Beiträgen gefüllt. Die veröffentlichten Meinungen sind jedoch in Wirklichkeit getürkt. So soll und lässt sich durchaus Druck ausüben. Mit einer riesig erscheinenden Anzahl von Fans wird auch mit entsprechender Öffentlichkeit gedroht. Auch eine künstliche Bürgerinitiative ist nur ein paar Klicks entfernt. Das schüchtert nicht nur Politiker ein. Auch Unternehmen erkennen die Gunst der Stunde und manche gehen über das Greenwashing hinaus noch einen Schritt weiter und betreiben Astroturfing. Es ist eine naheliegende Versuchung, aktiv  die Meinungsbildung zu gestalten. Verlockend? Ja, das ist verlockend, moralisch bedenklich allerdings auch.

P.S.

 

Wie bedenklich ist Astroturfing?

6 Kommentare

  1. Und was kommt als nächstes?

    Antworten
  2. Ich lehne jede Form von Fake ab. Außer sie dient der Sache. Dann heiligt der Zweck die Mittel

    Antworten
    • Hmm.
      Heiligt der Zweck wirklich jedes Mittel?
      Wo hört es auf, wo fängt es an heikel zu werden?
      Welche Werte sind nett, welche unantastbar?

      Antworten
  3. Es ist, wie es zu erwarten war.

    Antworten

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Erstveröffentlichung des Artikels von Karsten Noack am 16. Juli 2018
Überarbeitung am 2. November 2018
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