Verzeihen: Wozu, weshalb, warum und wie?

Tagesmotto

Verzeihen? Ein paar Gedanken …

 

 

1. Autsch

 

Linke Backe, rechte Backe? Jemand hat etwas getan, etwas das uns verletzt hat und nun sollen wir einfach so verzeihen? Von wegen, das schreit nach Rache und Bestrafung! Wenn uns jemand tief verletzt hat, erscheint es als gerechte Mindeststrafe, diesem Menschen nicht zu verzeihen.

 

 

 

2. Rache ist süß?

 

Rachegefühle kennt fast jeder: Ein Mensch hat etwas getan, wofür wir ihn hassen. Nun würden wir ihm am liebsten die Augen auskratzen oder ebensolches Leid zufügen, um einen Ausgleich herzustellen. Rachefantasien können recht drastische Formen annehmen. Da werden viele Menschen auf einmal kreativ — zumindest in der Vorstellung.

Das ist kein guter Plan, wenn so eigene Werte verletzt werden, dann ist das schlecht für die Seele. Außerdem bindet es Ressourcen, die anderswo besser eingesetzt wären.

Viel besser ist es, etwas Zeit verstreichen zu lassen, um ruhiger zu werden – und dann gezielt reinen Tisch zu machen. Im Eifer des Gefechts geht gleich noch mehr kaputt. Wut und Zorn sind keine guten Ratgeber. Der Elefant im Porzellanladen ist selten eine gute Idee.

 

 

 

3. Bedeutet Verzeihen billigen?

 

Wer verzeiht, spricht sein Gegenüber nicht von Schuld frei. Verzeihen heißt, nicht zu vergessen oder etwas gutzuheißen.

Im Gegenteil; wer souverän einen Schlussstrich oder andere Konsequenzen zieht, kann umso besser auf sich selbst acht geben.

 

 

 

4. Last

 

Das Gegenteil von Verzeihen ist Nachtragen. Nur, wer trägt dabei für wen das Päckchen, wer hat die Nachteile?

So kann das Thema nicht abgelegt werden, es bindet zu viel Aufmerksamkeit und das reduziert die Lebensqualität.

 

 

 

5. Verheilen lassen

 

Eine offene seelische Wunde schadet vor allem einem selbst. Wie soll der Schmerz verschwinden, die Wunde heilen, wenn sie keine Ruhe findet und immer wieder aufgekratzt wird? Das macht die Narben nur umso tiefer. Schlechte Gefühle sind auch für die Gesundheit schädlich.

Es hält uns davon ab, unbeschwert durch das Leben zu gehen, weil ständige Grübeleien einen Neuanfang verhindern, beziehungsweise uns daran hindern, das zu genießen, was wir tun. Wer ständig in der Vergangenheit unterwegs ist, wird kaum das schönste Hier-und-Jetzt registrieren und schätzen können.

 

 

 

6. Selbstliebe

 

Besonders bedeutsam ist Verzeihen für die Selbstliebe. Wer den eigenen Gram begräbt und verzeiht, schenkt sich selbst die Chance mit Altlasten abzuschließen und dran möglicherweise sogar zu wachsen. Dies wirkt sich positiv auf das seelische und körperliche Wohlbefinden aus.

 

 

 

7. Es erfordert eine Entschuldigung

 

Weil Verzeihen die vorgenannten Vorteile bietet, ist es gut zu wissen, dass Verzeihen auch unabhängig von der Reue eines anderen Menschen möglich ist. Wer mit aller Macht auf die Entschuldigung eines Menschen wartet, begibt sich dabei nur umso mehr in eine Abhängigkeit. Von sich aus zu verzeihen befreit!

 

 

 

8. Raus aus der Opferrolle

 

So schlimm das Leid auch sein mag, die Opferrolle schadet. So gelähmt wird auf Gestaltung verzichtet. Wer meint einen Täter dadurch zur Einsicht zu bringen, dass dessen Schaden umso deutlicher wird, der wird vor allem sich selbst schaden und sich bestrafen. Verzeihen macht stark!

 

 

 

 

9. Glashaus

 

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Vaterunser

 

Steine, billige Steine, Steine,… Möge derjenige den ersten Stein werfen, der ohne Fehler ist.

 

 

 

10. Persönlichkeitsentwicklung

 

Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.

Mahatma Gandhi

 

Ein gutes Selbstwertgefühl hilft beim Verzeihen. Verzeihen aus der Stärke heraus stärkt wiederum die Persönlichkeit.

Selbstreflexion hilft daraus zu lernen und so zu wachsen. Was ist wirklich geschehen, was daran hat mich weshalb so sehr getroffen und was gibt es zu lernen?

 

 

 

11. Nur wie?

 

Ein Patentrezept dürfte wenig hilfreich sein, außerdem gibt es ja viele verschiedene Formen der Verletzung. Am Anfang steht jedenfalls die Entscheidung zu verzeihen. Doch selbst dann ist es nicht immer so einfach es auch zu tun.

Dann stehen zahlreiche Wege zur Verfügung, um zu verzeihen und loszulassen. In Coaching, Mentaltraining und Therapie ist das ein häufiges Thema. Vergeben, verzeihen, vergessen. Es lohnt sich!

 

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P.S.

 

Ist das so einfach und ist es überhaupt wünschenswert?

4 Kommentare

  1. Wem das gelingt, der ist schon sehr weit persönlichkeitsentwickelt.

    Antworten
  2. Rache ist süßer!

    Antworten
  3. Halleluja! Ganz im Ernst!

    Antworten
  4. Theorie ja
    Praxis nein

    Antworten

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Das Tagesmotto wähle ich meist, weil mich etwas daran anspricht. Es lacht mich etwas an oder es reizt mich. Es fühlt sich so an, als könnte es etwas bewegen und dem will ich auf dem Grund gehen. So widme ich jedem Tag ein Motto und lasse mich überraschen was es mit mir macht.

Mitunter klärt sich der Grund für die Wahl erst später. Deswegen sind die Gedanken zum Tagesmotto meist auch keine Artikel, sondern Assoziationen. Es sind in Worte verwandelte Gedanken. Sie sind spontan und außerdem veröffentliche ich sie häufig, während ich unterwegs bin. Sie neigen deswegen dazu in Fragmenten zu erscheinen. Fühlen Sie sich eingeladen Ihre Assoziationen hinzuzufügen, um Ihre persönlichen Perspektiven zu bereichern – das Bild abzurunden.

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 13. Juni 2013
Überarbeitung: 27. September 2019
Englische Version:
AN: #343
K: CNB
Ü: