Ist Lob eine Form des Respekts oder der Manipulation und Teufelswerk?

Respektsbezeugung oder Manipulationswerkzeug?

Überblick

 

 

 

 

 

Lob: Gut oder schlecht?

 

Manche Personen fordern Lobpreisungen als Respektbezeugung und andere verteufeln das Loben als Form der Manipulation. Wer hat recht? Oder geht es wie so oft, um die Haltung des Handelnden, in diesem Fall des Lobenden, und die Definition, was Loben genau ist? Mitunter wird Lob ja auch mit Kompliment verwechselt.

 

Es ist eine feine und zugleich vornehme Selbstbeherrschung, gesetzt, dass man überhaupt loben will, immer nur da zu loben, wo man nicht übereinstimmt – im andern Falle würde man ja sich selbst loben, was wider den guten Geschmack geht – freilich eine Selbstbeherrschung, die einen artigen Anlass und Anstoß bietet, um beständig missverstanden zu werden. Man muss, um sich diesen wirklichen Luxus von Geschmack und Moralität gestatten zu dürfen, nicht unter Tölpeln des Geistes leben, vielmehr unter Menschen, bei denen Missverständnisse und Fehlgriffe noch durch ihre Feinheit belustigen – oder man wird es teuer büßen müssen! – »Er lobt mich: also gibt er mir recht« – diese Eselei von Schlussfolgerung verdirbt uns Einsiedlern das halbe Leben, denn es bringt die Esel in unsre Nachbarschaft und Freundschaft.

Friedrich Nietzsche in Jenseits von Gut und Böse, Neuntes Hauptstück. Was ist vornehm

 

 

 

 

P.S.

 

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Der Edle kümmert sich nicht darum, wenn ihm die Anerkennung vorenthalten wird; denn er ist damit beschäftigt, Dinge zu tun, die Anerkennung verdienen. Konfuzius

Dieser Artikel ist ein kurzer Auszug der umfangreicheren Kursunterlagen, die meine Teilnehmer im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.

Autor: Karsten Noack 
Erstveröffentlichung: 10. Dezember 2014
Überarbeitung: 10. Januar 2019
AN: #1310