6-3-5-Methode: Anleitung, Tipps, Anwendungsbeispiele für die Kreativitätstechnik

Wie Sie innerhalb kürzester Zeit unzählige Ideen erzeugen
6-3-5-Methode

6-3-5-Methode

 

Die 6-3-5-Methode, kurz: 635, ist eine häufig angewandte Form des Brainstormings, die schriftlich in der Gruppe durchgeführt wird. Dabei erhalten sechs Teilnehmer je ein Blatt Papier, auf dem sie drei Ideen notieren und die Blätter dann insgesamt fünf Mal weiterreichen.

 

 

 

Einsatz

 

Diese Variante des Brainwritings eignet sich vor allem für die erste Phase eines kreativen Prozesses und zielt hauptsächlich darauf, die Teilnehmer durch Aufgreifen und Weiterentwickeln anderer Ideen bei der Ideenfindung zu inspirieren. Das macht diese Methode zu einer konstruktiven Kreativitätstechnik. Ist in einer Runde zudem eine verbal sehr dominante Person anwesend, so kann mittels dieser Methode auch das Potenzial zurückhaltender Teilnehmer erschlossen werden.

 

 

 

Vorbereitung

 

Für die Durchführung dieser Brainwriting-Technik werden benötigt:

  • 6 Teilnehmer
  • 1 Moderator
  • 6 Blätter Papier DIN A4, Schreibstifte

 

Zunächst werden die Blätter vorbereitet. Dazu wird die Papierfläche in eine gleichmäßige Tabelle aus 3 Spalten und 6 Zeilen aufgeteilt, sodass am Ende genau 18 Kästchen vorhanden sind. Jeder Teilnehmer erhält eines dieser Arbeitsblätter.

 

 

 

Ablauf

 

Alle 6 Teilnehmer finden sich an einem runden Tisch zusammen. Vor Beginn erläutert der Moderator der Gruppe den Ablauf der 6-3-5-Methode und führt die Teilnehmer in das zu bearbeitende Ausgangsproblem ein.

Dann startet die erste von sechs Runden. In jeder Runde sind die Teilnehmer dazu aufgerufen, die drei Kästchen der obersten noch freien Zeile auf dem Papier mit ihren Ideen zum beschriebenen Problem zu füllen. Nach einer festgelegten Zeit von beispielsweise 5 Minuten gibt der Moderator das Zeichen für die nächste Runde, und die Teilnehmer reichen ihr Arbeitsblatt im Uhrzeigersinn an ihren Sitznachbarn weiter. Nun geht es darum, die Ideen der Vorgänger aufzugreifen, zu erweitern und weiterzuentwickeln. Wie beim Brainstorming werden die Ideen während der Ideensammelphase auch hier nicht bewertet.

Wurde das Blatt fünfmal weitergereicht, sind im Idealfall nach 6 Runden genau 108 Ideen entstanden. In der Praxis ist die Zahl aufgrund von doppelten Einträgen oder leeren Feldern wahrscheinlich etwas geringer. Dennoch sollten nun zahlreiche Ideen vorliegen.

 

 

 

Die Bewertung

 

Nach den erfolgten 6 Runden werden die zusammengetragenen Ideen gemeinsam in der Gruppe analysiert, diskutiert und bewertet. Dazu werden die 6-3-5-Arbeitsblätter erneut in der Runde weitergereicht, wobei nun jeder Teilnehmer die Aufgabe hat, pro Blatt jeweils drei verschiedene Ideen anzukreuzen, die er für die Problemlösung als am besten geeignet hält. Anschließend stellt der Moderator diejenigen Vorschläge zur Diskussion, die mindestens 4 Bewertungskreuze (oder die meisten) auf sich vereinen konnten. Mithilfe einer anderen Kreativitätstechnik können diese Ideen dann weiterentwickelt werden.

 

 

 

Anmerkungen

 

6 Teilnehmer sind ideal für diese Kreativitätstechnik. Sie kann jedoch natürlich auch mit einer größeren oder auch kleineren Zahl von Personen durchgeführt werden.

Um störende Zwischengespräche zu vermeiden, schreiben Sie bitte deutlich und drücken Sie sich möglichst verständlich aus.

Spätere Runden benötigen möglicherweise etwas mehr Zeit als die erste, zum einen, weil die Ideen aus den vorangehenden Runden erst gelesen werden müssen und zum anderen, weil die Ideen häufig nicht mehr so schnell sprudeln wie zu Beginn.

Um den Ideenfluss der Teilnehmer zu nutzen, die in der vorgegebenen Zeit mehr als drei Ideen entwickeln, werden in die Mitte der Runde weitere Blätter gelegt, auf denen diese notiert werden können und von denen sich jeder inspirieren lassen darf.

 

 

 

Vor- und Nachteile

 

 

Vorteile:

 

  • Direktes Feedback
  • Viele Ideen in kurzer Zeit
  • Jeder kommt an die Reihe, auch zurückhaltendere Teilnehmer

 

 

Nachteile:

 

  • Teilnehmer können Leistungsdruck empfinden
  • Wiederholungen

 

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