Scheiße, Ficken, Vögeln — Verzeihung! Fäkalsprache und Provokationen in Reden und Präsentationen
Provozieren, damit endlich mal einer schaut
Fäkalsprache und Provokationen in Reden und Präsentationen
Um jeden Preis Aufmerksamkeit erregen? Wer etwas zu sagen hat, braucht die Aufmerksamkeit des Publikums. Sind Provokationen durch Tabubrüche dafür geeignet?
Überblick
- Scheiße, Ficken, Vögeln — Verzeihung!
- Die Zeiten ändern sich
- Je schonungsloser, desto besser
- Mehr, mehr, mehr
- Millionen Fliegen können nicht irren
- Annemarie
- Ja, und?
- Grenzen? Von wegen, die „Letzten Tabus“ fallen
- Provokation to go
- Tabu or not Tabu?
- Und selbst so?
- P.S.
- Kommentare
- Ergänzende Artikel
Scheiße, Ficken, Vögeln — Verzeihung!
Einst war es verpönt zu fluchen oder gar das Wort Scheiße bei Verärgerung auszusprechen.
Die Zeiten ändern sich
Es gab eigenartige, nein eigenwillige Zeiten, da konnten Komiker wie Ingo Appelt auf die Bühne kommen und „ficken“ sagen, damit sich das Publikum vor Lachen ausschüttete. So, als wenn ein unglaubliches Tabu gebrochen und die Befreiung des Geistes nun nah wäre. Wobei das Lachen eher wie eine Verlegenheitsreaktion klang, oder? Wie auch immer; Tabubrüche erzeugen Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit ist bares Geld wert. Charles Bukowski hat es bei den Buchverkäufen jedenfalls nicht geschadet.
Je schonungsloser, desto besser
Da lassen sich ausführlich beschriebene erste Erfahrung mit Tampons, Intimsäften, Haaren an den Beinen gut mit dem Titel Feuchtgebiete (oder war er Seichtgebiete?) als Unterhaltung vermarkten und der Auftritt in Talk Shows war so gesichert. Entsprechend aufbereitet lassen sich selbst Trivialitäten noch als Fahrt durch die Geisterbahn verpacken. Was bisher bestenfalls zum Kopfschütteln führte, wird zur Attraktion stilisiert.
Mehr, mehr, mehr
Das geht gar nicht, wir brauchen mehr davon. Mitteilungsbedürfnisse treffen auf Medien, die begierig Content verteilen wollen. Je heikler Thema und Darbietung, desto höher die Quote.
Millionen Fliegen können nicht irren
Ja, kalkulierter Tabubruch funktioniert oft. Zumindest für jene, die unbedingt Aufmerksamkeit benötigen drängt er sich wohl auf. Allerdings hält der Inhalt dann oft nicht, was die Attraktion verspricht. Hinter dem effekthaschenden Knall folgt dann nichts wahrlich Interessantes. Das ist wohl auch egal, wenn die Massen sich angesprochen fühlen, spielt das kaum noch eine Rolle. Dann sorgt schon das Massenphänomen dafür, dass es so weit aufgewertet wird, dass die meisten Individuen es nicht mehr hinterfragen. So viele Menschen können sich doch nicht irren, oder?!
Annemarie
Neu ist das Phänomen tatsächlich nicht. Wenn ich mich recht erinnere, gab es zur Zeit der neuen deutschen Welle auch oft mehrere Versionen eines Songs. Und eine davon war zumindest so deutlich, dass die Radiosender sie zu dieser Zeit nie gespielt hätten. Also gab es üblicherweise bei deutschen Titeln sowohl die Gänseblümchenvariante als auch die Pubertätsvariante. Die Titel auf dem Index waren besonders begehrt.
Bei englischsprachigen Titeln fehlte den Zuhörern ja überwiegend das Vokabular und sie haben nicht gemerkt, was sie da nach trällern. Wobei ich vermute, dass selbst Muttersprachlern bei Songs, wie Bobbi Brown von Frank Zappa, nicht immer ganz klar gewesen ist, worum es tatsächlich geht. Wobei solche Beispiele eher clever provozierten, was allerdings Geschmacksache ist. Es ist mit Empörung und auch Faszination verbunden.
Ja, und?
Themen aus der Tabuzone in die Diskussion zu bringen, ist doch wünschenswert, oder? Gerade in den klassischen Bereichen des Tabuisierten, wie Sexualität, Tod und Religion, kann das recht heilsam sein. So mancher Tabubruch war durchaus produktiv, hat gesellschaftliche Themen beflügelt, die Welt ein Stück gerechter gemacht. Doch manches, dass sich unter dem Mantel der Meinungsfreiheit entblößt, wirkt wie Bullshit!
Grenzen? Von wegen, die „Letzten Tabus“ fallen
Die Sache hat mindestens ein Nachteil: die Steigerung wird immer schwieriger. Normen und Tabus sind beweglich, sie verändern Gestalt, Gehalt und Gegenstand. Tabuzonen verschwinden wie Alpengletscher. Überreizung macht unempfindlicher. Was nicht heraussticht, trifft auf taube Ohren. Es wird deswegen selbst für Krawallkünstler immer aufwendiger ein Tabu zu brechen, wo schon so viele gefallen scheinen. Da muss die Darbietung dann mitunter schon wirklich eklig, respektlos und entwürdigend gestaltet werden. Sonst wird sie bei all dem Grundrauschen nicht wahrgenommen.
Provokation to go
Trotz viel beschworener politischer Korrektheit — oder als aufregend aufbegehrender Kontrast? — werden Songs mit frauenfeindlichen Texten, über Gewaltverherrlichung und Beleidigungen zunehmend härter, damit sie noch auffallen. Verkaufen sich Songs ohne Hinweis EXPLICIT überhaupt noch an manche Zielgruppen?
Die Absicht
Durch Tabubruch lassen sich nicht nur rebellierende Kinder leichter als Kunden gewinnen. Wobei es während der Pubertät hormonell die Tendenz gibt, sich durch möglichst extreme Gegenpositionen zu definieren. Ich erinnere mich durchaus noch.
Skandalös? Wohl weniger im eigentlichen Sinne! Die Provokation ist berechnet, wird institutionalisiert. Dass es bei Rap und Hip-Hop genauso Kalkül ist, wie bei Volksmusik und Schlager, ist der jeweiligen Zielgruppe egal. Wie so oft ist es eine Frage von Nachfrage und Angebot, oder war es andersherum?
Mit dieser Absicht werden eine Menge Angebote in diversen Bereichen verpackt, auch in der Weiterbildung. Da werden beispielsweise Coachings und Workshops für Work-Life-Balancing mit Sprüchen beworben, wie „Vögel mal wieder!“. Es scheint bestimmte Gruppen anzusprechen. Rubel die Katz.
Reibung erzeugt Wärme. Provokationen, Ironie und Irritation gehören zur Rhetorik, doch sie sind kein Selbstzweck. Sie entgleiten leicht und schaden dann sowohl Botschafter und Botschaft.
Und selbst so?
Wir können uns bei Gelegenheiten, wie Präsentationen und bei Textbeiträgen, entscheiden, ob und inwieweit wir durch Provokation Wirkung erzeugen oder unterstützen können und wollen. Bis zu einem gewissen Maß, halte ich das für legitim, wenn es nicht zu durchschaubar wirkt. Doch sobald ich dabei unnötig Werte verletze, wie ein Mindestmaß an Respekt, wähle ich lieber einen anderen Weg.
Tabu or not Tabu?
Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Vereinbarte Grenzen haben ja durchaus ihre Funktion. Manches Tabu besteht aus gutem Grund; es erleichtert das Zusammenleben, schützt Persönlichkeitsrechte und vieles mehr.
Außerdem, wer mit Dreck schmeißt, wird selbst schmutzig. Und wer dazu bereit ist sollte auch in der Lage sein zu vermitteln, welchen Beitrag das leistet!
Unterstützung für überzeugende Reden und Präsentationen
Wer etwas zu sagen hat, verdient es, gehört zu werden.
Gute Inhalte entfalten ihre Wirkung dann vollständig, wenn Botschaft, Struktur, Sprache und Präsenz zusammenpassen. Eine überzeugende Rede oder Präsentation braucht Klarheit, innere Ausrichtung und ein gutes Gespür für das Publikum.
Du willst mit deiner Botschaft überzeugen – und zugleich als Persönlichkeit glaubwürdig wirken?
Ich unterstütze dich bei der Vorbereitung deiner Reden, Präsentationen, Vorträge und Auftritte vor Publikum, Kamera oder Gremien. Besonders geeignet ist diese Unterstützung für Führungskräfte, Selbstständige, Expertinnen und Experten sowie Menschen, deren Botschaft in einem wichtigen Moment klar, glaubwürdig und wirksam ankommen soll.
Dabei verbinde ich Erfahrung aus Kommunikation, Psychologie, Marketing, Rhetorik und Auftrittswirkung.
Es geht um mehr als Technik: Es geht um die stimmige Verbindung von Inhalt, Haltung, Sprache und Präsenz.
Gemeinsam klären wir:
Was ist deine zentrale Botschaft?
Wer ist dein Publikum?
Welche Struktur trägt deinen Inhalt?
Welche Beispiele und Geschichten machen deine Botschaft lebendig?
Wie wirkst du mit Stimme, Körpersprache und Präsenz?
Wie gehst du mit kritischen Fragen, Einwänden oder Auftrittsdruck um?
Wie die Vorbereitung abläuft
Zuerst klären wir Anlass, Ziel, Publikum und Botschaft.
Dann entwickeln wir Struktur, Dramaturgie, Formulierungen und geeignete Beispiele. Bei Bedarf arbeiten wir an Storytelling, Folien, Medien und visueller Unterstützung.
Anschließend geht es um Wirkung, Präsenz und Sicherheit im Auftritt: Stimme, Körpersprache, Blickkontakt, Pausen, Umgang mit Fragen und die Fähigkeit, im entscheidenden Moment klar zu bleiben.
Besonders wertvoll ist ein Probelauf mit professionellem Feedback. Dann erlebst du vor dem eigentlichen Auftritt, wie deine Botschaft wirkt, wo sie bereits überzeugt und wo sich Verständlichkeit, Präsenz oder Dramaturgie weiter schärfen lassen.
So gehst du vorbereitet in den Moment, in dem es zählt.
Meine Definition von Glück:
Vorbereitung trifft auf Gelegenheit.
Welcher Aufwand lohnt sich?
Der passende Aufwand richtet sich nach Bedeutung, Ziel und Wirkung deines Auftritts.
Geht es um eine interne Präsentation?
Ein wichtiges Kundengespräch?
Eine Keynote?
Eine Verhandlung?
Einen Medienauftritt?
Eine Rede, die lange in Erinnerung bleiben soll?
Je wichtiger der Anlass, desto mehr lohnt sich sorgfältige Vorbereitung.
Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus, wenn sie deutlich mehr Klarheit, Sicherheit und Wirkung ermöglicht, als der Aufwand zunächst erwarten lässt.
Mögliche Schwerpunkte sind:
- Kommunikationspsychologie
- Sprache und Struktur
- Storytelling
- rhetorische Mittel
- Stimme und Sprechweise
- Körpersprache und Präsenz
- Umgang mit Lampenfieber
- Folien, Medien und visuelle Unterstützung
- Vorbereitung auf Fragen und Einwände
- Probelauf mit professionellem Feedback
In Berlin und online
Du kannst mit mir in Berlin arbeiten oder online.
Für viele Anliegen sind Videotermine sehr gut geeignet: zur Strukturierung deiner Botschaft, zur Arbeit an Formulierungen, zum Feinschliff deiner Präsentation und zur Vorbereitung auf konkrete Situationen.
Für bestimmte Themen kann ein Termin vor Ort in Berlin besonders sinnvoll sein, zum Beispiel bei Körpersprache, Raumwirkung, Präsenz, Stimme und realitätsnahen Probeläufen.
Lampenfieber und Auftrittsdruck
Lampenfieber zeigt häufig, dass etwas bedeutsam ist.
Vor Publikum, vor der Kamera oder in wichtigen Gesprächssituationen kann diese innere Anspannung deutlich spürbar werden. Die Gedanken werden schneller, die Stimme verändert sich, der Körper meldet sich.
Entscheidend ist, wie du mit dieser Energie umgehst.
Mit guter Vorbereitung, innerer Sammlung und klarer Struktur kannst du präsenter bleiben. Du findest leichter zurück zu deiner Botschaft, hältst Kontakt zum Publikum und bewahrst deine Haltung auch in anspruchsvollen Momenten.
So wird aus Auftrittsdruck mehr Selbstführung.
Einladung
Wenn du eine Rede, Präsentation, einen Vortrag oder einen wichtigen Auftritt vorbereitest, unterstütze ich dich gern.
In Berlin und online.
Gemeinsam arbeiten wir daran, dass du gesehen wirst, gehört wirst und mit deiner Botschaft klar, glaubwürdig und wirksam einen Unterschied machst.
Wie wirkst du in Reden und Präsentationen, was sind deine Potenziale, was lässt sich optimieren?
Wie überzeugend bist du und deine Botschaften in Reden und Präsentationen?
Wie wendest du die 118+ wichtigsten Präsentationstechniken an?
Wie schaffst du es, dass du und deine Botschaften überzeugen?
Seit 1998 analysiere ich systematisch Reden. Nach Tausenden von ausgewerteten Reden und Präsentationen kann ich dir sehr genau sagen, was bei welchem Publikum wie wirkt. Lass mich deine Rede und deinen Auftritt analysieren. Anschließend gebe ich ein professionelles Feedback, das dich weiterbringt. Du bekommst aussagekräftige Rückmeldungen und konkrete Empfehlungen und für konkrete Reden die Impulse, die du brauchst, um zu überzeugen. Profitiere von meinen Erfahrungen aus Psychologie, Marketing und Kommunikationswissenschaften.
Interessiert? Dann findest du hier die Informationen zum Feedback mit Optimierungsempfehlungen für Reden und Präsentationen.
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Die Artikel sind meist kurze Auszüge der umfangreicheren Kursunterlagen, die Teilnehmende im entsprechenden Gruppen- oder Einzeltraining oder im Coaching erhalten.
Autor: Karsten Noack
Erstveröffentlichung: 28. August 2018
Überarbeitung: 02. Mai 2026
AN: #4337
K:CNC
Ü:









Wohin soll das nur führen?
Ja, die Steigerung wird irgendwann ekelig.
Mutig, wahr, erschrecken!
1. Danke!
2. Stimmt!